Sonderforschungsbereiche/Transregio der DFG: Drei der bundesweit acht Neubewilligungen sowie sechs Verlängerungen gehen nach Bayern

Der Einrichtung von drei neuen Sonderforschungsbereichen/Transregio unter Federführung einer bayerischen Universität und eines neuen Sonderforschungsbereichs/Transregio mit Beteiligung einer bayerischen Universität sowie der Fortführung von sechs bestehenden Sonderforschungsbereichen bzw. Transregio hat der Bewilligungsausschuss bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gestern zugestimmt.

21.05.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Damit, so Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel am Mittwoch nach der Entscheidung des Bewilligungsausschusses, konnten Bayerns Universitäten in dieser Bewilligungsrunde ein hervorragendes Ergebnis erzielen: Drei der bundesweit acht Neubewilligungen gehen nach Bayern. Insgesamt erhalten zehn Anträge mit bayerischer Beteiligung – davon acht Vorhaben unter bayerischer Federführung – die begehrte, hochkarätige Förderung. "Die Bewilligung von Sonderforschungsbereichen durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft ist ein besonderes Gütezeichen für die Forschung an einer Universität", betonte Goppel. Sonderforschungsbereiche werden nach einem strengen Begutachtungsverfahren mit hohen Qualitätsanforderungen vergeben und bedeuten für die Universitäten einen Zuwachs an Stellen und Mitteln für den jeweiligen Forschungsbereich. Von den neuen Sonderforschungsbereichen/Transregio profitieren die Technische Universität München, die Universität Würzburg und die Universität Regensburg. Ihre bereits laufenden Sonderforschungsbereiche bzw. Transregio fortführen können auf Grund der Bewilligungsentscheidung die Universität Erlangen-Nürnberg, die Universität München und die Universität Würzburg.

Thematisch gehören die bewilligten Vorhaben überwiegend der Medizin und den Lebenswissenschaften an. Aber auch Raumfahrttechnologie, Informatik und Physik sind vertreten.

Der neue Sonderforschungsbereich/Transregio "Technologische Grundlagen für den Entwurf thermisch und mechanisch hochbelasteter Komponenten zukünftiger Raumtransportsysteme" (TRR 40) ist ein Gemeinschaftsprojekt der Technischen Universität München (Sprecherhochschule), der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, der Technischen Universität Braunschweig, der Universität der Bundeswehr München und der Universität Stuttgart. Der Transregio befasst sich mit Raketenantrieben und ihrer Integration in das Gesamtsystem. Durch Modellbildung sollen gekoppelte Systeme untersucht, effiziente Simulationsverfahren entwickelt und schließlich zur Anwendungsreife geführt werden. Die wichtigsten Ziele sind die Gewinnung neuer Schubdüsenkonzepte, alternativer Treibstoffe und einer Brennkammeroptimierung, neuer Methoden für die Kontrolle der Heckströmung sowie innovativer Kühlmethoden für Antriebskomponenten. Vorgesehen sind auch zwei Transferprojekte in Kooperation mit der Astrium Space Transportation GmbH in Ottobrunn.

Unter dem Titel "Transkriptionelle Programmierung individueller T-Zell-Populationen" (TRR 52) arbeiten Wissenschaftler der Universität Würzburg (Sprecherhochschule), der Freien Universität und der Humboldt-Universität Berlin (Charité Berlin) sowie der Universität Mainz zusammen. Im Mittelpunkt steht die Gewinnung neuer Erkenntnisse zur Funktion einer zentralen Zellpopulation des Immunsystems, insbesondere ihre Expression und Funktionsweise in vivo, die bisher nur unvollständig untersucht wurde. Aufbauend auf dieser Detailanalyse der molekularen Grundlagen sollen Erkenntnisse zur Entstehung von Autoimmun- und allergischen Erkrankungen wesentlich vertieft werden.

Der Sonderforschungsbereich/Transregio "Hadronenphysik mit Gitter-QCD" (TRR 55) der Universitäten Regensburg (Sprecherhochschule), Wuppertal, Graz und Bern hat die präzise Beschreibung der Eigenschaft stark wechselwirkender Elementarteilchen (Hadronen) zum Gegenstand. Hierzu wird interdisziplinäre Forschung in den Bereichen Grundlagenphysik, numerische Mathematik und Höchstleistungsrechnen betrieben. Dies ermöglicht die Eröffnung phänomenologischer Aussagen zu den Hadronen, welche den Dialog zwischen Theorie und Experiment zukunftsweisend fördern können. Im Rahmen des Transregio wird in Regensburg zusammen mit IBM ein Spezialrechner mit neuartiger Technologie gebaut werden.

Ziel des Sonderforschungsbereichs/Transregio "Furcht, Angst, Angsterkrankungen" (TRR 58) an den Universitäten Münster (Sprecherhochschule), Mainz, Würzburg und Hamburg ist die Entwicklung konkreter Risikoprofile für Angsterkrankungen, die den Weg für neue, individuell zugeschnittene Therapieformen bereiten können. Dies soll durch die Verbindung der wissenschaftlichen Kompetenz in den Bereichen Molekularbiologie, Genetik, Neurophysiologie, Psychologie, Psychiatrie und Bildgebung zur Verbesserung des Verständnisses der Grundlagen von Furcht, Angst und Angsterkrankungen sowie der Mechanismen von furchtbezogenem Verhalten erreicht werden.


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