Bayern

"2011 beschert den Gymnasien eine Zäsur, aber keinen Stillstand"

"Das Jahr 2011 beschert den Gymnasien eine Zäsur, aber keinen Stillstand in ihrer Entwicklung", beschrieb Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle bei der Landeselternvereinigung für Gymnasien in Neuburg an der Donau die Situation an den gut 400 Gymnasien in Bayern.

28.02.2011 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Im Frühjahr absolvierten über 36.000 junge Menschen das Abitur im letzten Jahrgang des neunjährigen Gymnasiums, im Sommer folgten gut 32.000 aus der 12. Jahrgangsstufe des achtjährigen Gymnasiums. Das Jahr bietet für den Minister die besondere Chance, sich über den eigenen Stand und den Weg nach vorne neu bewusst zu werden. Dabei gehe es um die Qualität der Bildung, die Eigenverantwortung der Schulen und die Rolle des Gymnasiums im differenzierten und durchlässigen Schulwesen in Bayern. Im Mittelpunkt der Entwicklung steht für den Minister das einzelne Kind mit seinen Fähigkeiten und Interessen. Die Elternvertreterinnen und -vertreter lud Dr. Spaenle ein, den erfolgreichen Weg des Dialogs fortzusetzen.

Unterricht wird gut abgedeckt

"Mit 20.000 Stammlehrkräften arbeiten im aktuellen Schuljahr so viele Lehrerinnen und Lehrer wie noch nie an den bayerischen Gymnasien", umriss Dr. Spaenle die aktuelle Unterrichtssituation an den höheren Schulen. Damit sei der Unterricht gut abgedeckt. Der Minister bestätigte, dass das Ministerium mit dem Schuljahr 2011/2012 in den Aufbau von gebundenen Ganztagsklassen an Gymnasien einsteigt und richtete so den Blick auf eine weitere qualitative Verbesserung. Gleichzeitig konnten die durchschnittliche Klassenstärke auch an Gymnasien gesenkt werden.

Minister Spaenle betonte, dass das Kultusministerium die 1819 Stellen, die der letzten Jahrgangsstufe des neunjährigen Gymnasiums zur Verfügung standen, nach dem Schuljahr 2011/2012 und dem Wegfall dieser Aufgabe für die Betreuung der Absolventen an den Hochschulen bereit stellt. "Die Unterrichtsversorgung am achtjährigen Gymnasium wird dadurch aber nicht berührt", so der Minister.

Sehr wichtiger Weg zur Hochschulreife

Jede Schulart im differenzierten bayerischen Bildungswesen habe ihren "eigenen Spirit", so der Minister. Das Gymnasium verfolgt für Dr. Spaenle das Ziel, junge Leute auf die allgemeine Hochschulreife vorzubereiten. Mit dieser ist für den Minister Studierfähigkeit, Bildung in einem ganzheitlichen Sinne mit stark kognitivem Ansatz sowie eine umfassende Persönlichkeitsbildung verbunden. Dabei spiele für die Zukunft die Frage der Stärkung der Profile eine wichtige Rolle. Die Förderung besonders begabter junger Leute werde weiterentwickelt.

Das Gymnasium sei ein "sehr wichtiger Weg, aber nicht der einzige Weg zur Hochschulreife", ergänzte der Kultusminister.

Über 15 Wege können Schülerinnen und Schüler in dem durchlässigen Bildungswesen in Bayern die Hochschulzugangsberechtigung erwerben. Der Weg über die Fach- und Berufsoberschule habe an Bedeutung für die Schülerinnen und Schüler in jüngster Zeit spürbar zugenommen und er weise ein "Leistungsniveau auf, das sich sehen lassen kann". Besonderheit des Gymnasiums ist der durchgängige Bildungsweg für junge Menschen mit dem Anspruch auf eine vertiefte Allgemeinbildung und mit hohen kognitiven Anforderungen.

Monitoring wird fortgesetzt

Mit Hilfe von Monitoring und Prozesssteuerung werde das Ministerium weiterhin den Weg der Umsetzung des achtjährigen Gymnasiums an den Schulen aktiv begleiten. Dabei gehe es auch um die Frage der Belastung der Schülerinnen und Schüler.

"Das differenzierte Schulwesen sichert die Teilhabe- und Chancengerechtigkeit für alle Schülerinnen und Schüler am besten, wenn die Durchlässigkeit und die individuelle Förderung als zweite Seite derselben Medaille sichergestellt ist", unterstrich Minister Spaenle. Den Begabungsschatz von jungen Menschen aus allen sozialen Schichten zu heben, beschrieb Minister als eine zentrale Aufgabe der Bildungspolitik. Soziale Startnachteile müssten kompensiert werden.


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