Wettbewerbsfähigkeit der Hochschule stärken und Profilbildung ausbauen
Nordrhein-Westfalen geht den nächsten Schritt seiner innovativen Hochschulpolitik: In den kommenden Wochen wird das Ministerium für Wissenschaft und Forschung mit den 26 staatlichen Universitäten und Fachhochschulen des Landes die zweite Runde der Zielvereinbarungen abschließen. Wissenschaftsstaatssekretär Hartmut Krebs und die Rektorin der Universität Siegen, Professorin Dr. Theodora Hantos, unterzeichneten heute (31.01.) in Siegen die Zielvereinbarung der zweiten Generation.
31.01.2005 Pressemeldung Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-WestfalenStaatssekretär Krebs: "Seit 2002 vollziehen wir in Nordrhein-Westfalen konsequent den Wechsel von der Hochschulsteuerung im Detail zur Hochschulkoordinierung. An die Stelle von Erlassen und Einzelentscheidungen treten Absprachen über Ziele und Entwicklungspotentiale jeder Hochschule. Land und Hochschule sind Vertragspartner, die miteinander einen gemeinsamen Weg zum Wohl des Hochschulstandorts Nordrhein-Westfalen festlegen. Im Kern geht es um die Profilbildung der Hochschulen, um die Stärkung ihrer nationalen und internationalen Wettbewerbsfähigkeit."
Auch wenn der Vertrag selbst eine Laufzeit von zwei Jahren hat, reicht der Planungshorizont zur fachlichen Entwicklung der Hochschulen bis zum Jahre 2010. In den Zielvereinbarungen werden unter anderem Profilbereiche vereinbart, in denen die Hochschulen ihre besonderen wissenschaftlichen Stärken entwickeln bzw. konsolidieren.
Damit stellen die Zielvereinbarungen ein wesentliches Element im Hochschulkonzept 2010 dar, das das Wissenschaftsministerium vor einem Jahr als Reformpaket auf den Weg gebracht hat und das darauf abzielt, die Hochschulen zu modernisieren, sie stärker auf den internationalen Wettbewerb einzustellen, Eigenverantwortung zu stärken und nachhaltige Qualitätssicherung auszubauen. Krebs: "Nordrhein-Westfalen ist mit dem Hochschulkonzept 2010 insgesamt ein Reformmotor in Deutschland. Neben der zweiten Runde der Zielvereinbarungen und zunehmender Finanzfreiheit gehen wir seit Anfang dieses Jahres auch mit der Novelle des NRW-Hochschulgesetzes den Weg zu mehr Autonomie bei Personal und Organisation der Hochschulen. Zusammen mit Universitäten und Fachhochschulen gestalten wir in Nordrhein-Westfalen eine zielgerichtete Hochschulpolitik der Zukunft."
Die neuen Verträge schließen an die Zielvereinbarungen an, die das Land erstmals vor drei Jahren abgeschlossen hatte. Die Bilanz der ersten Vertragsrunde falle, so Staatssekretär Krebs, positiv aus. Es sei gelungen, die Hochschulen auf besondere Leistungsbereiche hin zu orientieren und daraus sichtbare Profile zu entwickeln.
Im Vorfeld der zweiten Zielvereinbarungen hatte das Wissenschaftsministerium landesweit schwächer ausgelastete Fächer einem systematischen Leistungsvergleich unterzogen. In einigen Fällen wurden dabei auch Arbeitsmarktperspektiven der Absolventen einbezogen. Daraus ergaben sich notwendige Anpassungen bei den Universitäten zwischen 10 und 20 Prozent unter anderem in den Lehr- und Forschungsbereichen Bauingenieurwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik und Architektur, aber auch Chemie, Physik, Bergbau, Hüttenwesen, Vermessungswesen und Slavistik. Das entspricht einer Größenordnung von 7.500 Diplomstudienplätzen, die die Hochschulen in den nächsten Jahren für den Ausbau attraktiver Studienangebote nutzen können. Diese strukturellen Festlegungen bis 2010 bilden zusammen mit den Profilbereichen den Kern der Verträge.
Die Vereinbarung mit der Universität Siegen sieht vor, dass sich die Hochschule in den nächsten Jahren auf folgende Ziele konzentriert:
- Nachdem schon heute fast alle Fächer der Universität auf die international anerkannten Studiengänge Bachelor und Master umgestellt wurden, soll die Entwicklung hin zu den konsekutiven Studienangeboten in der Laufzeit der Zielvereinbarung bis 2007 vollständig abgeschlossen werden.
- In der Forschung gibt sich die Universität Siegen mit der Zielvereinbarung ein Profil, das an die Planungen der ersten Zielvereinbarung anknüpft und die erfolgreichen Bereiche Medienwissenschaften, Mikro- und Nanochemie, Multidimensionale Sensorik und Optimierung von Konstruktionswerkstoffen und -systemen weiter entwickelt. Hier will die Universität Siegen zusätzliche Sonderforschungsbereiche, Forschergruppen oder Graduiertenkollegs erschließen.
- Die Universität Siegen wird sich in der Laufzeit der neuen Zielvereinbarung an der Erarbeitung einer neuen Konzeption zur Forschungsberichterstattung beteiligen. Hierdurch sollen die Leistungszahlen der Hochschule künftig besser dokumentiert werden können.
Staatssekretär Krebs: "Die Universität Siegen hat sich seit der ersten Zielvereinbarung gut entwickelt - besonders die Zahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger ist gestiegen. Diese erfreuliche Tendenz verdankt die Hochschule der konsequenten Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge. Mit der heute abgeschlossenen Zielvereinbarung kann dieser wichtige Schritt konsequent fortgeschrieben werden."
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