Minister Rößler fordert Ende der Planwirtschaft im Hochschulbereich:

Sachsens Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Dr. Matthias Rößler spricht sich dafür aus, den Hochschulen uneingeschränkt die Auswahl der Studenten zu überlassen. Mit Blick auf das Hochschulrahmengesetz und die Rolle der Bundesregierung sagte er heute in Dresden: "Planwirtschaftliche Zuteilung von Studenten auf der einen Seite und Wettbewerb auf der anderen Seite passen nun einmal nicht zusammen".

22.06.2004 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus

Minister Rößler ist neben Prof. Max Einhäupl, Vorsitzender des Wissenschaftsrates, Referent beim Dresdner Gesprächskreis der Wirtschaft und der Wissenschaft heute ab 19 Uhr im Forum am Altmarkt, Stadtsparkasse Dresden, zum Thema: "Wissenschaftspolitik und Elitenbildung".

Minister Rößler: "Auch wenn wir wie die Bundesbildungsministerin Spitzenuniversitäten und Exzellenzzentren wollen: Wir werden keine Elitehochschulen bekommen, wenn wir das Hochschulrahmengesetz nicht abschaffen oder zumindest radikal entschlacken. Es kann nicht sein, dass man den Verwaltungsrichtern die Entscheidung überlässt, wer an welcher Universität studieren darf. Es kann auch nicht sein, dass Niveaupflege an unseren Universitäten unzulässig ist, wie unsere höchsten Richter vor drei Jahrzehnten festgestellt haben. Und: unser deutsches Kapazitätsrecht ist mit einem wettbewerbs- und leistungsorientierten Hochschulsystem unvereinbar."

Er betont, dass sich beim Hochschulzugang zeigen werde, wie ernst es die Bundesregierung mit der Eliteförderung meine. Und, es würde nicht nur um die Frage gehen, in welcher Höhe sich Bund und Länder an den Kosten eines Exzellenzwettbewerbs beteiligten. Mit Geld allein sei es nicht getan. Es dürfe nicht vergessen werden, warum in Deutschland Exzellenz und Elite notwendig sei.

Rößler: "Ohne die Anstrengung des Einzelnen, ohne die individuelle Leistung geht gar nichts. Leider sind in Deutschland bei Mittelmäßigkeit immer die anderen schuld: Die Rahmenbedingungen sind schlecht, die Bürokratie wuchert, die Qualifikation stimmt nicht, die Infrastruktur ist unzulänglich, die Politik ist konzeptionslos - heißt es. Ganz nach dem Motto: So lange die Umstände so schlecht sind, kann niemand vom Einzelnen Spitzenleistungen erwarten. Elite und Leistungsanspruch kann jedoch nur funktionieren, wenn nicht einer auf den anderen wartet, sondern bei sich selbst beginnt."

Minister Rößler unterstrich erneut, sich in Wirtschaft und Wissenschaft auf die traditionellen Stärken zu besinnen. "Das sind im Raum Dresden die Materialwissenschaften und die Mikroelektronik. Das ist, vor allem in Chemnitz-Zwickau, der Automobilbau. Hinzu kommt unser drittes Feld, die Biotechnologie, die wir mit voller Kraft Leipzig und Dresden auf- und ausbauen".

Er machte außerdem nochmals deutlich, worauf es den Ländern bei den Gesprächen mit dem Bund zur Eliteförderung ankommt. "Wir wollen, dass das notwendige Geld zusätzlich bereitgestellt wird und nicht den Hochschulen zuvor beim Hochschulbau weggenommen wird. Eliteförderung auf Kosten des Fundaments wird keine Akzeptanz finden. Wichtig war und ist uns auch, dass die bereits vorhandene Exzellenz gestärkt wird, dass Wissenschaftler die eingehenden Bewerbungen bewerten und dass es nicht nur eine - Berliner? - Spitzenuniversität geben soll."


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