Wettbewerbsfähigkeit der Hochschule stärken und Profilbildung ausbauen

Nordrhein-Westfalen geht den nächsten Schritt seiner innovativen Hochschulpolitik: In den kommenden Wochen wird das Ministerium für Wissenschaft und Forschung mit den 26 staatlichen Universitäten und Fachhochschulen des Landes die zweite Runde der Zielvereinbarungen abschließen. Wissenschaftsstaatssekretär Hartmut Krebs und der Rektor der Universität Bielefeld, Professor Dr. Dieter Timmermann, unterzeichneten heute (03.02.) in Bielefeld die Zielvereinbarung der zweiten Generation.

03.02.2005 Pressemeldung Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen

Staatssekretär Krebs: "Seit 2002 vollziehen wir in Nordrhein-Westfalen konsequent den Wechsel von der Hochschulsteuerung im Detail zur Hochschulkoordinierung. An die Stelle von Erlassen und Einzelentscheidungen treten Absprachen über Ziele und Entwicklungspotentiale jeder Hochschule. Land und Hochschule sind Vertragspartner, die miteinander einen gemeinsamen Weg zum Wohl des Hochschulstandorts Nordrhein-Westfalen festlegen. Im Kern geht es um die Profilbildung der Hochschulen, um die Stärkung ihrer nationalen und internationalen Wettbewerbsfähigkeit."

Auch wenn der Vertrag selbst eine Laufzeit von zwei Jahren hat, reicht der Planungshorizont zur fachlichen Entwicklung der Hochschulen bis zum Jahre 2010. In den Zielvereinbarungen werden unter anderem Profilbereiche vereinbart, in denen die Hochschulen ihre besonderen wissenschaftlichen Stärken entwickeln bzw. konsolidieren.

Damit stellen die Zielvereinbarungen ein wesentliches Element im Hochschulkonzept 2010 dar, das das Wissenschaftsministerium vor einem Jahr als Reformpaket auf den Weg gebracht hat und das darauf abzielt, die Hochschulen zu modernisieren, sie stärker auf den internationalen Wettbewerb einzustellen, Eigenverantwortung zu stärken und nachhaltige Qualitätssicherung auszubauen. Krebs: "Nordrhein-Westfalen ist mit dem Hochschulkonzept 2010 insgesamt ein Reformmotor in Deutschland. Neben der zweiten Runde der Zielvereinbarungen und zunehmender Finanzfreiheit gehen wir seit Anfang dieses Jahres auch mit der Novelle des NRW-Hochschulgesetzes den Weg zu mehr Autonomie bei Personal und Organisation der Hochschulen. Zusammen mit Universitäten und Fachhochschulen gestalten wir in Nordrhein-Westfalen eine zielgerichtete Hochschulpolitik der Zukunft."

Die neuen Verträge schließen an die Zielvereinbarungen an, die das Land erstmals vor drei Jahren abgeschlossen hatte. Die Bilanz der ersten Vertragsrunde falle, so Staatssekretär Krebs, positiv aus. Es sei gelungen, die Hochschulen auf besondere Leistungsbereiche hin zu orientieren und daraus sichtbare Profile zu entwickeln.

Im Vorfeld der zweiten Zielvereinbarungen hatte das Wissenschaftsministerium landesweit schwächer ausgelastete Fächer einem systematischen Leistungsvergleich unterzogen. In einigen Fällen wurden dabei auch Arbeitsmarktperspektiven der Absolventen einbezogen. Daraus ergaben sich notwendige Anpassungen bei den Universitäten zwischen 10 und 20 Prozent unter anderem in den Lehr- und Forschungsbereichen Bauingenieurwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik und Architektur, aber auch Chemie, Physik, Bergbau, Hüttenwesen, Vermessungswesen und Slavistik. Das entspricht einer Größenordnung von 7.500 Diplomstudienplätzen, die die Hochschulen in den nächsten Jahren für den Ausbau attraktiver Studienangebote nutzen können. Diese strukturellen Festlegungen bis 2010 bilden zusammen mit den Profilbereichen den Kern der Verträge.

Die Zielvereinbarung mit der Universität Bielefeld sieht vor, dass die Hochschule sich in den nächsten Jahren auf folgende Schwerpunkte konzentriert:

  • In den vier Profil-Bereichen "Genomforschung/Bioinformatik", "Interaktive Intelligente Systeme", "Biophysik und Nanowissenschaften" sowie "Historische Politikforschung und Globalität/Weltgesellschaft" arbeiten Wissenschaftler aus jeweils mehreren beteiligten Fächern der Hochschule zusammen, um Forschung und Lehre auf interdisziplinärer Grundlage neu auszurichten. So will die Hochschule im nationalen und internationalen Wettbewerb um Forschungsmittel auch künftig erfolgreich konkurrieren können.

 

  • Die Universität Bielefeld hat bereits eine solide Basis für die weitere Entwicklung des Forschungsschwerpunktes Frauen- und Geschlechterforschung geschaffen. Sie wird ihre Bemühungen fortsetzen und den Frauenanteil bei den Professuren weiter erhöhen.

 

  • Die bereits erfolgreichen Angebote zur Verbesserung des Übergangs Schule/Hochschule werden fortgesetzt und weiterentwickelt. Zur Koordination und Organisation dieser Maßnahmen hat die Universität Bielefeld ein "Schülerbüro" eingerichtet. Dadurch sollen Information und Beratung für Schülerinnen und Schüler als Beitrag zu einer fundierten Studienentscheidung weiter verbessert werden.

 

  • Die Universität Bielefeld beabsichtigt, den Wissens- und Technologietransfer u.a. durch die Bereitstellung universitärer Infrastruktur zu fördern. In diesem Rahmen sollen zugleich die Voraussetzungen für eine Kultur der Selbständigkeit geschaffen werden. Darüber hinaus wird sie regelmäßig fakultätsübergreifende Weiterbildungsveranstaltungen zu Gründungsthemen anbieten.

Staatssekretär Krebs: "Die heute abgeschlossene Zielvereinbarung ist ein Beispiel für eine exzellenzorientierte Profilbildung. Es ist der Universität Bielefeld gelungen, ihre hervorragenden Forschungsleistungen sichtbar zu machen und Fächergrenzen innerhalb der Hochschule zu öffnen."


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