Wissenschaftsministerin bittet Verteidigungsminister zur Kasse
NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) will Verteidigungsminister zu Guttenberg (CSU) für die Schaffung zusätzlicher Studienplätze zur Kasse bitten, wenn – wie jetzt bekannt wurde – die Wehrpflicht zum 1. Juli 2011 ausgesetzt wird.
24.11.2010 Pressemeldung GEW Nordrhein-Westfalen"Wenn der Verteidigungsminister die Wehrpflicht abschaffen will und das tut, während wir alle mit doppelten Abiturjährgängen kämpfen, dann muss er uns das eingesparte Geld geben, damit wir davon Studienplätze schaffen können", erklärte Schulze in einem Interview im GEW-Mitgliedermagazin "NDS", das heute erscheint. Ministerin Schulze bekräftigte, zu dieser Frage habe sie eine "ganz klare Position".
Laut GEW-Berechnungen werden sich bis zu 70.000 Studienberechtigte, die 2011 Wehr- oder Zivildienst geleistet hätten, schon für das Wintersemester 2011/12 um einen Studienplatz bewerben, das sind allein in NRW mindestens 15.000 zusätzliche Bewerberinnen und Bewerber.
Die GEW hat von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern gefordert, die Weichen für einen entsprechenden Ausbau der Studienkapazitäten stellen. Die von Bund und Ländern 2009 vereinbarten zusätzlichen 275.000 Studienanfängerplätze werden allenfalls ausreichen, so die Einschätzung der GEW, um die größere Nachfrage der geburtenstarken Jahrgänge aus den 90er Jahren und die doppelten Abiturjahrgänge - die Folge der Schulzeitverkürzung - aufzufangen. Schon jetzt platzen viele Hochschulen aus allen Nähten und haben einen Numerus clausus verhängt.
Keine Kommentare vorhanden