Neues Amt für Lehrerbildung (AfL) in Frankfurt vorgestellt

Mit der Leitidee, alle Phasen der Lehrerbildung inhaltlich und organisatorisch zu vernetzen, hat das neue Amt für Lehrerbildung (AfL) am 1. Januar 2005 in Frankfurt seine Arbeit aufgenommen. Das AfL trägt die Verantwortung für die Ersten und Zweiten Staatsprüfungen für die Lehrämter in Hessen, legt Leistungsstandards für das Referendariat (Vorbereitungsdienst) fest und führt landesweite Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen durch.

12.01.2005 Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

"Das neue AfL ist sichtbarer Ausdruck einer umfassenden Organisationsreform der Lehrerbildung in Hessen. Es vereint die drei Phasen der Lehrerbildung - Studium, Referendariat und Fortbildung - unter einem Dach und stimmt sie noch besser als bisher aufeinander ab", erklärte Kultusministerin Karin Wolff in einer Pressekonferenz in Frankfurt, in der sie gemeinsam mit dem Direktor des AfL, Frank Sauerland, das neue Amt und seine Aufgaben vorstellte.

Mit der Gründung des neuen AfL folge Hessen dem Grundsatz der Lehrerbildung aus einem Guss. "Basis für die Qualität des Unterrichts sind unsere Lehrer und ihre Aus- und Fortbildung", erklärte Wolff weiter. Die klare Festlegung verbindlicher Standards auf diesem Gebiet sowie die konzeptionelle und organisatorische Vernetzung der einzelnen Phasen würden entscheidend dazu beitragen, die Qualität des hessischen Schulsystems weiter konsequent zu stärken.

Grundlage für die neue strukturelle und inhaltliche Ausrichtung des AfL ist das im Januar 2005 in Kraft getretene "Dritte Gesetz zur Qualitätssicherung in hessischen Schulen". Die Aufgabenbereiche des Hessischen Landesinstituts für Pädagogik (HeLP), das bislang für die Lehrerfort- und -weiterbildung verantwortlich war, wurden an die Staatlichen Schulämter, das neu ins Leben gerufene hessische Institut für Qualitätsentwicklung (IQ) und das bisher für Ausbildung zuständige Amt für Lehrerausbildung (jetzt Amt für Lehrerbildung) übertragen.

Ziel der Arbeit des AfL ist die kontinuierliche Weiterentwicklung der fachlichen Kompetenzen und der beruflichen Qualifikation der Lehrerinnen und Lehrer. An der Schnittstelle zwischen Universität und Schule verbindet das AfL fachwissenschaftliche, erziehungswissenschaftliche und didaktische Inhalte mit konkreten Fortbildungsmaßnahmen für die Berufspraxis. Eine besondere Rolle spielt dabei auch die neu etablierte Führungskräfte-Entwicklung, mit der Lehrerinnen und Lehrer auf die Übernahme von Leitungsaufgaben in Schule und Verwaltung vorbereitet werden sollen.

Organisatorisch gliedert sich das AfL in sechs Abteilungen: Die Abteilung I bearbeitet alle formalen und rechtlichen Angelegenheiten, die das Referendariat betreffen. Die Abteilungen II bis IV orientieren sich an den Lehrämtern "Grund-, Haupt-, Real- und Förderschulen", "Gymnasien" und "Berufliche Schulen". Sie koordinieren und beaufsichtigen die Arbeit der Studienseminare, führen die Zweiten Staatsprüfungen durch und entwickeln Angebote zur Fortbildung. Die Abteilung V ist für die Ersten Staatsprüfungen verantwortlich, koordiniert die wissenschaftliche Ausbildung an den Universitäten und bietet phasenübergreifende Projekte zur Lehrerbildung an. Die Abteilung VI befasst sich mit der Personalentwicklung im Bereich Schule und Schulverwaltung, wobei die Schulleiterqualifizierung einen besonderen Schwerpunkt bildet.


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