Bundeskabinett

Mehr Geld für Studierende

Damit kein wissenschaftliches Talent verloren geht, hat die Bundesregierung ein nationales Stipendienprogramm auf den Weg gebracht. Gleichzeitig steigen die Bafög-Sätze. Gute Bildung darf nicht am Geld scheitern.

21.04.2010 Pressemeldung Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Das Bundeskabinett hatr Gesetzentwürfe für ein nationales Stipendien-Programm (StipG) und die 23. Novelle des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (Bafög) beschlossen. Diese verbessern die Möglichkeiten, ein Studium zu finanzieren.

Trotz eines Anstiegs der Studienanfängerquote auf 43 Prozent im Wintersemester 2009/2010 ist der Anteil der Studierenden im internationalen Vergleich immer noch zu gering. Qualifizierte Fachkräfte werden gebraucht. Alle Potenziale und Talente müssen genutzt werden. Deshalb wird die Bafög-Unterstützung erhöht.

Außerdem stärkt die Bundesregierung die Stipendienangebote in Deutschland. Im internationalen Vergleich besteht hier Nachholbedarf.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan: "Jeder junge Mensch soll sich darauf verlassen können, dass seine Entscheidung für eine gute Bildung nicht an finanziellen Hürden scheitert und dass sich besonderes Engagement in der Ausbildung lohnt und honoriert wird."

Mehr Stipendien

Der Anteil der Stipendiaten in Deutschland soll von derzeit zwei auf zehn Prozent steigen. Alle staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen sollen deshalb die Möglichkeit erhalten, einen entsprechenden Anteil ihrer Studierenden zu fördern.

Das Stipendium beläuft sich auf 300 Euro monatlich. Bereits zum kommenden Wintersemester soll die Förderung beginnen.

Die Stipendien werden nach Begabung und einkommensunabhängig vergeben. Auch soziale Aspekte wie bildungsferne Herkunft, Migrationshintergrund oder eine Behinderung finden Berücksichtigung.

Studierende profitieren davon, dass die Stipendien nicht auf das Bafög angerechnet werden.

Wirtschaft und Private beteiligen sich

Die Hochschulen werben die Stipendienmittel bei Wirtschaft und Privaten ein. Bund und Länder stocken den Betrag in gleicher Höhe auf.

Die Wirtschaft hat ein Interesse an der Ausbildung qualifizierter Nachwuchskräfte und ist an der Vernetzung mit den Hochschulen interessiert. Das zeigt das im Wintersemester 2009 angelaufene Stipendienprogramm in Nordrhein-Westfalen. Aufgrund des großen Interesses wurden die dort ursprünglich vorgesehenen 1.200 Stipendien auf 1400 aufgestockt.

Auch bessere Breitenförderung

Die Breitenförderung von Schülern und Studierenden ist aus Sicht der Bundesregierung jedoch genauso wichtig wie die Begabtenförderung.

Deshalb werden mit der 23. Bafög-Novelle die Bedarfssätze um zwei Prozent und die Freibeträge um drei Prozent erhöht. Ab 1. Oktober beträgt beispielsweise der Höchstsatz für Studierende 670 Euro monatlich.

Die Altersgrenze steigt von 30 auf 35 Jahre. Damit sollen insbesondere Bachelorstudenten mehr Zeit erhalten, um vor Aufnahme eines Master-Studiums Berufserfahrung sammeln zu können.

Für Studierende mit Kindern erhöht sich die Altersgrenze um die Erziehungszeiten.

Bei einmaligem Wechsel der Fachrichtung umfasst die Förderung die gesamte Regelstudienzeit des neuen Studiengangs. Außerdem wird das Bafög unbürokratischer, zum Beispiel durch eine Pauschalisierung des Mietzuschlags.

Mit der Bafög-Novelle und dem nationalem Stipendienprogramm setzt die Bundesregierung den Koalitionsvertrag um. Sie ermöglicht mit einem Dreiklang aus Bafög, Bildungsdarlehen und Stipendien möglichst vielen jungen Menschen ein Studium.


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