Zöllner: Studentischer Protest ignoriert die Diskussionslage in der Republik

Auf völliges Unverständnis von Wissenschaftsminister Professor Dr. E. Jürgen Zöllner treffen die Aktionen einiger Studierender der Johannes Gutenberg-Universität Mainz gegen die Hochschulpolitik des Landes.

24.06.2004 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Rheinland-Pfalz (bis 11/06)

"Wer nicht zur Kenntnis nimmt, dass wir mit dem Studienkonto ein gebührenfreies Erststudium an unseren Hochschulen garantieren, ist entweder gänzlich uninformiert oder verblendet", sagte Zöllner.

Angesichts der Forderungen nach Einführung von Studiengebühren seien Studienkonten der einzige Weg, um auch weiterhin ein gebührenfreies Studium zu ermöglichen.

Die äußerst großzügig ausgestalteten Studienkonten in Rheinland-Pfalz beinhalteten auf der einen Seite notwendige Steuerungselemente und Anreizwirkungen für die Hochschulen. Auf der anderen Seite sicherten sie einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Gut Bildung, ohne abschreckende Wirkung für die Studierenden zu entfalten. "Studienkonten sind nicht dazu da, Langzeitstudierende zu bestrafen, sondern setzen Anreize für ein zügiges Studium, um Restguthaben für die immer wichtiger werdende wissenschaftliche Weiterbildung nutzen zu können", erläuterte der Wissenschaftsminister. Außerdem müsse man sehen, dass die Einnahmen aus den Studienkonten vollständig den Hochschulen zugute kommen. Dies sei gesetzlich garantiert.

Den Kritikerinnen und Kritiker der Studienkonten, die heute in Mainz auf die Straße gingen, warf Zöllner vor, ihrem Anliegen, das künftige Generationen ebenfalls gebührenfrei studieren können, einen Bärendienst zu erweisen. "Sie bekommen scheinbar nicht mit, dass die Rufe nach Studiengebühren ab dem ersten Semester immer lauter werden. Ich persönlich will das mit aller Macht verhindern. Wer auf diesem Hintergrund fordert, dass alles bleiben möge, wie es ist, liefert den Gebührenbefürwortern eine Steilvorlage par excellence", so Zöllner.

Erfreulich sei, dass die Mehrzahl der Studierenden das wohl ähnlich sehe. Anders lasse sich die verschwindenden geringe Zahl der "Streikenden" an der Uni Mainz kaum interpretieren.

Zöllner verwies auf das 125-Millionen-Euro-Sonderprogramm zu Gunsten der rheinland-pfälzischen Hochschulen. Dieses Geld werde zielgerichtet in die Verbesserung der Grundausstattung und in die Profilbildung der Hochschulen investiert. Diese Kraftanstrengung der Landesregierung sei derzeit bundesweit einzigartig. "Auch das nehmen die Protestler scheinbar nicht zur Kenntnis", meinte der Minister.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden