Unbürokratische Anrechnung von Studienleistungen soll europäische Studierende noch mobiler machen
Eines der Kernziele der europäischen Studienreform ist die Erhöhung der Mobilität von Studierenden. Dazu muss die Anerkennung von Studienleistungen, die im Ausland erbracht wurden, möglichst klar und verlässlich geregelt sein. Wie kann das innerhalb des Europäischen Hochschulraums am besten sichergestellt werden? Mit diesem Thema beschäftigten sich 200 Expertinnen und Experten aus Hochschuleinrichtungen, Wissenschaftsorganisationen und Qualitätssicherungsagenturen auf Einladung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) in Bonn.
11.11.2011 Pressemeldung HochschulrektorenkonferenzNötig sei, so der Tenor der Veranstaltung, vor allem eine pragmatische Anwendung der Vergleichskriterien. Die Gleichwertigkeit, nicht die Gleichartigkeit von Studienleistungen müsse in der Praxis über die Anrechnung entscheiden. Die Anerkennungspraxis solle von Vertrauen in die Qualität anderer nationaler Wissenschafts- und Studiensysteme geprägt sein.
Die Konferenz befasste sich auch mit den Erfahrungen von Studierenden, die über ihre Eindrücke berichteten. Nicht nur sie monierten, dass im Alltag die Anerkennungsverfahren oft nicht ausreichend flexibel und transparent verliefen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz waren sich einig, dass kleinere Abweichungen von Studieninhalten nicht zur Verweigerung der Anerkennung seitens der heimischen Hochschule führen dürfen. Die Grundlagen für eine liberale und gleichzeitig verantwortungsvolle Anerkennungspraxis seien vorhanden: Mit der "Lissabon-Konvention" wurde ein rechtlich verbindlicher Rahmen geschaffen, ein Leistungspunktesystem wie ECTS erleichtere den Vergleich von Studienleistungen.
Die Konferenz verwies auf die hohe Verantwortung von Hochschulen und deren Prüfungsausschüssen, internationale Bildungskarrieren zu fördern. Die Hochschulrektorenkonferenz wird die deutschen Hochschulen mit verschiedenen Publikationen und Handreichungen zu Prozessabläufen und guter Praxis von Anerkennung und Anrechnung begleiten.
Weitere Informationen zur Veranstaltung unter www.hrk.de/de/home/91_6376.php
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