Zu viele Akademiker in Deutschland?

Der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit, Professor Dr. Joachim Möller, hat davor gewarnt, Studium und Ausbildung gegeneinander auszuspielen. Statt "Scheinprobleme wie einen angeblichen Akademisierungswahn" zu erörtern, müssten Bildungspotenziale besser ausgeschöpft und möglichst viele der 1,5 Millionen Erwachsene, die bislang keine Berufsausbildung haben, noch qualifiziert werden.

29.10.2013 Pressemeldung Deutscher Hochschulverband (DHV)

Auch ginge es darum, die Durchlässigkeit zwischen Ausbildung und Studium zu erhöhen, schreibt Möller in der November-Ausgabe der Zeitschrift "Forschung & Lehre". Die Klagen über eine Akademikerschwemme seien "alt" und hätten sich "nie bewahrheitet": Ein Ende des Trends zur Höherqualifizierung am Arbeitsmarkt sei nicht in Sicht.

Auf die Gefahren einer ungesteuerten Akademisierungswelle weist demgegenüber Professor Dr. Stefan Sell von der Hochschule Koblenz hin: "Wenn die Akademisierungsentwicklung ohne strukturelle Steuerung so weitergeht, dann wird ein bislang erfolgreiches System der Berufsausbildung substituiert durch ein fragiles, unterausgestattetes und für alle Beteiligten irgendwie unbefriedigendes System an "Hochschulen" bzw. "Berufsschulen plus" neben einigen wenigen Exzellenz- und sonstigen Leuchttürmen", so der Sozialwissenschaftler in "Forschung & Lehre".

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Forschung & Lehre 11/2013 erscheint am 31. Oktober 2013. Auszüge der jeweils neuesten Ausgabe können Sie unter www.forschung-und-lehre.de lesen.


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