Ohne soziale Infrastruktur kein europäischer Hochschulraum

"Beim Bologna-Prozess geht es um mehr als die Vergleichbarkeit der neuen Bachelor- und Master-Abschlüsse. Ein einheitlicher europäischer Hochschulraum bis zum Jahre 2010 kann nur gelingen, wenn den Studierenden in Europa eine ausreichende soziale Infrastruktur zur Verfügung steht." Mit diesen Worten verlieh der Präsident des "European Council for Student Affairs" (ECStA), Achim Meyer auf der Heyde, seiner Forderung an die europäischen Bildungsminister Nachdruck, neben den Hochschulen und den Studierenden auch die Studentenwerke bzw. deren europäische Pendants als offizielle Partner anzuerkennen.

17.06.2005 Pressemeldung Deutsches Studierendenwerk

Auf einer gemeinsamen internationalen Konferenz mit dem "EUROSTUDENT Network" in Berlin erklärte Meyer auf der Heyde: "Die europäischen Bildungsminister haben erst kürzlich betont, wie wichtig die soziale Dimension des Bologna-Prozesses sei. Um diese soziale Dimension jedoch politisch gestalten zu können, müssen wir mehr über die wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen der Studierenden in Europa wissen." Der auf der Konferenz vorgestellte "EUROSTUDENT Report 2005" ist nach Auffassung von Dr. Jürgen Ederleh, Geschäftsführer der Hochschul-Informations-System GmbH (HIS), ein erster wichtiger Schritt hin zu einer gesicherten Datengrundlage. "Diese Datenerhebung muss nun regelmäßig wiederholt und auf alle am europäischen Hochschulraum beteiligten Länder ausgeweitet werden", forderte Ederleh. Die aktuelle Ausgabe des "EUROSTUDENT Report" liefert vergleichbare Eckdaten zu den studentischen Lebensbedingungen in elf europäischen Ländern.

ECStA-Präsident Meyer auf der Heyde will die soziale Dimension ins Zentrum der aktuellen Debatten um den europäischen Hochschulraum rücken, gleichauf mit Themen wie Bachelor/Master, Mobilität oder Qualitätssicherung: "Unsere Partnerorganisationen im ECStA, die die 'student services' in Europa bereitstellen, erwarten von den Bildungsministern, dass die soziale Infrastruktur auf der nächsten Bologna- Nachfolgekonferenz in London einen höheren Stellenwert hat. Denn letztlich hängt der Erfolg des Bologna-Prozesses ganz wesentlich von handfesten Dingen ab: von einer gesicherten Studienfinanzierung, preiswertem Wohnraum, der Möglichkeit, neben dem Studium arbeiten zu können oder unkompliziert eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. Davon hängt auch ab, ob Studierende aus ärmeren Ländern vom europäischen Hochschulraum profitieren können."

Hintergrund: ECStA, EUROSTUDENT Network

Dem 1999 gegründeten "European Council for Student Affairs" mit Sitz in Brüssel gehören 17 Organisationen aus elf europäischen Ländern an, unter anderem das Deutsche Studentenwerk sowie die nationalen Studentenwerk-Dachverbände Frankreichs und Italiens. Die ECStA-Mitglieder betreuen über zehn Millionen europäische Studierende. Die Arbeitsschwerpunkte sind: Studienfinanzierung, Wohnen, Verpflegung, Beratung, Mobilitätsförderung und studentische Kulturarbeit.

Weitere Informationen: [www.ecsta.org]

Das "EUROSTUDENT Network" ist ein freiwilliger Zusammenschluss von europäischen Forschungseinrichtungen, die in ihren Ländern nach einer gemeinsamen Methode Sozialerhebungen zu den studentischen Lebensbedingungen durchführen.
Weitere Informationen: www.his.de/eurostudent

Auf der gemeinsamen Konferenz des ECStA und des EUROSTUDENT Networks am 16. und 17. Juni wurde der "EUROSTUDENT Report 2005" vorgestellt, der unter der Koordination von HIS, Hochschulinformations-System GmbH in Hannover, entstanden ist und finanziell vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Europäischen Kommission gefördert wurde. Der EUROSTUDENT Report 2005 steht im Internet zum Download bereit (im .pdf-Format): www.his.de/eurostudent/report2005.pdf

Die gemeinsame Deklaration des ECStA und des EUROSTUDENT Networks finden Sie hier (im .pdf-Format): www.studentenwerke.de/pdf/ECStA_Eurostudent_Deklaration.pdf


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