Mehr Optionen für internationale Talente

Die positive Konjunkturentwicklung der letzten Jahre hat zu einer steigenden Nachfrage nach Fachkräften in Deutschland geführt. Um die derzeitigen Engpässe bei den Ingenieursberufen und die in den nächsten Jahren zu erwartende steigende Nachfrage nach Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen auch in Hamburg besser ausgleichen zu können, soll bei Ingenieurinnen und Ingenieuren aus den neuen EUMitgliedstaaten sowie bei internationalen Absolventen deutscher Hochschulen auf die bisher obligatorische "Vorrangprüfung" verzichtet werden.

24.09.2007 Hamburg Pressemeldung Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Hansestadt Hamburg

Bürgermeister Ole von Beust hatte sich bereits seit längerer Zeit für eine erleichterte Zuwanderung Hochqualifizierter eingesetzt, denn Hamburgs Wirtschaft ist für die Stärkung des Binnenwachstums auf gut ausgebildete Fachkräfte und Hochschulabgänger angewiesen. Aufgrund der langfristigen Entwicklung des Ausbildungs- und Hochschulmarktes kann der Bedarf nicht mehr nur alleine mit deutschen Absolventinnen und Absolventen gedeckt werden. Derzeit sind an deutschen Hochschulen rund 190.000, an Hamburger Hochschulen, mit einem Anteil von knapp 13 Prozent, 9.174 internationale Studierende eingeschrieben.

Hamburg leidet wie andere deutsche Regionen nicht nur an einem Fachkräftemangel, sondern der fehlende akademische Nachwuchs könnte auch vor Ort bereits in wenigen Jahren zu einem Problem für die Wirtschaft werden. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat aus diesem Grund in dem aktuellen Bericht "Bildung auf einen Blick" eindringlich vor einem drohenden Akademikermangel gewarnt. Insgesamt kommen in Deutschland auf 100 Akademiker im Alter von 55 bis 64 Jahren 120 Jungakademiker. Im OECD-Durchschnitt liegt das Verhältnis dagegen bei 100 zu 230.

Nach der bisherigen Regelung benötigen Neu-Unionsbürger, mit Ausnahme der Staatsangehörigen von Malta und Zypern, für die Aufnahme einer qualifizierten Beschäftigung eine Arbeitserlaubnis. Voraussetzung für die Erteilung der Arbeitserlaubnis ist, dass für diese Be2 schäftigungen keine bevorrechtigten inländischen Arbeitsuchenden zur Verfügung stehen und die Arbeitsbedingungen nicht ungünstiger sind als diejenigen deutscher Beschäftigter mit vergleichbarer Qualifikation. Ausländische Absolventen einer deutschen Hochschule können bislang nur dann eingestellt werden, wenn keine deutschen Absolventen zur Verfügung stehen.

Die Bundesregierung schafft für diese Gruppe zum 1. November 2007 die so genannte "Vorrangprüfung" ab. Die neue Verordnung ermöglicht das künftig Hochschulabsolventinnen und –absolventen aus dem Ausland in Deutschland entweder nach zwei Jahren Beschäftigung oder nach einer Aufenthaltszeit von drei Jahren ohne Prüfung des Vermittlungsvorrangs und der Arbeitsbedingungen die Ausübung jeder Beschäftigung.

Wissenschaftssenator Jörg Dräger: "Mit dieser Entscheidung hat die Bundesregierung eine wichtige Maßnahme getroffen, um internationale Talente und Fachkräfte zu gewinnen. Ich freue mich, dass internationalen Hochschulabsolventen jetzt mehr Optionen bei der Wahl ihrer zukünftigen Arbeitsstätte eingeräumt werden. Dies stärkt auch den Hochschulstandort Hamburg. Denn bisher haben viele internationale Talente einen Bogen um die deutschen Hochschulen gemacht, da ihnen in Deutschland eine längerfristige Perspektive fehlte. Dank der neuen Regelungen können nun auch mehr vielversprechende Talente aus dem Ausland für die Metropolregion Hamburg gewonnen werden. So hat auch Hamburgs Wirtschaft die Chance, auf einen größere Zahl qualifizierter Nachwuchskräfte zurückgreifen zu können, die gleichermaßen internationale Erfahrung und Kenntnisse vor Ort haben."


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