Bär: „Wir entlasten die Wissenschaft von unnötiger Bürokratie“
Die Bundesregierung hat sich dem Ziel verschrieben, alle Lebensbereiche von überflüssigen bürokratischen Regelungen zu entlasten. Mit Blick auf die Wissenschaftslandschaft hat das BMFTR gemeinsam mit Universitäten und Projektträgern eine Arbeitsgemeinschaft Verwaltungsvereinfachung eingerichtet. Nun werden erste Entlastungen umgesetzt.
15.10.2026 Bundesweit Pressemeldung Bundesministerium für Forschung, Technologie und RaumfahrtDazu erklärt die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär: „Wir wollen, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen können, statt sich durch unnötige Bürokratie zu arbeiten. Deshalb sind wir seit Ende 2025 gemeinsam mit Hochschulen und Projektträgern tief in den ‚Maschinenraum‘ eingestiegen und haben die Förderverfahren genau unter die Lupe genommen – vom Antrag bis zur Abrechnung. Die ersten Vereinfachungen setzen wir jetzt um. Das verringert den Verwaltungsaufwand und schafft mehr Zeit für Forschung.“
Dr. Oliver Fromm, Kanzler der Universität Kassel und Sprecher des Arbeitskreises Entbürokratisierung der Kanzlerinnen und Kanzler der Universitäten Deutschlands, führt aus: „Weniger Unterschiede in den Verfahren, einfachere Abläufe und standardisierte Formulare entlasten die Hochschulen spürbar. Gleichzeitig wollen auch wir an den Hochschulen unsere eigenen Prozesse weiter vereinfachen und stärker digitalisieren. Der Austausch hat hier zu vielen neuen Erkenntnissen geführt. Davon profitieren am Ende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ebenso wie die Hochschulverwaltungen.“
Klaus Uckel, Sprecher des Netzwerks der Projektträger, ergänzt: „Gute Förderung braucht auch gute Kommunikation. Wenn bei einem Antrag Fragen entstehen, sollen künftig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und die zuständige administrative Ansprechperson der Hochschule gemeinsam mit dem Projektträger nach einer schnellen Lösung suchen. Und auch während der Projektlaufzeit schaffen wir mit einer zentralen Ansprechperson mehr Klarheit und kürzere Wege. Das hilft den Hochschulen – und erleichtert zugleich die Arbeit der Projektträger.“
Hintergrund
Ziel der Zusammenarbeit ist es, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Hochschulverwaltungen administrativ zu entlasten und dadurch mehr Zeit für die Forschung zu ermöglichen. Ausgangspunkt der Initiative war die Bitte des BMFTR an den Arbeitskreis Entbürokratisierung der Kanzlerinnen und Kanzler der Universitäten Deutschlands, konkrete Verbesserungsvorschläge aus Sicht der Hochschulpraxis zu formulieren. Zur gemeinsamen Bearbeitung der von den Universitäten erarbeiteten Themen wurde die AG Verfahrensvereinfachungen eingerichtet. Ihr gehören Fachleute aus dem BMFTR, den Projektträgern und den Universitäten an. Als Ergebnis der Zusammenarbeit werden nun in einem ersten Schritt unter anderem die folgenden Maßnahmen umgesetzt:
- Der Wechsel der Projektleitung von einer Einrichtung an eine andere unter Mitnahme eines laufenden Projekts wird vereinfacht – anders als bislang wird ein lückenloser Übergang für das Projekt und die häufig ebenfalls den Standort wechselnden Mitarbeitenden ermöglicht.
- Die Vorgaben für Beleg- und Gerätelisten werden einfacher – es gibt unverbindliche Vorlagen für diese Listen, aber auch die Möglichkeit, die notwendigen Inhalte aus eigenen Software-Systemen digital hochzuladen.
- Beantragung, Durchführung und Abrechnung von Dienstreisen und Veranstaltungen werden einfacher – bei der Antragstellung wird auf Details verzichtet, was Flexibilität und weniger Verwaltungsaufwand für die Projektdurchführung zur Folge hat.
Die Zusammenarbeit in Verbundvorhaben wird vereinfacht - schriftliche Kooperationsvereinbarungen zwischen Forschungspartnern sind nicht mehr generell verpflichtend, sondern nur noch in einzelnen Fallkonstellationen, etwa wenn ein besonderer Schutz der Verwertungsrechte an den gemeinsam erarbeiteten Forschungsergebnissen erforderlich ist.
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