Staatssekretär Krebs unterzeichnet neue Zielvereinbarung mit Fachhochschule Dortmund
Nordrhein-Westfalen geht den nächsten Schritt seiner innovativen Hochschulpolitik: In diesen Wochen schließt das Ministerium für Wissenschaft und Forschung mit den 26 staatlichen Universitäten und Fachhochschulen des Landes die zweite Runde der Zielvereinbarungen ab.
24.03.2005 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-WestfalenWissenschafts-staatssekretär Hartmut Krebs und der Rektor der Fachhochschule Dortmund, Professor Dr. Eberhard Menzel, unterzeichneten heute (24.03.) in Dortmund die Zielvereinbarung der zweiten Generation.
Staatssekretär Krebs: "Seit 2002 vollziehen wir in Nordrhein-Westfalen konsequent den Wechsel von der Hochschulsteuerung im Detail zur Hochschulkoordinierung. An die Stelle von Erlassen und Einzelentscheidungen treten Absprachen über Ziele und Entwicklungspotentiale jeder Hochschule. Land und Hochschule sind Vertragspartner, die miteinander einen gemeinsamen Weg zum Wohl des Hochschulstandorts Nordrhein-Westfalen festlegen. Im Kern geht es um die Profilbildung der Hochschulen, um die Stärkung ihrer nationalen und internationalen Wettbewerbsfähigkeit."
Auch wenn der Vertrag selbst eine Laufzeit von zwei Jahren hat, reicht der Planungshorizont zur fachlichen Entwicklung der Hochschulen bis zum Jahre 2010. In den Zielvereinbarungen werden unter anderem Profilbereiche vereinbart, in denen die Hochschulen ihre besonderen wissenschaftlichen Stärken entwickeln bzw. konsolidieren.
Damit stellen die Zielvereinbarungen ein wesentliches Element im Hochschulkonzept 2010 dar, das das Wissenschaftsministerium vor einem Jahr als Reformpaket auf den Weg gebracht hat und das darauf abzielt, die Hochschulen zu modernisieren, sie stärker auf den internationalen Wettbewerb einzustellen, Eigenverantwortung zu stärken und nachhaltige Qualitätssicherung auszubauen. Krebs: "Nordrhein-Westfalen ist mit dem Hochschulkonzept 2010 insgesamt ein Reformmotor in Deutschland. Neben der zweiten Runde der Zielvereinbarungen und zunehmender Finanzfreiheit gehen wir seit Anfang dieses Jahres auch mit der Novelle des NRW-Hochschulgesetzes den Weg zu mehr Autonomie bei Personal und Organisation der Hochschulen. Zusammen mit Universitäten und Fachhochschulen gestalten wir in Nordrhein-Westfalen eine zielgerichtete Hochschulpolitik der Zukunft."
Die neuen Verträge schließen an die Zielvereinbarungen an, die das Land erstmals vor drei Jahren abgeschlossen hatte. Die Bilanz der ersten Vertragsrunde falle, so Staatssekretär Krebs, positiv aus. Es sei gelungen, die Hochschulen auf besondere Leistungsbereiche hin zu orientieren und daraus sichtbare Profile zu entwickeln.
Im Vorfeld der zweiten Zielvereinbarungen hatte das Wissenschaftsministerium landesweit schwächer ausgelastete Fächer einem systematischen Leistungsvergleich unterzogen. In einigen Fällen wurden dabei auch Arbeitsmarktperspektiven der Absolventen einbezogen. Daraus ergaben sich notwendige Anpassungen bei den Fachhochschulen zwischen 10 und 25 Prozent, unter anderem in den Lehr- und Forschungsbereichen Architektur, Chemieingenieurwesen/Chemie und Maschinenbau. Das entspricht einer Größenordnung von 3.164 Diplomstudienplätzen, die die Hochschulen in den nächsten Jahren für den Ausbau attraktiver Studienangebote nutzen können. Diese strukturellen Festlegungen bis 2010 bilden zusammen mit den Profilbereichen den Kern der Verträge.
Die Zielvereinbarung mit der Fachhochschule Dortmund sieht vor, dass die Hochschule in den nächsten Jahren bestimmte Schwerpunkte weiterentwickelt und ausbaut.
Als Profilbereiche wurden vereinbart:
- Mikrosensorik / Mikrosystemtechnik / Mikroelektronik
- Informatik, insbesondere Medizin- und Maschinenbauinformatik
- Fahrzeugtechnik (Entwicklung von Gas- und Dieselmotoren, Fahrzeugelektronik)
- Strukturwandel in Wirtschaft, Stadt und Gesellschaft
Die Kompetenzplattform "Kommunikationstechnik und angewandte Signalverarbeitung" bleibt bestehen und wird weiter ausgebaut.
- Die Internationalisierung der Hochschule soll durch die Einführung der konsekutiven Studiengänge Bachelor und Master weitergeführt werden.
- Die intensiven Lehr- und Forschungskooperationen der FH Dortmund - etwa die binationalen Studienangebote im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich, die eine Kombination des deutschen Abschlusses mit einem britischen, französischen, niederländischen oder spanischen ermöglichen - werden fortgeführt, und es werden weitere Kooperationen mit den Fachhochschulen in der Region angestrebt.
- Um den Übergang von der Schule zur Hochschule auch weiterhin noch zu verbessern, soll die Zusammenarbeit mit den regionalen Schulen durch eine verstärkte Einbindung von Mentorinnen und Mentoren unterstützt werden.
- Die Hochschule will ihre ständige Qualitätsverbesserung auch künftig mit ihrer Kosten- und Leistungsrechnung, dem Controlling mit umfangreichem Berichtswesen und der Evaluation fortlaufend optimieren.
Staatssekretär Krebs: "Die heute abgeschlossene Zielvereinbarung definiert die Entwicklungs- und Strukturziele der Fachhochschule Dortmund in anspruchsvoller Weise. So fokussiert die Hochschule ihre Aktivitäten auf innovative Schwerpunkte in Lehre und Forschung, die den regionalen und überregionalen Forschungstransfer fördern. Die stärkere Internationalisierung des Studienangebots mit Bachelor- und Masterstudiengängen trägt außerdem zur Stärkung eines attraktiven Ausbildungsangebots in der Region bei."
Keine Kommentare vorhanden