Baden-Württemberg

Abgänger aus allgemeinbildenden Schulen 2012: In Folge des "Doppel-Jahrgangs" fast die Hälfte mit Abitur

In Baden-Württemberg konnte im Jahr 2012 in Folge des Ausscheidens des "Doppel-Jahrgangs" (letzter G9-Zug und erster G8-Zug) der allgemeinbildenden Gymnasien fast die Hälfte der Abgänger aus allgemeinbildenden Schulen das Abitur erzielen. Damit war in diesem außergewöhnlichen Abgangsjahr das Abitur die häufigste Abschlussart.

28.06.2013 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Wie das Statistische Landesamt mitteilt, sind insgesamt rund 138 700 Schülerinnen und Schüler im Jahr 2012 (Schuljahr 2011/12, ohne Berücksichtigung des Zweiten Bildungswegs) von einer allgemeinbildenden Schule abgegangen; dies waren ca. 15 Prozent mehr als im Vorjahr – ebenfalls bedingt durch den doppelten Abiturientenjahrgang.

Die Quote der Abgänger ohne Hauptschulabschluss lag bei 5,1 Prozent [1], d. h. jeder zwanzigste eines Altersjahrgangs hat die Schule ohne Hauptschulabschluss verlassen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass von den knapp 6 000 Abgängern ohne Hauptschulabschluss rund 3 800 aus einer Sonderschule kamen. Die meisten dieser Sonderschüler hatten gar keinen Hauptschulabschluss angestrebt – sie besuchten nämlich eine Förderschule oder eine Schule für Geistigbehinderte. [2] An diesen Schulen konnten gut 2 400 Schülerinnen und Schüler das Abschlusszeugnis der Förderschule und gut 1 000 den Abschluss der Schule für Geistigbehinderte erreichen.

Mit Hauptschulabschluss ging jeder Fünfte (19,9 Prozent) eines Altersjahrgangs ab. Einen mittleren Abschluss (Realschul- oder gleichwertiger Abschluss) hatten 43,5 Prozent in der Tasche. Die Quote der Hochschulzugangsberechtigung lag bei 49,7 Prozent und setzte sich zusammen aus 49,4 Prozent mit Abitur und 0,3 Prozent mit Fachhochschulreife.

Mädchen erreichen nach wie vor im Durchschnitt (formell) höherwertige Abschlüsse als Jungen. So gingen sie sowohl seltener ohne Hauptschulabschluss ab (4,2 zu 6,0 Prozent) als auch seltener mit Hauptschulabschluss (17,5 zu 22,2 Prozent). Beim mittleren Abschluss haben sie dagegen mit einer Quote von 44,7 Prozent leicht die Nase vorn (Jungen: 42,4 Prozent). Die Quote der Absolventen mit Hochschulzugangsberechtigung lag bei den jungen Frauen bei 55,1 Prozent und bei den jungen Männern bei 44,6 Prozent.

Zwischen ausländischen und deutschen Schülerinnen und Schülern bestehen weiterhin grundlegende Unterschiede bei der Verteilung der Schulabschlüsse. Ausländische Absolventen gehen häufiger mit dem Hauptschulabschluss ab und erzielen seltener eine Hochschulzugangsberechtigung. So erreichten im Jahr 2012 nur 12,7 Prozent der ausländischen Absolventen eines Altersjahrgangs die Fachhochschul- oder Hochschulreife im Gegensatz zu 54,8 Prozent der deutschen. Beim mittleren Abschluss lagen die Quoten von Ausländern und Deutschen bei 38,6 bzw. 44,1 Prozent. Gut jeder dritte (34,1 Prozent) ausländische Absolvent eines Altersjahrgangs verließ das allgemeinbildende Schulsystem mit dem Hauptschulabschluss (deutsche: knapp jeder fünfte, 18,1 Prozent). Die Quote der Abgänger ohne Hauptschulabschluss eines Altersjahrgangs war bei den ausländischen Abgängern mit 11,7 Prozent knapp dreimal so hoch wie bei den deutschen mit 4,2 Prozent.

An den beruflichen Schulen besteht für die Abgänger der allgemeinbildenden Schulen die Möglichkeit, allgemeinbildende Abschlüsse nachzuholen bzw. zu erwerben. Im Jahr 2012 haben die beruflichen Schulen insgesamt rund 3 600 Hauptschulabschlüsse vergeben. Einen mittleren Abschluss erwarben knapp 12 900 junge Erwachsene an beruflichen Schulen. Darüber hinaus wurde im Jahr 2012 allein an den beruflichen Gymnasien nahezu 15 400 Mal die allgemeine Hochschulreife verliehen.

[1] Absolventen- und Abgangsquoten berechnet nach dem Quotensummenverfahren (Absolventen/Abgänger nach Geburtsjahren bezogen auf die entsprechende Wohnbevölkerung).

[2] Oder eine entsprechende Abteilung eines anderen Sonderschultyps.


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