Richtfest zum Neubau für das Institut für Biochemie der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig am 18.08.2004

Staatsminister Dr. Matthias Rößler Grußwort anlässlich des Richtfestes zum Neubau für das Institut für Biochemie der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig am 18.08.2004 Auszüge

18.08.2004 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus

***Es gilt das gesprochene Wort***

Bereits mit dem Neubau des Max-Bürger-Forschungszentrums gleich nebenan, das im Frühjahr 2000 übergeben werden konnte, sind exzellente Voraussetzungen für die medizinische Forschung der Institute für Immunologie und Virologie geschaffen worden. Gleichzeitig wurde einer Forderung des Wissenschaftsrates entsprochen, indem die räumlichen Voraussetzungen für die interdisziplinäre Forschungszusammenarbeit wesentlich verbessert wurden.

Die Attraktivität der Medizinischen Fakultät konnte so schlagartig erhöht werden - dies gilt sowohl für Wissenschaftler aus dem In- und Ausland als auch für die Einwerbung von Drittmitteln.

In einem 2. Schritt wird nunmehr diese Entwicklung fortgesetzt und ein Neubau für die Unterbringung des Instituts für Biochemie errichtet. Damit erhält das Institut ebenfalls ideale Bedingungen, um seinen vielfältigen Aufgaben im Bereich von Forschung und Lehre gerecht zu werden.

Die unmittelbare Nähe zum Max-Bürger-Forschungs-zentrum gewährleistet zweierlei:

  • zum einen die flexible Nutzung der (dort befindlichen) Forschungsflächen auch für die Forschergruppen der Biochemie

 

  • und zum anderen eine optimale Verzahnung mit den Schwerpunkten des Interdisziplinären Zentrums für klinische Forschung.

Das neue Gebäude mit ca. 2.200 m² Hauptnutzfläche bietet modernste Arbeitsmöglichkeiten für die Lehrstühle Allgemeine Biochemie und Molekulare Biochemie.

Für die Wissenschaftler, Doktoranden und Diplomanden stehen 45 Labore, darunter 26 Labore der Sicherheitsklasse S 2 zur Verfügung.

Der Professur für Molekulare Biochemie wurde im Rahmen des BMBF-Programms "Forschungsförderung Neue Bundesländer" neu etabliert. Im Verbund mit einer weiteren vorklinischen Professur der Physiologie widmet sich dieser Bereich dem Schwerpunkt "Angewandte Zellbiologie".

Zielstellung dieses Verbunds ist es, Defizite in der molekularbiologischen Grundlagenforschung zu überwinden und die Interaktionen zur klinischen Forschung deutlich zu verbessern.

Die intensive Zusammenarbeit zwischen Forschergruppen am Institut für Biochemie und klinisch orientierten Arbeitsgruppen fördert dieses Ziel auf breiter Ebene. Sie trägt dazu bei, ein international beachtetes Niveau in der klinisch-experimentellen Forschung der Medizinischen Fakultät Leipzig zu erreichen.

Alle Abteilungen des Instituts sind aktiv an der Einwerbung von Drittmitteln von der Deutschen Forschungsgemeinschaft aber auch von Partnern der Industrie zur Finanzierung Ihrer Forschungstätigkeit beteiligt.

Die biochemische Ausbildung der Studenten der Human- und Zahnmedizin ist für ein erfolgreiches klinisches Studium unerlässlich.

Im Rahmen der vorklinischen Ausbildung erlangen die künftigen Medizinerinnen und Mediziner grundlegende Kenntnisse über biochemische Prozesse und Zusammenhänge.

Die erforderlichen Kurs- und Praktikumsräume dafür werden durch die Modernisierung des Gebäudekomplexes Liebigstraße 27 zum Studienzentrum als vorgezogene Maßnahme realisiert.

Die hohe Qualität der Medizinerausbildung in Sachsen wurde erst kürzlich wieder bestätigt. Laut einer jüngst vom Zentrum für Hochschulentwicklung durchgeführten Befragung von Medizin-Absolventen zur Medizinerausbildung haben die sächsischen Medizinfakultäten Bestnoten erhalten. Unter 33 Bildungseinrichtungen haben die 5000 befragten Absolventen die Universität Leipzig auf den hervorragenden vierten Platz und die Universität Dresden auf Platz 10 gesetzt. Beiden Universitäten wurde in der Gesamteinschätzung eine gute Vorbereitung auf das Berufsleben der künftigen Ärzte bescheinigt.

Auf diese Wertschätzung können wir stolz sein, meine Damen und Herren. Sie zeigt, dass die enormen Investitionen, die in die beiden Standorte geflossen sind, Früchte tragen.

Meine Damen und Herren,

es gibt kaum ein Thema, das mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt ist, als die medizinische Versorgung der Bevölkerung auf hohem Niveau.

Das Universitätsklinikum muss sich tief greifenden Veränderungen, die mit einschneidenden Sparmaßnahmen verbunden sind, stellen. Die Antwort darauf kann nur in einer Erhöhung der Effektivität in der Krankenversorgung liegen. Die Weichen dazu hat der Klinikumsvorstand gestellt und der Aufsichtsrat mit der fortgeschriebenen Entwicklungsplanung beschlossen. Kernstück dieser Planung ist neben dem bereits bezogenen Neubau des Chirurgischen Zentrums die Errichtung des Konservativen Zentrums und des Kinder-Frauen-Zentrums entlang der Liebigstraße. Für beide Neubauten stellt der Freistaat Sachsen Investitionsmittel in Höhe von 195 Mio Euro zur Verfügung.

Aber nicht nur das Universitätsklinikum muss sich gravierenden Strukturreformen stellen. Auch die Medizinische Fakultät muss Forschung und Lehre so strukturieren, dass sie zukünftig die finanziellen Rahmenbedingungen einhält. Auch dafür stellt der Freistaat Sachsen gemeinsam mit dem Bund im Rahmen der Hochschulbauförderung enorme Mittel zur Verfügung. In dem noch dieses Jahr zu verabschiedenden 34. Rahmenplan wird der Umbau der alten Hautklinik zum zentralen Forschungsgebäude mit 52 Mio Euro gesichert.

Modernisierung und Umbau des Gebäudekomplexes in der Liebigstraße zum Studienzentrum für die Fakultät ist mit 30 Mio Euro veranschlagt und wird ebenfalls mit Verabschiedung des 34. Rahmenplans sichergestellt.

Diese anspruchsvollen Ziele können nur erreicht werden, wenn Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum zuverlässig und vertrauensvoll zusammenarbeiten. Ein wichtiger Schritt dazu ist mit der Unterzeichnung des dreiseitigen Vertrages zwischen Landesregierung, Universitätsklinikum und Universitätsleitung getan.


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