Studienstrukturprogramm soll Hochschullehre weiter verbessern
Durch ein Studienstrukturprogramm will der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, die Lehre an den hessischen Hochschulen weiter verbessern und gleichzeitig die aktuellen Veränderungsprozesse im Hochschulwesen unterstützen. Dazu zählt die Weiterentwicklung der inhaltlich wie strukturell neu gestalteten konsekutiven Studiengänge und die damit verbundene Notwendigkeit, für alle Prozesse in der Hochschule angemessene Qualitätssicherungsverfahren einzurichten.
13.04.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und KunstIm Rahmen des Studienstrukturprogramms stellt das Land den Hochschulen erstmals 2007 Mittel von 2,6 Millionen Euro zur Verfügung. Universitäten, Fach- und Kunsthochschulen beteiligen sich anteilig an den Kosten ihrer jeweiligen Projekte. Die Universitäten bringen insgesamt 1,5 Millionen Euro auf, womit sie mehr als 50 Prozent beisteuern; die Fach- und Kunsthochschulen tragen einen Eigenanteil von 25 Prozent oder knapp 327.000 Euro. "Alles in Allem werden für das Studienstrukturprogramm mithin aus öffentlichen Mitteln mehr als 4,4 Millionen Euro bereitgestellt", sagte der Minister.
52 Anträge aus den Hochschulen werden jetzt gefördert; 65 waren vorgelegt worden. Thematische Schwerpunkte sind die Weiterentwicklung von Lehr- und Lernformen, das Qualitätsmanagement und die Unterstützung der Effizienzkontrolle in allen Hochschulstudiengängen. Bemerkenswert hoch ist die Zahl der Anträge im Bereich der wissenschaftlichen Weiterbildung und des Familienaudits. Ein großer Teil der Projekte ist auch schon für das nächste Jahr beantragt worden. "Das Programm, das den hohen Stellenwert der Hochschullehre belegt, wird fortgesetzt", hob der Minister hervor.
Drei Beispiele für Einzelprojekte im Rahmen des Studienstrukturprogramms:
1. Einrichtung qualitätsverbessernder Strukturen in Studium und Lehre: An der Universität Marburg, wo der Übergang zu gestuften Studiengängen weit fortgeschritten ist, sollen innerhalb von zwei Jahren neue Strukturen und Abläufe in Organisation, Verwaltung und Planung von Lehre und Studium entwickelt, erprobt und verstetigt werden. Optimieren will man Studienberatung und Service- und Informationssysteme für Lehrende und Studierende, profilvergleichende Auswahl- und Zulassungskriterien von Studierenden zu Master- und Promotionsstudiengängen sowie Strukturierung und Evaluation von Studienprogrammen und Modulen nach Effizienzkriterien.
2. Geisenheimer Doktorandenkolleg "Reaktionen von Pflanzen und Mikroorganismen auf Umweltstress": Hier wird die Einwirkung von Umweltstress auf Inhaltsstoffe und Stoffwechselreaktionen bei wein- und gartenbaulichen Kulturen sowie auf Mikroorganismen untersucht. Im Rahmen dieses Themenschwerpunkts soll die Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses neu organisiert werden. Ziel ist es, ein Forschungszentrum im Wein- und Gartenbau für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Verbindung mit der Forschungsanstalt Geisenheim auf- und auszubauen.
3. "Weiterbildungs-Masterprogramm Industrial Engineering": Damit werden die Angebote der Universität Kassel in der Management-Weiterbildung ausgebaut und vor allem für Hochschulabsolventen erweitert. Die hohe Nachfrage ergibt sich aus der Möglichkeit, dass diese Programme berufsbegleitend studiert werden können und dass sie auch dann finanzierbar sind, wenn die Arbeitgeber die Kosten nicht übernehmen.
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