Große Koalition

Personaloffensive für wissenschaftlichen Nachwuchs

(red/pm) Mit einer Personaloffensive will die Große Koalition gegen die meist prekären Arbeitsbedingungen und mangelnden Perspektiven des wissenschaftlichen Nachwuchses an Hochschulen und Forschungseinrichtungen vorgehen. Dies haben die Fraktionsspitzen von Union und SPD gestern auf ihrer Klausurtagung in Göttingen beschlossen.

17.04.2015 Artikel
  • © bikl.de

Dafür sollen von 2017 an für zehn Jahre insgesamt eine Milliarde Euro eingesetzt werden. In einer ersten Stellungnahme hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft diese Pläne begrüßt. Gleichzeitig hat sie auf mögliche Probleme hingewiesen. So dürfe die ´Personaloffensive für den wissenschaftlichen Nachwuchs` nicht die Fehler der bisherigen Bund-Länder-Programme wiederholen, die zur Ausweitung befristeter Beschäftigung an den Hochschulen beigetragen hätten. "Im Gegenteil: Eine ´Personaloffensive` muss auf Nachhaltigkeit angelegt sein und gezielt die Stabilisierung von Beschäftigung fördern", sagte Andreas Keller, stellvertretender GEW-Vorsitzender und Hochschulexperte, am Freitag in Frankfurt am Main.

Die Bildungsgewerkschaft hat deswegen vorgeschlagen, so genannte Tenure-Track-Modelle an den Hochschulen einzuführen und zu fördern. Ein Tenure Track eröffne Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Perspektive einer dauerhaften Beschäftigung, wenn sie mit ihrer Einrichtung vereinbarte Entwicklungsziele in Forschung, Lehre und Wissenschaftsmanagement erreichen. "Ein neues Bund-Länder-Programm muss gezielt Anreize für die Hochschulen setzen, auf Grundlage einer vorausschauenden Personalentwicklungsplanung berechenbare Karrierewege zu schaffen", sagte der Hochschulexperte.

Das von der Großen Koalition eingeplante Geld soll in ein gemeinsames Programm mit den Bundesländern fließen. Außerdem soll der Bund Hochschulen dabei unterstützen, moderne Personalentwicklungskonzepte aufzulegen.

Erst kürzlich hatten Forscher der Ruhr-Universität Bochum die Karrierebedingungen im deutschen Hochschulsystem untersucht und den Universitäten attestiert, dass sie gegen den eigenen Nachwuchs arbeiten.


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