"Wissen schafft" Berlins Zukunft! - Der Masterplan
Berlin soll in den nächsten Jahren zu einer der führenden Wissenschaftsregionen ausgebaut werden. Dazu haben Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und Wissenschaftssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner am Montag in Berlin einen Masterplan für die Jahre 2008 bis 2011 vorgestellt. "Berlin ist eine der kreativsten und innovativsten Metropolen weltweit", sagte Wowereit. Zöllner: "Wissenschaft ist dabei für Berlin die große Zukunftschance – alle Analysen der Innovationspotentiale der Stadt aus den letzten Jahren kommen zu diesem Ergebnis."
25.06.2007 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und ForschungMit dem Masterplan "Wissen schafft Berlins Zukunft!" wird Berlin seine Studienplatzkapazität noch einmal deutlich ausbauen und eine Offensive für die Spitzenforschung starten. Dies ist ein konkreter Vorschlag des Wissenschafts- und Bildungssenators, den er mit den Hochschulen abstimmen wird. Nach Verabschiedung des Haushalts sollen gezielt 185 Millionen Euro zusätzliche Landesmittel für eine Ausbildungsoffensive und eine Forschungsoffensive zur Verfügung stehen. Dazu kommen mehr als 100 Millionen Euro an Bundesmitteln aus Hochschulpakt und Exzellenzinitiative, so dass der Berliner Wissenschaft bis Ende der Legislaturperiode im Jahr 2011 mehr als 300 Millionen Euro zusätzliche Mittel für die Ausbildungs- und die Forschungsoffensive zur Verfügung stehen.
Berlin schafft weitere 1 000 Studienplätze zusätzlich
Im Rahmen der Ausbildungsoffensive sollen bis zum Jahr 2011 weitere ca. 1000 Studienanfängerplätze zusätzlich geschaffen werden – aufbauend auf dem Hochschulpakt 2020. Statt der ursprünglich geplanten 19 500 Studienanfängerplätze 20 500. Damit ist nach Jahren des Studienplatzabbaus die Trendumkehr geschafft.
Gleichzeitig wird mit erheblichem Engagement die Qualität der Lehre an den Hochschulen verbessert: Dazu soll ein "Berlin Institute of Professional Teaching in Higher Education" gegründet werden, an dem Hochschullehrer systematisch ihre Lehrkompetenz verbessern können. Eine solche Einrichtung fehlt bisher. Außerdem werden Juniorprofessuren mit dem Schwerpunkt Lehre eingerichtet. Dazu kommen zusätzliche Tutoren und Seniorprofessoren, um die Betreuung der Studierenden zu verbessern. Nachwuchswissenschaftlerinnen in Fächern mit geringem Frauenanteil werden durch vorgezogene Nachfolgeberufungen gefördert.
Zöllner: "Durch einen qualitativen und quantitativen Ausbau von Studienplätzen gewinnt Berlin für junge Menschen international an Attraktivität und sichert sich so ein Potenzial an Talenten und gut ausgebildeten Fachkräften, das aufgrund der demographischen Entwicklung entscheidend für die Bedeutung der Stadt sein wird."
Berlin fördert entschlossen Spitzenforschung und einrichtungsübergreifende Aktivitäten
Berlins Spitzenforschung bekommt mit der Offensive erhebliche bessere Rahmenbedingungen. Mit einem Fonds im Umfang von 18 Millionen Euro wird sichergestellt, dass erfolgreiche Projekte in der Exzellenzinitiative Forschung auf jeden Fall die erforderliche Gegenfinanzierung erhalten. Auf diese Weise können die Hochschulen die Möglichkeiten, die sich aus einem erfolgreichen Abschneiden ergeben, voll ausschöpfen. Weitere Stichworte sind Direktberufungen und mehr Haushaltsflexibilität. In besonders zukunftsträchtigen Forschungsbereichen wird künftig die bisher problematische Vorlaufphase anfinanziert, bevor Projekte mit guten Erfolgsaussichten selbst Drittmittel einwerben können. Und – besonders wichtig – für die Spitzenforschung: kostenträchtige Exzellenzberufungen können ermöglicht werden.
Das Wissenskolleg des Regierenden Bürgermeisters wird die Entwicklung Berlins zur Wissenschaftsstadt durch Veranstaltungen auf wissenschaftlichem Spitzenniveau begleiten. Ein Berliner Wissenschaftspreis soll herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auszeichnen.
Die über alle Hochschulen und viele außeruniversitäre Institute verteilten Kompetenzen sollen u.a. entsprechend den Vorschlägen der Wissenschaftskommission Berlin durch einrichtungsübergreifende Wissenscluster koordiniert, besser abgestimmt und sichtbar gemacht werden. Auch ein Forum für transregionale Studien kann so eine reale Perspektive erhalten.
Für die Initiative "an morgen denken" und als Mitglied der Wissenschaftskommission Berlin nahm Akademiepräsident Günter Stock an der Pressekonferenz teil. "Diese Offensive ist eine große Chance für Berlins Wissenschaft. Um diese Chance jetzt voll nutzen zu können, braucht es große Flexibilität", erläuterte Stock.
"Wir wollen die absoluten Exzellenzfelder der Berliner Wissenschaftseinrichtungen zusammenführen, so dass Berlin konkurrenzfähig in der absoluten Weltspitze ist", kündigte der Regierende Bürgermeister an. Dazu soll eine gemeinsame, international identifizierbare, handlungsfähige Struktur entstehen. Bis zum Jahresende wird Zöllner dazu mit den Präsidenten der drei Universitäten und den Präsidenten der großen deutschen Forschungseinrichtungen - der Max-Planck-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Leibniz Gemeinschaft und der Fraunhofer Gesellschaft - einen Realisierungsvorschlag erarbeiten. Als Berater konnte der Senat Prof. Ernst-Ludwig Winnacker gewinnen, Generalsekretär des European Research Council, Brüssel, und früherer DFG-Präsident, einer der international angesehensten deutschen Wissenschaftsmanager
Zöllner: "Auch die Charité ist die Tochter zweier Universitäten, auf die beide stolz sind. Es muss uns gelingen, die absolute Spitze aus der gesamten Berliner Wissenschaft zu bündeln und mit dieser Adresse weltweit zu agieren. Das Ganze ist dann mehr als die Summe der Teile. Das sind wir Berlin, sind wir Deutschland schuldig, denn nur noch an einer Stelle in Deutschland findet sich diese Breite in der Spitzenforschung, die eine Chance hat, Harvard oder Stanford auf Augenhöhe zu begegnen."
Zusammen mit den Finanzanstrengungen wird diese Offensive die Aussichten Berliner Universitäten in der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder wesentlich unterstützen, da die Nachhaltigkeit einer eventuellen Förderung durch das Land finanziell und strukturell überzeugen muss.
Keine Kommentare vorhanden