GWK-Bericht

Professorinnen sind öfter teilzeitbeschäftigt und befristet angestellt als ihre männlichen Kollegen

In dem aktuellen Bericht der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) zu "Frauen in Hochschulen und außerhochschulischen Forschungseinrichtungen (2011/2012)" werden erstmals auch die Geschlechterunterschiede bei befristet und bei in Teilzeit Beschäftigten analysiert: Von 8.526 Professorinnen an Hochschulen sind 10,4 Prozent teilzeitbeschäftigt, bei Professoren liegt der Anteil bei 5,9 Prozent. Damit sind Professorinnen an Hochschulen fast doppelt so oft teilzeitbeschäftigt wie Männer. Befristet angestellt sind 24,3 Prozent der Professorinnen, aber nur 16,3 Prozent der Professoren.

11.12.2013 Pressemeldung Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern

Nimmt man als Bezugsgröße den Frauenanteil in der jeweiligen Kategorie Teilzeitbeschäftigung und befristete Beschäftigung, so ist der jeweilige Anteil von Professorinnen höher als der Frauenanteil Professuren an Hochschulen insgesamt.

Das gleiche Bild ergibt sich für den wissenschaftlichen Mittelbau an Hochschulen sowie für das Wissenschaftliche Personal bei der Fraunhofer-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Leibniz-Gemeinschaft und bei der Max-Planck-Gesellschaft: Auch hier ist der jeweilige Anteil von Frauen, die in Teilzeit oder befristet beschäftigt sind, höher als ihr Anteil am Personal insgesamt.

Der GWK-Bericht zeigt weiterhin, wie sich seit Beginn der ersten Datenerhebung im Jahr 1992 der Anteil der Frauen an Hochschulen bis zum Jahr 2011 verändert hat:

  • Bei den Erstimmatrikulationen von 43,3 Prozent auf 46,6 Prozent
  • Bei den Studienabschlüssen von 39,6 Prozent auf 51,0 Prozent
  • Bei den Promotionen von 28,9 Prozent auf 44,9 Prozent
  • Bei den Habilitationen von 12,9 Prozent auf 25,5 Prozent
  • Bei den Professuren von 6,5 Prozent auf 19,9 Prozent

Der Anteil der Professorinnen an Hochschulen ist zwischen 1992 bis 2011 kontinuierlich angestiegen: Er wuchs in diesem Zeitraum von 6,5 Prozent auf 19,9 Prozent. Differenziert man allerdings nach Besoldungsgruppen, so zeigt sich für das Jahr 2011: Je höher die Besoldungsgruppe, desto niedriger der Anteil der Frauen. Der Anteil der W1-Professorinnen an Hochschulen insgesamt liegt bei 38,6 Prozent, der C3/W2- Professorinnen bei 20,6 Prozent und der C4/W3- Professorinnen bei 15,5 Prozent.

Die aktuelle Datenerhebung der GWK macht deutlich, dass es weiterhin intensiver Bemühungen zur Förderung von Frauen in der Wissenschaft und Forschung bedarf. Wichtige forschungspolitische Instrumente zur Erhöhung des Anteils von Frauen auch in anspruchsvolleren Positionen des Wissenschaftsmanagements sind etwa der Beschluss der GWK zur Festlegung flexibler Zielquoten in den außeruniversitären Forschungsorganisationen und die von der DFG 2008 verabschiedeten Gleichstellungsstandards mit dem sogenannten Kaskadenmodell als Leitgedanke. Das Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder ist ein Beispiel für eine erfolgreiche spezifische Fördermaßnahme.

Der neue Bericht "Frauen in Hochschulen und außerhochschulischen Forschungseinrichtungen" liegt nun für den Zeitraum 2011/2012 vor. Er ist online unter www.gwk-bonn.de/fileadmin/Papers/GWK-Heft-34-Chancengleichheit.pdf abrufbar und in Kürze als Heft 34 der "Materialien der GWK" beim Büro der GWK erhältlich. Mit der aktualisierten Fortschreibung leistet die GWK einen wichtigen Beitrag zur transparenten Berichterstattung über die Entwicklung seit mehr als 25 Jahren, in denen die Förderung von Chancengleichheit ein wichtiges wissenschaftspolitisches Anliegen von Bund und Ländern ist.


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