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Was hemmt die wissenschaftliche Karriere vieler Frauen?

Frauen sind im Wissenschaftsbetrieb unübersehbar unterrepräsentiert. Trotz großer Anstrengungen der Hochschulen bei der Frauenförderung setzen deutlich weniger Frauen als Männer ihre begonnenen Qualifikationen für eine Wissenschaftskarriere langfristig fort.

02.10.2020 Bundesweit, Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus
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Auch die Beteiligung von Frauen an den vom Europäischen Sozialfonds (ESF) im Hochschulbereich geförderten sächsischen Projekten spiegelt diese Situation wider. Die angestrebte ausgewogene Geschlechterverteilung wurde in der Förderperiode 2014 bis 2020 mit rund zwei Dritteln geförderter Männer gegenüber einem Drittel unterstützter Frauen klar verfehlt. In den kommenden zwei Jahren geht nun eine ESF-finanzierte Nachwuchsforschungsgruppe mit dem Projekt »GAP –GENDERANTEILE in ESF-Projekten Hochschule und Forschung« folgenden Fragen nach: Wo liegen die Gründe für die ungleiche Geschlechterverteilung innerhalb der ESF-Programme in der Förderperiode 2014 bis 2020, wo sind die Ursachen innerhalb des Systems der Hochschulen zu finden und wie können Handlungsempfehlungen für den Abbau der ermittelten Ursachen innerhalb der Hochschulen und bei Förderprogrammen lauten?

Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow: »Insgesamt beobachten wir, dass der Anteil von Frauen am Ausbildungsprozess der Hochschulen immer weiter abnimmt, je höher die Abschlüsse werden. Etwaige mangelnde wissenschaftliche Leistungen, soviel steht fest, sind nicht der Grund dafür. Wir hoffen, dass wir von den wissenschaftlichen Ergebnissen der Nachwuchsforschungsgruppe für Sachsen Erkenntnisse gewinnen können für künftiges praktisches Handeln im Hochschulbetrieb und auch bei der Erstellung von Förderprogrammen. Dabei geht es um Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit, aber auch um die Leistungsfähigkeit nicht nur des sächsischen Wissenschaftssystems. Mit Blick auf eine zunehmende Differenzierung und Profilbildung im europäischen Wissenschaftssystem mit dem Ziel einer Leistungs- und Qualitätssteigerung ist der gleichberechtigte Beitrag von Frauen unverzichtbar.«

Für die Nachwuchsforschungsgruppe haben die Technischen Universitäten Dresden, Chemnitz und Freiberg sowie die Hochschulen Mittweida und Zittau-Görlitz ESF-geförderte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entsandt, die interdisziplinär arbeiten. Auch andere sächsische Hochschulen, die von ESF-Mitteln profitieren, haben ihre Mitwirkung zugesagt. Gefördert wird das Projekt »GAP« mit 700.000 Euro. Dabei kommen 80 Prozent der Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds, 13 Prozent vom Freistaat Sachsen und sieben Prozent von den beteiligten Hochschulen.


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