Ministerin Kraft: Auch Arbeitgeber-Modell zur Studienfinanzierung ungenügend

Das Ministerium für Wissenschaft und Forschung teilt mit: "Der Präsident der deutschen Arbeitgeber, Herr Hundt, hat Recht mit seiner Feststellung, dass alle bisher vorgelegten Vorschläge zur Studienfinanzierung ungenügend sind. Aber auch sein eigener Entwurf ist nicht sozial gerecht und führt ebenso wie bei den übrigen Modellen zu ungedeckten Finanzierungsrisiken für Hochschulen oder Staat", betonte Nordrhein-Westfalens Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft heute in Düsseldorf.

10.02.2005 Pressemeldung Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen

Nicht akzeptabel sei der BDA-Vorschlag, so die Ministerin, das bisherige Kindergeld, BAföG und Ausbildungsfreibeträge abzuschaffen und stattdessen ein Ausbildungsbudget von 15.000 Euro für jeden Studierenden vorzusehen. "Wer allen Kindern aus einkommensschwachen Schichten das dringend benötigte Kindergeld und BAföG wegnehmen will, um es auch Studierenden aus reichem Elternhaus zu geben, handelt sozial nicht gerecht", sagte die Ministerin.

Der BDA-Entwurf bedeute wie in allen anderen bisher vorgelegten Modellen zur Studienfinanzierung, dass Studierende in Zukunft nach ihrer Hochschulausbildung mit mindestens 50.000 Euro Schulden ins Berufsleben starten würden. Kraft: "Genau zu einem Zeitpunkt, wo die jungen Menschen eine Familie gründen und vielleicht ein Haus bauen wollen, wo sie den Schritt in die Selbständigkeit wagen sollen. Die Sorge vor einem Riesenberg an Schulden wird viele Kinder auch aus Mittelschichtfamilien vom Studium abschrecken. Das dürfen wir nicht zulassen. Wir machen damit keine Panik, wie BDA-Präsident Hundt behauptet. Wir können aber noch rechnen!" Daneben komme auch das Modell der Arbeitgeber nicht ohne staatliche Bürgschaften für Kreditausfälle und Zinsrisiken aus.


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