Neuer Höchststand bei der Zahl der bestandenen Prüfungen an baden-württembergischen Hochschulen

Im Prüfungsjahr 2007 wurden an den Hochschulen in Baden-Württemberg 40 768 Abschlussprüfungen erfolgreich abgelegt. Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes waren dies rund 3 300 Prüfungen oder knapp 9 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Damit wurde die bisherige Höchstmarke aus dem Vorjahr mit rund 37 400 bestandenen Prüfungen deutlich überschritten.

14.08.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Etwas mehr als die Hälfte der bestandenen Prüfungen (20 500) wurde an den Universitäten des Landes abgelegt. Ein weiteres Drittel (14 200) entfiel auf die staatlichen und privaten Fachhochschulen. Danach folgten mit weitem Abstand die Pädagogischen Hochschulen mit rund 3 800 und die Verwaltungsfachhochschulen mit 1 400 Prüfungen. Die Kunsthochschulen meldeten 860 Abschlüsse. Der Zuwachs der Prüfungen ist hauptsächlich auf die Fachhochschulen (+17 Prozent) und Universitäten (+11 Prozent) zurückzuführen. An den Kunsthochschulen (-1 Prozent), den Pädagogischen Hochschulen (-9 Prozent) und insbesondere an den Verwaltungsfachhochschulen (-18 Prozent) wurden dagegen weniger Prüfungen als im Vorjahr abgelegt.

Für die neu eingeführten Bachelorabschlüsse war wie schon im Vorjahr wieder ein deutlicher Zuwachs von 59 Prozent und für die Masterabschlüsse von immerhin 12 Prozent zu verzeichnen. Dadurch vergrößerten sich deren Anteile an allen Prüfungen auf 6 Prozent bzw. 5 Prozent.

Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, gehörten rund 8 100 der bestandene Prüfungen zum Bereich der "Mathematik, Naturwissenschaften" und weitere 7 600 Prüfungen zu den "Ingenieurwissenschaften". Für die auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragten Absolventen dieser Fächergruppen entspricht dies einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von 10 Prozent bzw. 13 Prozent. Trotzdem ist im langfristigen Vergleich für die "Ingenieurwissenschaften" eine abnehmende Bedeutung zu beobachten: Seit dem Prüfungsjahr 1996 ist deren Anteil von 22 Prozent auf heute 19 Prozent zurückgegangen, während im gleichen Zeitraum der Anteil der "Sprach- und Kulturwissenschaften" von 13 auf 17 Prozent angestiegen ist. Nach wie vor schließen aber die meisten Absolventen mit einem Anteil von 30 Prozent ihr Studium mit einem Fach aus der Gruppe der "Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften" ab. Deren Zahl hat sich gegenüber dem letzten Prüfungsjahr um 9 Prozent erhöht.

Fast die Hälfte der bestandenen Prüfungen an den baden-württembergischen Hochschulen wurde von Frauen abgelegt. Die einzelnen Hochschularten wiesen dabei beträchtliche Unterschiede auf. So sind die Frauen unter den Absolventen der Pädagogischen Hochschulen mit einem Anteil von 82 Prozent fast unter sich. Auch an den Kunsthochschulen sowie den Verwaltungsfachhochschulen sind sie mit 60 Prozent bzw. 56 Prozent mehrheitlich vertreten. An den Universitäten hingegen liegt der Anteil der Absolventinnen mit 47 Prozent unter dem Durchschnitt, ebenso wie an den Fachhochschulen mit einem Anteil von 38 Prozent. Ursache für den niedrigen Frauenanteil an den Fachhochschulen sind die dort stark vertretenen "Ingenieurwissenschaften", die nach wie vor von Männern dominiert werden.

Die durchschnittliche Fachstudiendauer betrug nach Angaben des Statistischen Landesamtes für alle Abschlüsse 8,9 Semester. Im Vergleich zum Vorjahr waren das 0,1 Semester weniger, der Trend zu kürzeren Studienzeiten setzte sich damit weiter fort. Am längsten wird an den Universitäten mit 9,8 Semestern studiert, am kürzesten an den Verwaltungsfachhochschulen sowie an den Pädagogischen Hochschulen mit 6,0 und 7,7 Fachsemestern. Die Kunsthochschulen sowie die Fachhochschulen bewegen sich mit 8,5 und 8,1 Semestern im Mittelfeld.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden