Baden-Württemberg

Studie belegt erneut problemlosen Berufseinstieg für Fachhochschulabsolventen

Nach den Ergebnissen der zweiten landesweiten Absolventenbefragung, die das Statistische Landesamt im Auftrag des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst und der beteiligten 18 baden-württembergischen Hochschulen und einer Kunstakademie im Jahr 2009 durchgeführt hat, haben rund 54 Prozent der Befragten unmittelbar nach ihrem Abschluss eine Erwerbstätigkeit gefunden. Dies betonte die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Carmina Brenner, heute vor der Presse. Damit, so Brenner, sei die Studie auch eine gute Orientierungshilfe für Studienanfängerinnen und Studienanfänger, bei der Wahl eines Studienganges.

25.06.2010 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Neben den 54 Prozent mit einem abhängigen Arbeitsverhältnis, wagten knapp 5 Prozent den Weg in die Selbstständigkeit. Rund 9 Prozent der Absolventen machte eine Praktikum und weitere 8 Prozent begannen eine Berufsausbildung, ein weiteres Studium oder eine Promotion. Fast 18 Prozent der Absolventen waren im Anschluss an ihr Studium arbeitslos bzw. arbeitssuchend gemeldet und fast 7 Prozent befanden sich in einer sonstigen Lebenslage (Elternzeit, Krankheit).

An dieser Studie nahmen rund 5 200 der knapp 20 800 Absolventen teil, die in den Prüfungsjahren 2004 und 2007 an den Fachhochschulen in Baden-Württemberg einen Abschluss erworben haben. Die Befragten beantworteten Ende 2009 hierzu freiwillig einen elektronischen Fragebogen mit rund 60 Fragen. Unter den Teilnehmern waren 32 Prozent Frauen und 68 Prozent Männer.

Innerhalb von drei Monaten und 16 Bewerbungsversuchen fanden die meisten eine berufliche Tätigkeit

Nach Beendigung des Studiums waren 86 Prozent der Absolventen auf Arbeitsplatzsuche. Rund 73 Prozent der Absolventen begann bereits während des Studiums mit der Suche. Durchschnittlich benötigten die Befragten drei Monate und 16 Bewerbungsversuche bis zur Erwerbstätigkeit.

Eine kurze Bewerbungsphase hatten die Absolventen der Fächergruppe "Ingenieurwissenschaften" mit durchschnittlich 2,2 Monaten und die Absolventen der "Mathematik, Naturwissenschaften" mit 2,4 Monaten. Die Hälfte dieser Befragten fand sogar innerhalb eines Monats eine Anstellung. Am meisten Geduld bei der Jobsuche mussten dagegen die Absolventen der "Sprach- und Kulturwissenschaften" und der "Kunst, Kunstwissenschaften" aufbringen. Diese benötigten im Schnitt 3,4 Monate bis zur Einstellung und 17 Bewerbungsversuche. Internet bei der Stellensuche am häufigsten genutzt

Von den Absolventen, deren Arbeitsplatzsuche erfolgreich war, fanden die meisten ihre Arbeitsstelle über das Internet (37 Prozent). Rund 26 Prozent der Absolventen gaben an, den Arbeitsgeber selbstständig angesprochen zu haben und knapp 24 Prozent konnten ihre Kontakte von früheren Praktika nutzen. Über den traditionellen Weg der Zeitungsannonce fanden schließlich 13 Prozent der Absolventen ihre Anstellung.

42 Prozent der Absolventen bereits mit Berufsausbildung vor dem Studium

Durchschnittlich hatten 42 Prozent der Absolventen bereits vor dem Studium eine Berufsausbildung abgeschlossen. Während des Studiums erweiterten rund 95 Prozent der Absolventen ihre praktischen Erfahrungen durch studienbegleitende Praktika oder praktische Studiensemester. 4 von 10 Absolventen verbrachten dabei ihr Praktikum oder eine Studienphase im Ausland. Bei der Hälfte der Befragten dauerte dieser Aufenthalt bis zu einem halben Jahr.

Rund 24 Prozent der Absolventen mit Einstiegsgehalt zwischen 40 000 Euro und 50 000 Euro im Jahr

Beim Berufseinstieg gaben zwei Drittel der Absolventen an, bis zu 40 000 Euro verdient zu haben. Weitere 24 Prozent hatten ein Einkommen von 40 000 Euro bis 50 000 Euro, rund 8 Prozent über 50 000 Euro. Unter den Männern und Frauen mit einer naturwissenschaftlichen Ausbildung oder Ingenieursausbildung verdienten jeweils 34 Prozent zwischen 30 000 Euro und 40 000 Euro und jeweils 29 Prozent zwischen 40 000 Euro und 50 000 Euro. Den geringsten finanziellen Ertrag erbrachten Abschlüsse in den Kunstwissenschaften und den Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften. Hier erhielten 8 von 10 Absolventen unter 30 000 Euro im Jahr für ihre erste Tätigkeit.

Zum Zeitpunkt der Befragung im Jahr 2009 waren insgesamt rund 90 Prozent der Hochschulabsolventen abhängig oder selbstständig beschäftigt. Davon übten 85 Prozent eine Tätigkeit im Angestellten- und Beamtenverhältnis aus. Rund 5 Prozent hatten sich selbstständig gemacht. Von den restlichen Absolventen durchliefen 4 Prozent ein weiteres Studium oder eine Promotion und knapp 3 Prozent waren auf Arbeitsplatzsuche. Weitere rund 3 Prozent der Absolventen befanden sich in Elternzeit, Kindererziehung oder konnten krankheitsbedingt keiner Erwerbstätigkeit nachgehen. Bei den Absolventen der "Kunst, Kunstwissenschaft" ist der Anteil der Selbstständigen mit 20 Prozent vergleichsweise hoch und der Anteil der Erwerbstätigen im Angestellten- und Beamtenverhältnis beträgt 66 Prozent.

Die Mehrheit der Absolventen hält ihre berufliche Situation im Hinblick auf ihre Ausbildung für angemessen (21 Prozent) oder überwiegend angemessen (42 Prozent). Weitere 28 Prozent der Absolventen schätzen ihre berufliche Situation jedoch als nur teilweise angemessen ein, 3 Prozent als nicht angemessen.

Rund 5 Prozent der Absolventen können ihre im Studium erworbenen Qualifikationen im beruflichen Alltag immer anwenden, gut ein Drittel sehr häufig. Knapp 43 Prozent können ihr Wissen nur manchmal einsetzen und weitere 17 Prozent selten.

Hohe Zufriedenheit im Beruf – Nachholbedarf bei Fort- und Weiterbildungs-möglichkeiten

Während rund 88 Prozent der Befragten mit den Tätigkeitsinhalten und 83 Prozent mit dem Betriebs- bzw. Arbeitsklima zufrieden oder sehr zufrieden sind, sind relativ viele Absolventen mit ihrer Einkommenssituation (19 Prozent), den Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten (19 Prozent) und den Aufstiegsmöglichkeiten (20 Prozent) unzufrieden bzw. sehr unzufrieden.


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