Staatssekretär Krebs unterzeichnet neue Zielvereinbarung mit Fachhochschule Bielefeld
Nordrhein-Westfalen geht den nächsten Schritt seiner innovativen Hochschulpolitik: In diesen Wochen schließt das Ministerium für Wissenschaft und Forschung mit den 26 staatlichen Universitäten und Fachhochschulen des Landes die zweite Runde der Zielvereinbarungen ab.
18.03.2005 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-WestfalenWissenschaftsstaatssekretär Hartmut Krebs und die Rektorin der Fachhochschule Bielefeld, Professorin Dr. Beate Rennen-Allhoff, unterzeichneten heute (18.03.) in Bielefeld die Zielvereinbarung der zweiten Generation.
Staatssekretär Krebs: "Seit 2002 vollziehen wir in Nordrhein-Westfalen konsequent den Wechsel von der Hochschulsteuerung im Detail zur Hochschulkoordinierung. An die Stelle von Erlassen und Einzelentscheidungen treten Absprachen über Ziele und Entwicklungspotentiale jeder Hochschule. Land und Hochschule sind Vertragspartner, die miteinander einen gemeinsamen Weg zum Wohl des Hochschulstandorts Nordrhein-Westfalen festlegen. Im Kern geht es um die Profilbildung der Hochschulen, um die Stärkung ihrer nationalen und internationalen Wettbewerbsfähigkeit." Auch wenn der Vertrag selbst eine Laufzeit von zwei Jahren hat, reicht der Planungshorizont zur fachlichen Entwicklung der Hochschulen bis zum Jahre 2010. In den Zielvereinbarungen werden unter anderem Profilbereiche vereinbart, in denen die Hochschulen ihre besonderen wissenschaftlichen Stärken entwickeln bzw. konsolidieren.
Damit stellen die Zielvereinbarungen ein wesentliches Element im Hochschulkonzept 2010 dar, das das Wissenschaftsministerium vor einem Jahr als Reformpaket auf den Weg gebracht hat und das darauf abzielt, die Hochschulen zu modernisieren, sie stärker auf den internationalen Wettbewerb einzustellen, Eigenverantwortung zu stärken und nachhaltige Qualitätssicherung auszubauen. Krebs: "Nordrhein-Westfalen ist mit dem Hochschulkonzept 2010 insgesamt ein Reformmotor in Deutschland. Neben der zweiten Runde der Zielvereinbarungen und zunehmender Finanzfreiheit gehen wir seit Anfang dieses Jahres auch mit der Novelle des NRW-Hochschulgesetzes den Weg zu mehr Autonomie bei Personal und Organisation der Hochschulen. Zusammen mit Universitäten und Fachhochschulen gestalten wir in Nordrhein-Westfalen eine zielgerichtete Hochschulpolitik der Zukunft."
Die neuen Verträge schließen an die Zielvereinbarungen an, die das Land erstmals vor drei Jahren abgeschlossen hatte. Die Bilanz der ersten Vertragsrunde falle, so Staatssekretär Krebs, positiv aus. Es sei gelungen, die Hochschulen auf besondere Leistungsbereiche hin zu orientieren und daraus sichtbare Profile zu entwickeln.
Im Vorfeld der zweiten Zielvereinbarungen hatte das Wissenschaftsministerium landesweit schwächer ausgelastete Fächer einem systematischen Leistungsvergleich unterzogen. In einigen Fällen wurden dabei auch Arbeitsmarktperspektiven der Absolventen einbezogen. Daraus ergaben sich notwendige Anpassungen bei den Fachhochschulen zwischen 10 und 25 Prozent, unter anderem in den Lehr- und Forschungsbereichen Architektur, Chemieingenieurwesen/Chemie und Maschinenbau. Das entspricht einer Größenordnung von 3.164 Diplomstudienplätzen, die die Hochschulen in den nächsten Jahren für den Ausbau attraktiver Studienangebote nutzen können. Diese strukturellen Festlegungen bis 2010 bilden zusammen mit den Profilbereichen den Kern der Verträge.
Die Zielvereinbarung mit der Fachhochschule Bielefeld sieht vor, dass die Hochschule sich in den nächsten Jahren auf bestimmte Schwerpunkte konzentriert.
Als Profilbereiche wurden vereinbart:
- Maschinenbau (CAE)
- Gestaltung (Fotografie und Medien)
- Pflege und Gesundheit
- Integrales Bauen
- Sozialwesen (Global Social Work)
- Die Hochschule strebt außerdem die Ausformung weiterer Profilbereiche auf den Feldern "Wirtschaft und Recht" sowie "Elektrotechnik" an. In den Profilbereichen werden Wissenschaftler aus jeweils mehreren beteiligten Fächern der Hochschule zusammenarbeiten, um Forschung und Lehre auf interdisziplinärer Grundlage neu auszurichten und im internationalen Wettbewerb um Forschungsmittel erfolgreich konkurrieren zu können.
- Um ihre gute Position bei der Drittmitteleinwerbung zu behaupten und ihre Beteiligung an Landes-, Bundes- und EU-Programmen zu verbessern, will die FH Bielefeld den Aspekt der Existenzgründung bereits in den Curricula berücksichtigen, den Technologietransfer erleichtern und gemeinsam mit dem NRW-Patentverbund eine Patent- und Lizenzstrategie entwickeln. Außerdem sollen durch die Kooperation mit regionalen Bildungsträgern und durch die Einrichtung von Franchise-Studiengängen die Weiterbildungsangebote ausgebaut werden.
- Als zentrale wissenschaftliche Einrichtung soll ein Zentrum für interdisziplinäre Studien etabliert werden: Es soll fachbereichsübergreifende Studiengänge, Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowie Schwerpunkte und Kompetenzplattformen betreuen.
- Die Hochschule wird die Kooperation mit den regionalen Schulen durch gemeinsame Projekte mit Abschlussklassen (z.B. Hospitationen, Schulbesuche oder Lehrerberatungen) intensivieren. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Erhöhung des Frauenanteils in technischen Studiengängen gelegt.
Staatssekretär Krebs: "Die heute abgeschlossene Zielvereinbarung ist ein Beispiel für eine forschungsorientierte Profilbildung. Es ist der Fachhochschule Bielefeld gelungen, ihre Forschungs- und Entwicklungsleistungen sichtbar zu machen und Fächergrenzen innerhalb der Hochschule zu öffnen."
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