Steigende Studierendenzahlen und Personalabbau an den Thüringer Hochschulen
Im Vorfeld der 16. GEW-Landeshochschulkonferenz am 17.11.2007 im Intercity-Hotel in Erfurt stellt Thomas Hoffmann, Referatsleiter Hochschule und Forschung der GEW Thüringen, fest: "Auch in diesem Jahr steigen die Studierendenzahlen in Thüringen an. Die Personalstellenzahl an den Thüringer Hochschulen dagegen sinkt. Das ist für eine hohe Ausbildungsqualität kontraproduktiv."
13.11.2007 Thüringen Pressemeldung GEW ThüringenNach Auskunft der Thüringer Hochschulen studieren im Wintersemester 2007/2008 50.326 Studierende in Thüringen (Stand: Anfang November 2007). Damit ist die Studierendenzahl im Vergleich zum Wintersemester 2006/2007 wieder um ca. 1.200 Studierende gestiegen. Auch die Studienanfänger/innen-Zahlen nahmen leicht zu. Vergleicht man gar den Stand von 1991/1992, dann studiert heute das 3,35-fache an Studierenden an den Thüringer Hochschulen.
In der gleichen Zeit hat sich jedoch die Personalstellenzahl ständig verringert. Allein im Haushalt 2008 sollen im Vergleich zum Haushalt 2007 wieder 177 Stellen wegfallen. Im Vergleich zu 1992 müssen die Hochschulen in Thüringen 2007 mit etwa 4/5 der Stellen auskommen.
Im Klartext: Mit 81,3 % der Personalstellen von 1992 sollen 335 % der "Studierenden von 1992" ausgebildet werden.
"Die GEW Thüringen ist angesichts dieser Tatsachen der Meinung, dass es dringend notwendig ist, den Personalbereich an den Hochschulen auszubauen", so Thomas Hoffmann weiter. "Die Qualität der Lehre und der Betreuung der Studierenden darf nicht weiter absinken. Wir sind der Ansicht, dass gute Studienbedingungen ganz entscheidend die individuelle Dauer des Studiums beeinflussen und auch den Start in das Berufsleben entscheidend mit gestalten. Außerdem müssen die Bedingungen für die Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses dringend verbessert werden. Wir fordern die Thüringer Landesregierung auf, die Hochschulen aufgabengerecht mit Personal und Finanzen auszustatten. Hierzu sind Korrekturen im Landeshaushaltsentwurf 2008/2009 sowie die Entwicklung eines Thüringer Hochschulpaktes II notwendig, die die Hochschulen in die Lage versetzen, ihren Aufgaben mit hoher Qualität zu erfüllen."
Anfragen können gerichtet werden an
Marlis Bremisch
GEW Thüringen
Referentin für Hochschule, Forschung und Erwachsenenbildung
Heinrich-Mann-Str. 22, 99096 Erfurt
Tel.: (03 61) 5 90 95-21, Fax: (03 61) 5 90 95-60
E-Mail: bremisch( at )gew-thueringen.de
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