Mehr Studierende für das Lehramt: Wolff sieht Erfolg gezielter Werbekampagnen
Kultusministerin Karin Wolff wertet die aktuellen Entwicklungen im Lehramtsstudium auch als Erfolg der gezielten Werbung des Ministeriums. Erstmals im Dezember 2000 hatte Hessen mit Zeitungsannoncen bundesweit auf den steigenden Lehrerbedarf in Mangelfächern aufmerksam gemacht.
11.11.2004 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und ChancenMit "Tekno Now" wurde zeitgleich eine Kampagne der Landesregierung ins Leben gerufen, die die Nachwuchsförderung in technischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen zum Ziel hat. Im Jahr 2003 schließlich startete sie mit "Bildung - unser Ticket in die Zukunft" eine Informations- und Werbekampagne für den Lehrerberuf.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes studierten in Deutschland im Wintersemester 2003/04 rund 210.000 junge Menschen "auf Lehramt". Der Lehrerberuf habe damit in den letzten fünf Jahren an Anziehungskraft gewonnen, so das Bundesamt. Seit 1998 habe die Zahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger in den entsprechenden Studiengängen um mehr als die Hälfte auf 34.500 im Jahr 2003 zugenommen. "Offenbar gelingt es, das Berufsbild des Pädagogen für junge Menschen wieder attraktiv zu machen", sagte Wolff.
Als "erfreulich" bezeichnete die Ministerin die Tendenz, die sich aus der Hessen-Statistik für gesuchte Unterrichtsfächer ablesen lässt: Danach hatten 2.965 Studierende im Wintersemester 2003/04 das Fach Mathematik (Lehrämter Primarstufe bis Sekundarstufe I) belegt. Im Wintersemester 1999/2000 waren es noch 1.871. Für Physik liegt die Vergleichszahl bei 175 im WS 2003/04 gegenüber 87 im WS 1999/2000, für Chemie bei 151 gegenüber 81. Bei den Lehrämtern für Berufliche Schulen stieg die Zahl der Studierenden im selben Zeitraum im Bereich Maschinenbau/Verfahrentechnik von 123 auf 166 und bei E-Technik von 37 auf 65. Wolff sagte, dies sei "zwar kein Grund zur Entwarnung, aber immerhin ein positives Signal".
Wie die Ministerin betonte, hängen die Einstellungsperspektiven von der Lehramtswahl, der Examensnoten und den Fächerkombinationen ab. Gesucht werden in Hessen insbesondere Lehrkräfte für die Sekundarstufe I mit den Fächern Physik, Chemie, Mathematik, Englisch und Musik sowie für Berufliche Schulen in den Berufsfeldern Metall- und Elektrotechnik. In Mangelfächern können inzwischen auch Quereinsteiger mit universitärem Diplom unterrichten.
Ziel der hessischen Kampagne ist es, das Image des Lehrerberufs zu verbessern und zugleich einem Lehrermangel langfristig vorzubeugen. Bis zum Jahr 2015 werden rund 20.000 Stellen im hessischen Schuldienst neu zu besetzen sein. Zwar wurden seit 1999 rund 13.000 junge Lehrerinnen und Lehrer eingestellt, doch haben heute bereits 43 Prozent aller Lehrkräfte das 55. Lebensjahr überschritten, sodass ein pensionsbedingter Generationswechsel bevorsteht. Folglich werden sich die Einstellungschancen in den Schuldienst bis 2015 erheblich verbessern. Mit Plakaten an Schulen mit gymnasialer Oberstufe und Infos im Internet (www.kultusministerium.hessen.de) wird auf die mittelfristig guten Einstellungschancen für Pädagogen insbesondere in Mangelfächern aufmerksam gemacht.
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