7000 Stimmen für mehr Junglehrer an Bayerns Realschulen
Die bayerischen Realschulen brauchen mehr junge Lehrkräfte. Mit dieser Forderung steht der Bayerische Realschullehrerverband nicht allein: Insgesamt 7003 Unterschriften hat der Verband seit Mitte Juli im Rahmen der Kampagne "Lehramt statt Arbeitsamt" gesammelt, als die verheerenden Einstellungszahlen für das Schuljahr 2015/16 öffentlich wurden. Heute wird die Unterschriftenliste in München an Landtagspräsidentin Barbara Stamm übergeben.
30.09.2015 Pressemeldung Bayerischer Realschullehrerverband (brlv)Lediglich 75 feste Stellenangebote im Realschulbereich hatte der Freistaat zum neuen Schuljahr bereitgestellt – und das bei rund 2500 Bewerbern. Das bedeutet, 97 Prozent der angehenden Realschullehrer wurden abgelehnt, darunter auch zahlreiche Absolventen mit Spitzenexamina.
Bereits eine zusätzliche Stelle pro Realschule würde Entlastung schaffen
"Der Sparkurs der Politik verbaut nicht nur die berufliche Zukunft tausender motivierter und engagierter Junglehrer. Er strapaziert auch die Kräfte unsere Kollegien, die seit Jahren an der Belastungsgrenze arbeiten", erklärt brlv-Vorsitzender Jürgen Böhm: "Am meisten schadet die schlechte Personalausstattung allerdings unseren Schülern. Die Bayerische Realschule steht wie keine andere Schulart für das erfolgreiche bayerische Bildungswesen. Die Jugendlichen genießen hier eine Ausbildung auf Spitzenniveau und entwickeln sich zu den Fachkräften von morgen, die die bayerische Wirtschaft so dringend braucht."
Mit den bestehenden Ressourcen lasse sich die Qualität der Bayerischen Realschule nicht auf Dauer halten, so Böhm: "Wir brauchen die Unterstützung durch die jungen Lehrkräfte. Nur mit einem gesunden Verhältnis von Nachwuchspersonal und angestammten Lehrkräften können wir die Realschulen beispielsweise im Bereich der differenzierten Förderung, bei den Ganztagsangeboten oder beim Ausbau der digitalen Bildung kontinuierlich weiterentwickeln. Mit nur einer zusätzlichen Stelle je Schule – wir haben 238 staatliche Realschulen in Bayern – würden wir eine berufliche Perspektive für die Junglehrer schaffen, die Kollegen entlasten und einen qualitativ hohen Unterricht für unsere Schüler gewährleisten. Ich bitte die Landtagspräsidentin eindringlich, sich im Parlament für dieses Anliegen einzusetzen."
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