Programm zur Kinderbetreuung für das wissenschaftliche Personal an Hochschulen

Für das wissenschaftliche Personal der baden-württembergischen Hochschulen wird ein Programm zur Kinderbetreuung ins Leben gerufen, das auf die spezifische Situation dieser Berufsgruppe ausgerichtet ist.

17.03.2006 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

"Das Programm ist ein zusätzlicher Baustein zu unserem Projekt Kinderland Baden-Württemberg, womit wir die Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter verbessern wollen. Für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist dies angesichts teilweise unregelmäßiger und atypischer Arbeitszeiten besonders schwierig. Die meisten Kinderbetreuungseinrichtungen haben feste Öffnungszeiten, die kaum mit dem Arbeitsalltag eines Wissenschaftlers oder einer Wissenschaftlerin in Einklang gebracht werden können. Hier wollen wir zusätzliche Hilfe ermöglichen", erklärten Ministerpräsident Günther H. Oettinger und Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg am Freitag (16. März 2006) in Stuttgart.

Von der Verbesserung der Kinderbetreuung würden zwar beide Elternteile profitieren, darüber hinaus sei die Maßnahme jedoch auch ein wichtiges Element der Frauenförderung. "Die Erhöhung des Frauenanteils in den Wissenschaften ist eines unserer hochschulpolitischen Ziele. Zwar haben sich die Relationen in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Weitere Anstrengungen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind jedoch dringend nötig. Eine gesicherte und passgenaue Kinderbetreuung spielt hierbei eine wichtige Rolle", unterstrich der Ministerpräsident.

"Unsere Erhebungen haben ergeben, dass es an den Hochschulen bereits einige Angebote gibt. Diese reichen jedoch nicht aus", erklärte Minister Frankenberg. Besondere Versorgungslücken bestünden bei den unter dreijährigen Kindern. "Um den Besonderheiten der verschiedenen Hochschulstandorte und Hochschularten gerecht werden zu können, brauchen wir spezifische Lösungen, die nicht durch ein Einheitskonzept abgedeckt werden können. Mit unserem Programm wollen wir innovative Kinderbetreuungskonzepte der Hochschulen vorrangig für Kleinkinder bis drei Jahre fördern. Ziel ist es, geeignete Initiativen anzustoßen und zu unterstützen", betonten Ministerpräsident Oettinger und Wissenschaftsminister Frankenberg.

Die Betreuung kann Frankenberg zufolge auf mehrere Arten realisiert werden, beispielsweise durch die Beteiligung am Angebot einer externen Einrichtung, auf der Basis einer Kooperation mehrerer benachbarter Hochschulen oder durch die Einrichtung hochschuleigener Betreuungsplätze. Der Umfang der Förderung durch das Land betrage - nach Abzug weiterer öffentlicher Zuschüsse - ein Drittel der Betriebskosten. Ein Drittel sei von den Hochschulen zu tragen, ein weiteres müsse durch Elternbeiträge finanziert werden.

Für das Programm stünden jährlich Mittel in Höhe von 1,5 Mio. Euro zur Verfügung. Im Rahmen der Ausschreibung, die in Kürze für alle Hochschularten des Landes erfolgen solle, könnten bis zum 1. Dezember 2006 innovative Kinderbetreuungskonzepte beim Wissenschaftsministerium eingereicht werden.


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