Philologenverband zur Lehrerbedarfsprognose der KMK bis 2020
Trotz der KMK-Lehrerbedarfsprognose, wonach bis 2020 im Gymnasialbereich 60 Prozent mehr Lehramtsbewerber zur Verfügung stehen werden, als eingestellt werden können, appelliert der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, an die Abiturientinnen und Abiturienten, sich dadurch nicht generell von ihrem Wunsch, Gymnasiallehrer werden zu wollen, abschrecken zu lassen.
30.06.2011 Pressemeldung Deutscher Philologenverband (DPhV)"Die deutschen Gymnasien haben auch in Zukunft wegen der angestiegenen Pensionierungszahlen und der anwachsenden Übertrittsquoten einen hohen Einstellungsbedarf", sagte Meidinger.
Allerdings zeichne sich eine Trendwende hin zu einem sehr gespaltenen Lehrerarbeitsmarkt im Gymnasialbereich ab. Während sich in den sprachlichen, geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern in den alten Bundesländern ein klares Überangebot in den nächsten 10 Jahren absehen lasse, gebe es in den so genannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) nach wie vor einen großen Mangel. Ebenso steige der Einstellungsbedarf in den neuen Ländern allmählich an, da dort die so genannte "Pensionierungs- und Verrentungswelle" erst jetzt einsetze.
Der Verbandschef forderte die am gymnasialen Lehramt interessierten Abiturientinnen und Abiturienten auf, sich über die landes-, fächer- und schulartspezifische Einstellungssituation genau zu informieren, sich gleichzeitig aber nicht zu schnell entmutigen zu lassen.
Meidinger betonte: "Wenn wir jetzt abrupt auf die Bremse treten würden, können wir aus dem Teufelskreis des ständigen dramatischen Wechsels von Lehrermangel und Lehrerüberangebot niemals ausbrechen. Ich fordere zudem die Länderregierungen auf, ihr Versprechen, die demographische Rendite an den Schulen zu belassen, umzusetzen. Die oft gehörte politische Ausrede, der derzeitige Lehrermangel lasse pädagogische Verbesserungen wie die Verkleinerung der Klassengrößen nicht zu, lässt sich zumindest im Gymnasialbereich in Zukunft nicht mehr uneingeschränkt verwenden. Aber nur, wenn die pädagogischen Rahmenbedingungen verbessert werden und die Wertschätzung des Lehrerberufs gestärkt wird, werden wir auch die notwendigen hochqualifizierten Bewerber bekommen!"
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