Neue Rechenpower für die Spitzenforschung Norddeutschlands

Vertreter aus Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben heute in Berlin-Dahlem den neuen Hochleistungsrechner der US-Firma Silicon Graphics GmbH (SGI) offiziell in Betrieb genommen. Es handelt sich um ein System mit zwei verschiedenen Standorten.

03.07.2008 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Ein Teil der Anlage befindet sich im Berliner Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik (ZIB; www.zib.de), in Hannover zeichnet das Regionale Rechenzentrum für Niedersachsen der Universität Hannover (RRZN; www.rrzn.uni-hannover.de) verantwortlich. Auftraggeber ist der Norddeutsche Verbund zur Förderung des Hoch- und Höchstleistungsrechnens (HLRN). Beide Rechnersysteme sind mit einer 10-Gigabit-Datenleitung verbunden. Die mögliche Datenmenge, die in einer Sekunde mit dieser Verbindung transportiert werden kann, entspricht fast eine Million Buchseiten. In einer weiteren Ausbaustufe im Jahr 2009 wird der Supercomputer die Leistung des alten HLRN-Systems um das 60-fache übersteigen. Die Spitzenleistung beträgt dann 312 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde. Der Hauptspeicher ist mit einer Kapazität von 90 Terabyte ausgestattet – das entspricht einer Speicherkapazität von rund 90 Millionen Büchern à 500 Seiten. Die Gesamtkosten der Beschaffung betragen rund 30 Millionen Euro, die gemeinsam von den sechs Ländern und dem Bund aufgebracht werden.

Berlins Wissenschaftssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner sagte anlässlich des Festaktes: "Das Rechnersystem bringt einen gewaltigen Fortschritt für seine Nutzer, die in ihren theoretischen Analysen oder klassischen experimentellen Verfahren im Hinblick auf die Machbarkeit oder den zeitlichen Rahmen sehr begrenzt waren. Vor allem für die Simulation hochkomplexer Systeme und datenintensiver Prozesse ist es hervorragend geeignet."

Hamburgs Wissenschaftsstaatsrat Bernd Reinert: "Seit Beginn an wird das High Performance Computing System in Hamburg intensiv genutzt. Die Hamburger Sternwarte setzt es im Rahmen von Forschungen im Bereich der Astrophysik ein, z.B. bei der Simulation von Stern- und Planetenatmosphären. So lassen sich beispielsweise 3D-Modelle von extrasolaren Gasplaneten mit Milliarden von Moleküllinien und Effekten von Staubbildung auf die Struktur der Planetenatmosphäre mit einer großen Genauigkeit berechnen. Mit der Beschleunigung der Rechenleistung eröffnen sich nun neue Perspektiven für viele Forschungsgebiete."

Wie beeindruckend die Leistung des HLRN-II-Systems ist, verdeutlicht ein weiteres Beispiel: Unter der Annahme, alle Einwohner der sechs am Projekt beteiligten Länder würden pro Tag rund 12 Stunden rechnen ( Addition oder Multiplikation von mehrstelligen Zahlen ) und das 85 Jahre lang, bewältigt das HLRN-II-System diese Rechenoperationen in einer Sekunde.

Der Norddeutsche Verbund zur Förderung des Hoch- und Höchstleistungsrechnens besteht seit 2001. Ziel ist eine intensivere Zusammenarbeit zwischen den Ländern sowie die gleichzeitige Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit im Bereich Forschung und Wissenschaft.


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