Wettbewerbsfähigkeit der Hochschule stärken und Profilbildung ausbauen

Nordrhein-Westfalen geht den nächsten Schritt seiner innovativen Hochschulpolitik: In den kommenden Wochen wird das Ministerium für Wissenschaft und Forschung mit den 26 staatlichen Universitäten und Fachhochschulen des Landes die zweite Runde der Zielvereinbarungen abschließen. Wissenschaftsstaatssekretär Hartmut Krebs und der Rektor der FernUniversität in Hagen, Professor Dr.-Ing. Helmut Hoyer, unterzeichneten heute (02.02.) in Hagen die Zielvereinbarung der zweiten Generation.

02.02.2005 Pressemeldung Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen

Staatssekretär Krebs: "Seit 2002 vollziehen wir in Nordrhein-Westfalen konsequent den Wechsel von der Hochschulsteuerung im Detail zur Hochschulkoordinierung. An die Stelle von Erlassen und Einzelentscheidungen treten Absprachen über Ziele und Entwicklungspotentiale jeder Hochschule. Land und Hochschule sind Vertragspartner, die miteinander einen gemeinsamen Weg zum Wohl des Hochschulstandorts Nordrhein-Westfalen festlegen. Im Kern geht es um die Profilbildung der Hochschulen, um die Stärkung ihrer nationalen und internationalen Wettbewerbsfähigkeit." Auch wenn der Vertrag selbst eine Laufzeit von zwei Jahren hat, reicht der Planungshorizont zur fachlichen Entwicklung der Hochschulen bis zum Jahre 2010. In den Zielvereinbarungen werden unter anderem Profilbereiche vereinbart, in denen die Hochschulen ihre besonderen wissenschaftlichen Stärken entwickeln bzw. konsolidieren.

Damit stellen die Zielvereinbarungen ein wesentliches Element im Hochschulkonzept 2010 dar, das das Wissenschaftsministerium vor einem Jahr als Reformpaket auf den Weg gebracht hat und das darauf abzielt, die Hochschulen zu modernisieren, sie stärker auf den internationalen Wettbewerb einzustellen, Eigenverantwortung zu stärken und nachhaltige Qualitätssicherung auszubauen. Krebs: "Nordrhein-Westfalen ist mit dem Hochschulkonzept 2010 insgesamt ein Reformmotor in Deutschland. Neben der zweiten Runde der Zielvereinbarungen und zunehmender Finanzfreiheit gehen wir seit Anfang dieses Jahres auch mit der Novelle des NRW-Hochschulgesetzes den Weg zu mehr Autonomie bei Personal und Organisation der Hochschulen. Zusammen mit Universitäten und Fachhochschulen gestalten wir in Nordrhein-Westfalen eine zielgerichtete Hochschulpolitik der Zukunft."

Die neuen Verträge schließen an die Zielvereinbarungen an, die das Land erstmals vor drei Jahren abgeschlossen hatte. Die Bilanz der ersten Vertragsrunde falle, so Staatssekretär Krebs, positiv aus. Es sei gelungen, die Hochschulen auf besondere Leistungsbereiche hin zu orientieren und daraus sichtbare Profile zu entwickeln.

Im Vorfeld der zweiten Zielvereinbarungen hatte das Wissenschaftsministerium landesweit schwächer ausgelastete Fächer einem systematischen Leistungsvergleich unterzogen. In einigen Fällen wurden dabei auch Arbeitsmarktperspektiven der Absolventen einbezogen. Daraus ergaben sich notwendige Anpassungen bei den Universitäten zwischen 10 und 20 Prozent unter anderem in den Lehr- und Forschungsbereichen Bauingenieurwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik und Architektur, aber auch Chemie, Physik, Bergbau, Hüttenwesen, Vermessungswesen und Slavistik. Das entspricht einer Größenordnung von 7.500 Diplomstudienplätzen, die die Hochschulen in den nächsten Jahren für den Ausbau attraktiver Studienangebote nutzen können. Diese strukturellen Festlegungen bis 2010 bilden zusammen mit den Profilbereichen den Kern der Verträge.

Die Zielvereinbarung mit der FernUniversität in Hagen sieht vor, dass die Hochschule sich in den nächsten Jahren auf bestimmte Schwerpunkte konzentriert:

  • Die Neuen Medien bilden als Gegenstand und Anwendungsmöglichkeit in Wissenschaft und Forschung das zentrale, die gesamte Hochschule verbindende Profilthema. Die FernUniversität verpflichtet sich, ihren Status als nationaler Kompetenzknoten für den Einsatz der Neuen Medien in Forschung und Lehre zielgerichtet weiter auszubauen.

 

  • Die FernUniversität setzt einen neuen Forschungsschwerpunkt im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien für die Wissensgesell-schaft. Außerdem ist ein interdisziplinärer Forschungsschwerpunkt "Wissensgesellschaft und Internet" geplant.

 

  • Das Studienangebot der FernUniversität soll profilorientiert ausgebaut und die neuen Studiengänge an den sich entwickelnden Berufsfeldern der Informationsgesellschaft ausgerichtet werden. Vorgesehen sind ein Bachelorstudiengang "Bildung und Medien" und ein Masterstudiengang "eEducation/Bildung und Medien" sowie die beiden interdisziplinär angelegten Bachelor- und Masterstudiengänge "Wirtschafts-Informatik" und "Informationswissenschaften".

 

  • Um Ressourcen zu bündeln und Kompetenzen effizienter zu nutzen, baut die FernUniversität ihre interdisziplinäre Fakultätsstruktur zielgerichtet weiter aus, indem sie drei ihrer sechs Fachbereiche, die Elektrotechnik und Informations-technik, die Informatik und die Mathematik zu einer Fakultät zusammenfasst. Die Professuren werden der neuen Fakultäts- und Fächerstruktur angepasst.

 

  • Mit ihrem neuen Studienbetriebssystem, das erstmals alle Funktionen einer Universität über elektronische Kommunikationsnetze verfügbar macht, eröffnet die FernUniversität neue Perspektiven hinsichtlich der Qualität der Lehre, der Bedarfsorientierung und der Vernetzung der Mitglieder und Angehörigen der Universität.

Staatssekretär Krebs: "Mit der heute abgeschlossenen Zielvereinbarung unterstreicht die Landesregierung die herausragende Stellung der FernUniversität in Hagen bei der Entwicklung und Anwendung einer modernen und bedarfsgerechten mediengestützten Lehre. Wir sind zuversichtlich, dass sie wegweisend für andere Hochschulen ist und wir der FernUniversität zum Erreichen der vereinbarten Ziele werden gratulieren können."


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