Staatsministerin Barbara Ludwig: Hochschulen nicht schlecht reden!
"Wir haben absolut keinen Grund, unsere Hochschulen schlecht zu reden!" Das erklärte heute (19.12.) die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Barbara Ludwig, anlässlich der hochschulpolitischen Ausführungen des Ministerpräsidenten.
19.12.2005 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und TourismusEr hatte sich in einem Interview zur Ausgestaltung eines künftigen sächsischen Hochschulgesetzes, dessen Novelle zurzeit im Ministerium für Wissenschaft und Kunst erarbeitet wird, geäußert. Ministerpräsident Milbradt hatte u. a. erklärt: "Das alte System hat nicht funktioniert."
Dazu Staatsministerin Barbara Ludwig: "Das sehe ich anders, denn
- unsere Studierenden machen hervorragende Abschlüsse, die wegen ihrer Qualität weit über die Landesgrenzen hinaus hohe Anerkennung finden;
- die Forschungsergebnisse unserer Hochschulen sind Spitze und
- die Drittmitteleinwerbung ist – auch deshalb - überaus erfolgreich;
- die Rektoren, Professoren und Studenten bewältigen zurzeit mit großem Engagement bei der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge auch neue Aufgaben.
Das ist die Grundlage, auf der ich sagen kann: "Unsere Hochschulen sind bereit und in der Lage, noch viel mehr Verantwortung für ihre Angelegenheiten zu übernehmen."
Sie teile daher nicht – so Staatsministerin Barbara Ludwig weiter – die Auffassung des Ministerpräsidenten, dass Hochschulen von reinen Managern geleitet werden sollten: "Hochschulen sind keine Unternehmen und sollen auch keine werden. Ich bin davon überzeugt: Nur Rektorinnen und Rektoren, die auch die Praxis von Lehre, Forschung und Weiterbildung kennen, können eine Hochschule verantwortlich führen. Um unter den veränderten Rahmenbedingungen wie beispielsweise dem Wegfall des Hochschulrahmengesetzes oder den Anforderungen des Bologna-Prozesses besser reagieren zu können, sollen die Hochschulen zukünftig die Möglichkeit haben, eigene Antworten für ihre jeweilige Profilierung zu finden. Um diese auch erfolgreich umsetzen zu können, ist eine Einbeziehung aller Hochschul-Gruppen notwendig."
Der sozialdemokratische Koalitionspartner wird den Umgang des Ministerpräsidenten mit dem geplanten neuen Hochschulgesetz auf die Tagesordnung eines Koalitionsausschusses im Januar setzen.
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