Zur 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks: Der Stand der Dinge - wie leben Studierende in Deutschland heute?

Wie leben die rund zwei Millionen Studierenden in Deutschland heute? Aus welchen sozialen Schichten kommen sie? Wie finanzieren sie ihr Studium? Wie viele jobben nebenbei, wie viel Zeit wenden sie für das Studium auf? Seit mehr als 55 Jahren zeichnen die Sozialerhebungen des Deutschen Studentenwerks ein Bild der wirtschaftlichen und sozialen Lage der Studierenden in Deutschland. Die HIS Hochschul-Informations-System GmbH führt die Untersuchung seit 1982 im Auftrag des DSW alle drei Jahre durch.

19.06.2007 Pressemeldung HIS Hochschul-Informations-System GmbH

Die inzwischen 18. Auflage dieser repräsentativen Befragung gibt ein detailliertes Bild der sozialen und wirtschaftlichen Lage der Studierenden wieder. Die Ergebnisse basieren auf den Antworten von 16.590 Studierenden aus 248 Hochschulen, die im Sommersemester 2006 den umfangreichen Fragebogen zu ihrer sozialen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Lage ausgefüllt haben.

Eines der zentralen Ergebnisse der 18. Sozialerhebung: Im deutschen Bildungssystem entscheidet die soziale Herkunft ganz maßgeblich über den Bildungsweg. Von 100 Akademikerkindern schaffen 83 den Hochschulzugang, dagegen nur 23 von 100 Kindern aus Familien ohne akademische Tradition. Kinder aus Beamtenfamilien, in denen mindestens ein Elternteil studiert hat, haben eine fünfeinhalb Mal so hohe Studierchance wie Kinder aus Arbeiterfamilien.

Den Lebensunterhalt finanzieren 3 % der Studierenden mit höchstens 400 Euro, 4 % stehen dafür 1.300 und mehr Euro zur Verfügung. Im Durchschnitt liegen die monatlichen Einnahmen bei 770 Euro und verharren damit auf dem Niveau von 2003. Nur rund 60 % der Studierenden gingen im Sommersemester 2006 davon aus, ihre Studienfinanzierung sei gesichert. 2003 waren es noch 5 % mehr.

Die Sozialerhebung liefert Daten, die aus keiner amtlichen Statistik hervorgehen. Entsprechend groß ist das Interesse von Politik in Bund und Ländern, Hochschulen und Wissenschaftsorganisationen für die Sozialerhebung. Aber auch die Studierenden selbst, ihre Eltern, die studentischen Vertretungen, Studentenwerke und nicht zuletzt die Medien greifen auf die Sozialerhebung zurück, wenn sie beispielsweise wissen wollen, wie die Studierenden sich finanzieren oder wie viele Studierende nebenbei jobben müssen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können.

> Ergebnisse der 18. Sozialerhebung

Nähere Auskünfte

Wolfgang Isserstedt
Dr. Elke Middendorff


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