Was können Studierende gegen Stress tun?
(red/pm) Stress im Studium – wie können Studenten damit umgehen? Ein Ratgeber des House of Competence (HoC) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gibt dazu erstmals Disziplinen übergreifend Tipps. Und zwar auf der Grundlage von Studien und Erfahrungen aus wissenschaftlicher, therapeutischer und medizinischer Sicht. Titel: "Rückenwind. Was Studis gegen Stress tun können"
29.11.2011 ArtikelJeder fünfte Studierende in Deutschland bricht sein Studium ab. Einer der Gründe: die Erfahrung, den Anforderungen des Studiums nicht gerecht zu werden. Insbesondere in den neuen Bachelorstudiengängen klagen Studierende über hohe Arbeitsbelastung. Die Frage, ob die Studiengänge die Studierenden tatsächlich überfordern, wird nach wie vor kontrovers diskutiert.
In einer elektronischen Tagebuchstudie haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des HoC den Zusammenhang von Arbeitsbelastung und Stresserleben bei Bachelor-Studierenden am KIT untersucht. Das Buch "Rückenwind. Was Studis gegen Stress tun können" stellt unter anderem erste Ergebnisse dieser Studie vor.
Praktische Tipps
Die Publikation befasst sich zudem mit dem "Aufschiebeverhalten" im Studium sowie mit den Rahmenbedingungen für eine gesunde Hochschule. Sie stellt Erkenntnisse psychologischer, sportwissenschaftlicher, sozialempirischer und weiterer Disziplinen rund um das Thema Stress vor und ergänzt sie zum besseren Verständnis durch Interviews mit den Wissenschaftlern. Zur Theorie kommen zahlreiche praktische Tipps: von Anregungen zum Zeitmanagement über Übungen zum bewussten Atmen, welche die Konzentrationsfähigkeit verbessern, bis zu Informationen über die Bedeutung von Bewegung für die psychische Gesundheit.
Mehr Antidepressiva
Das Buch beruht auf Beiträgen der vom HoC seit 2008 ausgerichteten "Karlsruher Stresstage", die in Symposien und Workshops Trainings- und Reflexionsmöglichkeiten dafür bieten, wie Stress bewältigt und die Leistungsfähigkeit erhalten werden kann. Kooperationspartner der "Karlsruher Stresstage" sowie bei der Entstehung des Ratgebers ist die Techniker Krankenkasse (TK). Laut Gesundheitsreport 2011 der TK entfällt der größte Anteil der Medikamente, die Hochschülerinnen und -schülern verschrieben werden, auf Präparate zur Behandlung des Nervensystems. Der mit Antidepressiva behandelte Anteil der Studierenden stieg der TK-Studie zufolge seit 2006 um mehr als 40 Prozent.
Als einzige nicht fakultätsgebundene Einrichtung im deutschen Hochschulraum arbeitet das 2007 am KIT gegründete HoC fächerübergreifend in der Kompetenzforschung und -entwicklung.
Das 115 Seiten umfassende "Rückenwind"-Buch mit Beiträgen von 26 Autoren wird in Kürze kostenlos zum Download zur Verfügung stehen: www.hoc.kit.edu/rueckenwind
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