Max-Planck-Gesellschaft: Netzwerke des Wissens tragen die Spitzenforschung

Wissenschaft, die an der Weltspitze mitmischen will, braucht Netzwerke. Mehr denn je. Moderne Forschungseinrichtungen müssen untereinander stärker kooperieren, aber auch mit Hochschulen und Unternehmen, ist Bundeskanzlerin Angela Merkel überzeugt.

28.06.2008 Pressemeldung Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Der Erfolg von Technologiestandorten hänge heute wesentlich von der Zusammenarbeit der Institutionen ab. Das sagte Merkel in einer Festrede zum 60. Geburtstag der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften.

Netzwerke

Forschungseinrichtungen, Hochschulen, Unternehmen und Kompetenzzentren seien gefordert, sich enger zu vernetzen. Auch zwischen den verschiedenen Disziplinen gelte es, Brücken zu schlagen: zwischen Biologie und Informatik, Medizin und Materialwissenschaften, Mikroelektronik und Sensortechnologie. Ebenso müssten sich die Naturwissenschaften und die Geisteswissenschaften enger miteinander befassen.

Ob diese "vernetzte Kooperation" gelinge, werde über die Erfolge der Zukunft sehr stark mitentscheiden, erklärte die Kanzlerin in Dresden.

Zugleich rief die Kanzlerin dazu auf, die internationale Vernetzung der Wissenschaftsinstitutionen voranzutreiben. "Wir müssen feststellen, dass 90 Prozent des weltweiten Wissen außerhalb Deutschlands generiert werden." Dabei hätten Schwellenländer wie Indien und China großen Einfluss. Sie entwickelten sich von Wissensimporteuren zu Wissensproduzenten - "und damit auch zu Wettbewerbern oder Konkurrenten". "Aber da kennen sich die Wissenschaftler ja aus, davor fürchten sie sich nicht", weiß Merkel, die selbst Physikerin ist.

Networks

Die Bundesregierung werde internationale Forschungs- und Wissenschaftskooperationen jedenfalls noch stärker fördern als bisher. Schließlich warte die Welt weder auf Deutschland noch auf die Europäische Union.

Umso wichtiger sei es, Deutschland zu einer "Bildungsrepublik" zu machen. Sie sei überzeugt, sagte die Kanzlerin, "dass sich unser Wohlstand und die Erfolge der sozialen Marktwirtschaft in den nächsten Jahrzehnten nur werden erhalten lassen, wenn wir Bildung und Forschung einen höheren Stellenwert geben".

Dafür sieht Merkel nicht allein wirtschaftliche Gründe. Bildung ist für sie in der globalisierten Welt nicht zuletzt ein Schlüssel zur demokratischen Teilhabe. Wissen könne dazu beitragen, die Gesellschaft zusammenzuhalten: Denn nur wer kraft eigener Bildung Einsicht in die Notwendigkeit von Forschung hat, werde auch Verständnis für sie aufbringen. Und selbst den Mut haben, neue Wege zu gehen.

Den Max-Planck-Leuten dankte die Bundeskanzlerin deshalb auch für ihre Arbeit mit jungen Menschen. Mehr als bisher komme es darauf an, den Nachwuchs für die Forschung zu begeistern.

Die Max-Planck-Gesellschaft wurde 1948 - in Nachfolge der 1911 errichteten Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft - gegründet. Sie steht für Grundlagenforschung in den Natur-, Lebens-, Sozial- und Geisteswissenschaften und ergänzt die Forschung an Hochschulen und anderen Forschungsorganisationen. In 80 Instituten und Forschungseinrichtungen sind derzeit mehr als 23.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Die Gesellschaft gilt als einer der renommiertesten Forschungsverbünde weltweit. Seit ihrer Gründung wurden 16 Wissenschaftler und 1 Wissenschaftlerin mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Zuletzt erhielt Gerhard Ertl vom Fritz-Haber-Institut in Berlin den Nobelpreis für Chemie.

Die Max-Planck-Institute arbeiten eng mit deutschen universitären und außeruniversitären Einrichtungen im In- und Ausland, vor allem mit Partnern in den forschungsstarken Ländern Westeuropas, in Israel, den USA, Japan und China, zusammen. Bund und Länder finanzieren zu etwa 95 Prozent die Max-Planck-Gesellschaft.

Kontext:
Pakt für Forschung und Innovation
11 Milliarden für die Forschung
Exzellenzinitiative
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Max-PlanckGesellschaft


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