OECD-Studie bestätigt dringenden Handlungsbedarf für mehr Hochschulzugangsberechtigungen und mehr Studienplätze
Die Ergebnisse der neuesten OECD-Studie bestätigen, dass Deutschland bei Ausbildung des akademischen Nachwuchses immer mehr ins Hintertreffen gerät. "Wir brauchen aber mehr Studienberechtigte und mehr Studienplätze an unseren Hochschulen", sagte GEW-Landeschef Thomas Lippmann, zu diesen Ergebnissen.
13.09.2006 Sachsen-Anhalt Pressemeldung GEW Sachsen-AnhaltObwohl alle ernst zu nehmenden Zukunftsprognosen Chancen für Sachsen-Anhalt darin sehen, das Land zum innovativen Bildungs- und Wissenschaftsstandort auszubauen, schmücke sich die Landesregierung mit schwellender Brust, den Hochschulen lediglich keine weiteren Kürzungen zumuten zu wollen.
"Was wir brauchen ist jedoch die Rücknahme der massenhaften Studienzugangsbeschränkungen", sagte Lippmann. Im jetzt beginnenden Semester seien wieder ca. 70 Prozent der Studiengänge mit NC belegt.
Für die Aufnahme des im nächsten Jahr anstehenden doppelten Abiturjahrgangs, seien lediglich 250.000 Euro in den Landeshaushalt eingestellt worden. "Das entsetzt uns, erfüllt uns mit tiefer Sorge. Es zeugt von schlimmer Ignoranz gegenüber den Problemen des kommenden Abiturjahrgangs", sagte Lippmann.
Mit dieser Summe könne man nicht mal vier Professoren ein Jahr lang bezahlen. Selbst wenn die schöngerechneten Zahlen des Kultusministeriums von 1500 bis 2000 zusätzlichen Studienanfängern stimmten wäre das nicht einmal der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.
Seriöse Prognosen des Hochschulforschungsinstitutes Wittenberg und auch von der SPD im Dezember 2005 vorgelegte Zahlen, rechtfertigen mindestens das zwanzigfache, d.h. 5 Millionen Euro für 4000 zusätzliche Studienanfänger.
Hinzu kommen nach Auffassung der GEW zusätzliche Aufwendungen für die Berufsausbildung, um die Verdrängung von Absolventen der Sekundarschulen durch Abiturienten auszugleichen.
"Wenn wir die kommenden Abiturjahrgänge nicht im Land halten können, werden wir mit den nachfolgenden geburtenschwachen Jahrgängen unseres Akademikerbedarf nicht mehr decken können", sagte Lippmann.
"Wir brauchen ein Programm 'Vier mal 4000´, um die kommenden Jahre diese zusätzlichen Studierenden zum erfolgreichen Abschluss zu bringen. "Für diese vier Jahre müssen 4000 Studienplätze zusätzlich finanziert werden."
Der uns von der OECD erneut vorgehaltene Spiegel müsse endlich zum Umdenken führen, von der Grundschule bis zum Gymnasium zu fördern und nicht auszusortieren. Mehr Studienberechtigte müssten auch aus der Berufsausbildung kommen. Durch gezielte Förderung müsse auch die "Abschulung" vom Gymnasium der Vergangenheit angehören.
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