Berufsbildung

Deutsch-israelische Zusammenarbeit ist eine beispielhafte Erfolgsgeschichte

Deutschland und Israel arbeiten seit 50 Jahren in der beruflichen Bildung zusammen. Schirmherr des Jubiläumsjahres ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

10.09.2019 Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und Forschung
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Eines der ältesten Projekte der deutsch-israelischen Partnerschaft wird heute in Berlin im Rahmen einer Fachkonferenz unter dem Motto "Zeitreise durch 50 Jahre Programmgeschichte" gewürdigt. Dazu erklärt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek: "Zu den Stärken der beruflichen Bildung zählt, dass sie sich immer wieder erneuert. Deshalb bietet sie jungen Menschen ein gutes Sprungbrett für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben. Erneuerung braucht Impulse, deshalb ist die internationale Zusammenarbeit für beide Seiten ein Win-Win-Verhältnis.

Die deutsch-israelische Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung lebt davon, dass beide Partner ihre Stärken und ihr Wissen einbringen. Gemeinsam konnten wir in 50 Jahren deutsch-israelische Berufsbildungskooperation verlässliche Brücken zwischen unseren Ländern bauen. Die deutsch-israelische Berufsbildungszusammenarbeit ist eine beispielhafte Erfolgsgeschichte!
Heute arbeiten wir beispielsweise gemeinsam daran, wie sich die Chancen der digitalen Vernetzung bestmöglich nutzen lassen. Uns eint das Ziel, die Menschen in unseren Ländern bestmöglich für eine Arbeitswelt im Wandel zu qualifizieren. Dazu zählt auch, dass die berufliche Bildung noch internationaler wird. In der Novelle des Berufsbildungsgesetzes wird zum Beispiel geregelt, dass Ausbildungsabschnitte im Ausland als Teil einer anerkannten Berufsausbildung absolviert werden können.

Ich freue mich, dass deutsche Auszubildende die Möglichkeit haben, Ausbildungsabschnitte in Tel Aviv, Haifa oder Jerusalem zu absolvieren. Davon profitiert nicht nur die berufliche Bildung, sondern auch die Verständigung zwischen unseren beiden Ländern. Und mehr Verständigung wünsche ich mir, denn Deutschland und Israel sind durch die Geschichte und geteilte Werte wie Demokratie und Freiheit aufs Engste verbunden."

Das Programm in der Berufsbildung zählt zu den ältesten Kooperationsprojekten der deutsch-israelischen Zusammenarbeit. Bereits vier Jahre nach Aufnahme der diplomatischen Beziehungen im Jahr 1965 wurde es ins Leben gerufen. Das bilaterale Programm fördert Auslandsaufenthalte für Auszubildende, Berufsbildungspersonal und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in das jeweilige Partnerland. Teilnehmende aus Deutschland und Israel lernen die Berufsbildung im Partnerland kennen und erweitern ihre beruflichen und interkulturellen Kompetenzen.

"Wenige Abkommen bleiben 50 Jahre gültig - dieses Abkommen ist eines davon", betont Mordechai Elisha, Leiter der Abteilung Arbeit im israelischen Ministerium für Arbeit und Soziales. "Im Laufe dieser 50 Jahre sind die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern immer stärker geworden und haben zu kontinuierlichen und maßgeblichen fachlichen Erfolgen geführt." Dazu zählen beispielsweise gemeinsam entwickelte Curricula in Ausbildungsgängen sowie Studien zu den Berufsbildungssystemen beider Länder mit konkreten Handlungsempfehlungen.

Ein wichtiger Bestandteil der Zusammenarbeit sind der interkulturelle Austausch und die Verständigung zwischen beiden Ländern. In seinem schriftlichen Grußwort zum Jubiläum betont Bundespräsident Steinmeier als Schirmherr des Jubiläumsjahrs: "Wenn angehende Köche in die Kochtöpfe des Gastlands blicken, lernen sie nicht nur Neues über Gerichte, Kochtechniken und Zutaten. Ihnen erschließt sich auch ein Stück Kultur des jeweils anderen Landes. Gerade dieses persönliche Erleben führt zu gegenseitiger Verständigung und zu einer tiefen Verbundenheit zwischen den Menschen."

Auf den Spuren der Programmgeschichte:

  • 1965: Israel und Deutschland nehmen diplomatische Beziehungen auf.
  • 1969: Das Deutsch-Israelische Programm zur Zusammenarbeit in der Berufsbildung wird von Ministerien beider Länder initiiert. In den ersten Jahren erhalten israelische Facharbeiter/-innen Stipendien für Fortbildungen in Deutschland.
  • 1976: Die erste Fachinformationsreise (später: Studienreise) wird angeboten. Die Zahl der Teilnehmenden steigt.
  • 1979: Die beteiligten Ministerien beginnen, Konferenzen und Seminare zu zentralen Themen der Berufsbildung durchzuführen.
  • 1999: Das erste bilaterale Kooperationsprojekt im deutsch-israelischen Team nimmt seine Arbeit auf.
  • 2012: Erstmals bietet das Programm Auszubildenden die Möglichkeit, einen beruflichen Lernaufenthalt im Partnerland zu absolvieren.
  • 2019: Das Programm feiert sein 50-jähriges Jubiläum mit Festakten in Berlin und Jerusalem.

Finanziert wird die bilaterale Kooperation vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem israelischen Ministerium für Arbeit und Soziales.


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