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Wintersemester 2017/18: Hamburg hat die höchsten NC-Quoten

Mitte Juli endet für viele zulassungsbeschränkte Studiengänge die Bewerbungsfrist für das kommende Wintersemester. Der aktuelle Numerus-Clausus-Check des CHE Centrum für Hochschulentwicklung zeigt große Unterschiede zwischen Bundesländern oder Studienfächern.

06.07.2017 Bundesweit Pressemeldung CHE Centrum für Hochschulentwicklung
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Im Durchschnitt können aber mehr als die Hälfte aller Studiengänge zulassungsfrei studiert werden. Die drei deutschen Stadtstaaten sowie das Saarland gehören zu den Bundesländern mit den höchsten NC-Quoten. Den größten Anteil zulassungsbeschränkter Studiengänge gibt es im Wintersemester 2017/18 in Hamburg mit 75,5 Prozent. Es folgen das Saarland, Berlin und Bremen mit jeweils rund 62 Prozent. Die niedrigste NC-Quote gibt es in Mecklenburg-Vorpommern (20,1 Prozent). Hier können sich Studieninteressierte im kommenden Wintersemester in vier von fünf Studiengängen ohne eine Auswahl unter den Bewerbern, z.B. anhand der Abiturnote direkt einschreiben. Vor vier Jahren war noch jeder dritte Studiengang (32 Prozent) in Mecklenburg-Vorpommern zulassungsbeschränkt. Bundesweit sind 42,4 Prozent aller Studiengänge mit einem NC belegt. Das entspricht einer Steigerung von 0,9 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.

NC-Quote (in Prozent) nach Ländern zum Wintersemester 17/18

© CHE Centrum für Hochschulentwicklung Quelle: HRK Hochschulkompass (Stand Mai 2017).

Bemerkenswert dabei sei, so Frank Ziegele, das heterogene Gesamtbild bei einer gleichzeitig über die Jahre relativ konstanten NC-Quote im Bundesdurchschnitt. „Die Beispiele Hamburg und Mecklenburg Vorpommern zeigen, dass 100 Kilometer Entfernung darüber entscheiden, ob drei Viertel aller Studiengänge zulassungsbeschränkt sind oder zulassungsfrei“, veranschaulicht der CHE Geschäftsführer.

Auch innerhalb eines Bundeslandes unterscheiden sich die NC-Quoten weiterhin zum Teil erheblich. Während in Nordrhein-Westfalen beispielsweise in Köln rund zwei Drittel der Studiengänge zulassungsbeschränkt sind, ist es in Dortmund nur rund ein Viertel. „Studieninteressierte über diese großen regionalen und lokalen Unterschiede der NC-Quoten aufzuklären, sollte deshalb Bestandteil jeder Studienberatung sein“, fordert Frank Ziegele.

NC-Quote ausgewählter Städte (in Prozent) zum Wintersemester 17/18

© CHE Centrum für Hochschulentwicklung Quellen: Studierendenzahl: Eigene Auswertung aus den Daten des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2015; NC-Quoten: Abweichend von der Methodik der übrigen Auswertungen für den NC-Check wurden diese Ergebnisse durch eine Abfrage der „Suchmaschine für Studiengänge“ von ZEIT Online (studiengaenge.zeit.de) ermittelt, die auf die Daten des HRK Hochschulkompasses zurückgreift. Die Ergebnisse enthalten daher z.B. auch Nebenfach-Studiengänge. Aus diesem Grund sind die hier ausgewiesenen Ergebnisse für die Stadtstaaten (Berlin, Hamburg und Bremen) nicht ganz deckungsgleich mit den Ergebnissen in den übrigen Tabellen.

Wie komme ich an einen Studienplatz?

Große Unterschiede machte der CHE Numerus-Clausus-Check auch in diesem Jahr zwischen den Fächern deutlich. Die Fächergruppe mit den höchsten NC-Quoten bleibt die Gruppe der Rechts-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften mit gut 53 Prozent. In den Sprach- und Kulturwissenschaften können dagegen Studierende in rund 70 Prozent aller Studiengänge ohne zahlenmäßige Beschränkung einschreiben.

Studiengänge an Universitäten sind weiterhin zu einem geringeren Anteil (41,2 Prozent) mit einem NC belegt als die an Fachhochschulen (46 Prozent). Bei den Bachelor- und Masterstudiengängen stellten die CHE Experten in den vergangenen Jahren eine Angleichung der Quoten fest. Aktuell ist der Anteil der Zulassungsbeschränkungen im Bachelorbereich mit 46 Prozent aber noch immer höher als im Master mit 39,9 Prozent.

Im Hinblick auf die starken Unterschiede bei den Zulassungsbeschränkungen rät Studienautor Cort-Denis Hachmeister Bewerbern zu einem Blick über den Tellerrand: „Wer in seinem Wunsch-Studiengang an seiner Wunsch-Hochschule an Zulassungsbeschränkungen zu scheitern droht, sollte auch andere Städte, andere Bundesländer, einen anderen Hochschultyp oder fachlich verwandte Studiengänge in Betracht ziehen. Außer den wenigen bundesweit zulassungsbeschränkten Studienfächern wie Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie sowie im Fach Psychologie gibt es eigentlich immer auch Studiengänge ohne NC – man muss sie nur suchen und finden.“

Über den „CHE Numerus Clausus-Check 2017/18“
Grundlage des „CHE Numerus Clausus-Check 2017/18“ waren die NC-Daten des Hochschulkompasses der Hochschulrektorenkonferenz für rund 19.000 Studiengänge im Wintersemester 2017/18 sowie entsprechende Daten der vergangenen Jahre. Bundesland, Hochschultyp, Anschlussart und Fächergruppe dienten als Analysekriterien für das Autor(inn)enteam Cort-Denis Hachmeister, Anna Gehlke, Lars Hüning und Lisa de Vries.

Weitere Informationen für Studieninteressierte
Parallel zum „CHE Numerus Clausus-Check 2017/18“ erscheint auch die Publikation „Im Blickpunkt: Der Numerus Clausus“. Diese richtet sich an Studieninteressierte und beantwortet die wichtigsten Fragen rund um den Numerus Clausus. In einer weiteren Publikation mit dem Titel „(Wie) komme ich an einen Studienplatz?“ wird darüber hinaus an ganz konkreten NC-Beispielen des Vorjahres erklärt, wie die Zulassungsverfahren in einzelnen Fächern ablaufen und man die Chancen auf einen Studienplatz errechnen und einschätzen kann.


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