Baden-Württemberg

Abgänger aus allgemeinbildenden Schulen 2011: 5,1 Prozent ohne Hauptschulabschluss

Rund 120 400 Schülerinnen und Schüler sind im Jahr 2011 (Schuljahr 2010/11, ohne Berücksichtigung des Zweiten Bildungswegs) von einer allgemeinbildenden Schule in Baden-Württemberg abgegangen, 0,9 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

15.06.2012 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Die Quote der Abgänger ohne Hauptschulabschluss lag bei 5,1 Prozent1), d. h., jeder Zwanzigste eines Altersjahrgangs hat die Schule ohne Hauptschulabschluss verlassen. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, hat sich damit der abnehmende Trend der letzten Jahre weiter fortgesetzt:
2005 6,7 Prozent,
2006 6,3 Prozent,
2007 5,9 Prozent,
2008 5,6 Prozent,
2009 5,5 Prozent,
2010 5,2 Prozent,
2011 5,1 Prozent ohne Hauptschulabschluss.

Dagegen hat die Quote der Absolventen mit Hochschulzugangsberechtigung weiter zugenommen:
2005 22,0 Prozent,
2006 23,4 Prozent,
2007 24,0 Prozent,
2008 24,8 Prozent,
2009 25,9 Prozent,
2010 26,7 Prozent,
2011 28,4 Prozent mit Hochschulzugangsberechtigung.

Die Quote der Hochschulzugangsberechtigung setzte sich im Jahr 2011 zusammen aus 28,2 Prozent mit Abitur und 0,3 Prozent mit Fachhochschulreife. Die häufigste Abschlussart blieb aber mit 42,2 Prozent der mittlere Abschluss (Realschul- oder gleichwertiger Abschluss). Mit einem Hauptschulabschluss verließen 26,6 Prozent eines Altersjahrgangs das allgemeinbildende Schulsystem.

Bei den rund 5 900 Abgängern ohne Hauptschulabschluss ist zu berücksichtigen, dass fast zwei Drittel aus einer Sonderschule kamen. Die meisten dieser Sonderschüler haben gar keinen Hauptschulabschluss angestrebt – sie besuchten nämlich eine Förderschule oder eine Schule für Geistigbehinderte.2) An diesen Schulen konnten gut 2 500 Schülerinnen und Schüler das Abschlusszeugnis der Förderschule und knapp 1 000 den Abschluss der Schule für Geistigbehinderte erreichen.

Mädchen erzielen nach wie vor im Durchschnitt (formell) höherwertige Abschlüsse als Jungen: Sie machen häufiger Abitur und gehen seltener mit Hauptschulabschluss ab. So lag die Quote der Absolventen mit Hochschulzugangsberechtigung bei den jungen Frauen bei 32,3 Prozent und bei den jungen Männern bei 24,8 Prozent. Kaum geschlechtsspezifische Unterschiede gab es beim mittleren Abschluss (Mädchen: 43,4 Prozent, Jungen: 41,1 Prozent). Der Hauptschulabschluss wurde von Jungen mit 29,3 Prozent vergleichsweise häufiger erzielt als von Mädchen mit 23,8 Prozent. Ohne Hauptschulabschluss haben 5,9 Prozent der Jungen und 4,2 Prozent der Mädchen die Schule verlassen.

Zwischen ausländischen und deutschen Schülerinnen und Schülern bestehen weiterhin grundlegende Unterschiede bei der Verteilung der Schulabschlüsse. Ausländische Absolventen gehen häufiger mit dem Hauptschulabschluss ab und erzielen seltener eine Hochschulzugangsberechtigung. So erreichten im Jahr 2011 nur 8,3 Prozent der ausländischen Absolventen eines Altersjahrgangs die Fachhochschul- oder Hochschulreife im Gegensatz zu 31,2 Prozent der deutschen. Beim mittleren Abschluss lagen die Quoten von Ausländern und Deutschen bei 36,2 bzw. 42,9 Prozent. Gut jeder zweite ausländische Absolvent eines Altersjahrgangs verließ das allgemeinbildende Schulsystem mit dem Hauptschulabschluss (deutsche: knapp jeder vierte). Die Quote der Abgänger ohne Hauptschulabschluss eines Altersjahrgangs war bei den ausländischen Abgängern mit 12,3 Prozent dreimal so hoch wie bei den deutschen mit 4,1 Prozent.

Die beruflichen Schulen bieten den Abgängern der allgemeinbildenden Schulen die Möglichkeit, allgemeinbildende Abschlüsse nachzuholen bzw. zu erwerben. Im Jahr 2011 haben die beruflichen Schulen insgesamt fast 3 800 Hauptschulabschlüsse vergeben. Einen mittleren Abschluss erwarben knapp 13 900 junge Erwachsene an beruflichen Schulen. Darüber hinaus wurde im Jahr 2011 allein an den beruflichen Gymnasien gut 14 300-mal die allgemeine Hochschulreife verliehen.

1) Absolventen- und Abgangsquoten berechnet nach dem Quotensummenverfahren (Absolventen/Abgänger nach Geburtsjahren bezogen auf die entsprechende Wohnbevölkerung).
2) Oder eine entsprechende Abteilung eines anderen Sonderschultyps.

Weitere Daten unter www.statistik-bw.de/Pressemitt/2012183.asp


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