19. April: Landesweiter Eltern-Protest in Stuttgart

Am Samstag, 19. April, wollen Eltern, Schüler/innen und Lehrer/innen aus ganz Baden-Württemberg in Stuttgart für kleinere Klassen und eine bessere Förderung von Kindern und Jugendlichen protestieren. Es sind ein Sternmarsch sowie eine anschließende Demonstration auf dem Schlossplatz geplant. Die GEW unterstützt diese Initiative. Um 14 Uhr wird auch der Landesvorsitzende Rainer Dahlem dort reden.

13.04.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die unabhängige Initiative "Schule mit Zukunft" schlägt vor, dass Schulen wieder zu Orten werden sollen, an denen gerne gelernt wird und dass alle Schülerinnen und Schüler die Chance bekommen müssen einen qualifizierten Abschluss zu erwerben. "Ohne Zukunftsperspektive für alle Kinder und Jugendliche hat auch unser Bundesland keine Zukunft", sagte Dahlem. Die Sternmärsche starten um 13 Uhr an drei Schulen und vereinigen sich um 14 Uhr auf dem Schlossplatz in Stuttgart. Erwartet werden viele Betroffene aus ganz Baden-Württemberg.

Internetportal Unterrichtsversorgung: www.gew-bw.de Internetseite der Elternproteste: www.schule-mit-zukunft.com

5.000 Stellen für ständige Lehrerreserve

Die Bildungsgewerkschaft hat in einer Studie errechnen lassen, dass Baden-Württemberg 5.000 Lehrer/innen für eine ständige Lehrerreserve bräuchte, damit kein Unterricht mehr ausfällt. Derzeit gibt es dafür 1.250 Lehrkräfte.

Arbeitsgemeinschaften werden beim Unterrichtsausfall nicht gezählt Die Stichprobe Unterrichtsausfall des Kultusministeriums hatte im November 2007 ergeben, dass mit 4,3 Prozent am meisten Pflichtunterricht an den Gymnasien, am wenigsten an den Grundschulen mit 0,9 Prozent ausfiel. Die beruflichen Schulen erreichten einen Wert von 3,4 Prozent und die Realschulen 3,8 Prozent. Die GEW weist darauf hin, dass in der Stichprobe Unterrichtsausfall nicht die zusätzlichen Angebote wie Förderunterricht und Arbeitsgemeinschaf-ten erfasst wurden. "Um den Pflichtunterricht zu sichern, wurden an den Schulen Arbeitsgruppen und Förderunterricht gestrichen, oft mussten Klassen zusammengelegt werden", so Dahlem.

Außerdem müsse berücksichtigt werden, dass Klassenzusammen-legungen oder Stillarbeit nicht als Unterrichtsausfall gezählt werden. 2005 kamen zu durchschnittlich 3,1 Prozent Unterrichtsausfall noch 3,9 Prozent hinzu, sodass tatsächlich in 7 Prozent aller Unterrichtsstunden kein regulärer Unterricht gegeben werden konnte. An den Beruflichen Schulen gibt es außerdem zusätzlich ein strukturelles Unterrichtsdefizit, für 4,4 Prozent der Unterrichtsstunden erhalten die Schulen keine Lehrerstellen.

Beispiele aus dem Internetportal Unterrichtsversorgung

"In der Klasse meines Sohnes (Unterstufe Gymnasium) fällt das Fach Naturphänomene dauerhaft aus, weil die Schule keinen Vertretungslehrer findet. Warum werden nicht zum Schuljahresbeginn nicht mehr Vertretungslehrer für alle Fächer eingestellt?"

"Seit Schuljahresbeginn wurde bei unserem Sohn (Gymnasium, 5. Klasse) nur in einer Woche regulär Unterricht erteilt. Bis zu den Herbstferien gab es zum Beispiel keine einzige Stunde Musik." (19.12.07)"Eine Frechheit, dass Minister Rau verlauten lässt, der Pflichtunterricht sei gesichert; der blanke Hohn, wenn ich an unserer Schule schaue."

Internetportal Unterrichtsversorgung: www.gew-bw.de

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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