Leistungskurssystem

Abitur in Mecklenburg-Vorpommern soll reformiert werden

Der Landesschülerrat und der Bildungsminister haben über Ausgestaltung der Hauptfächer beraten.

07.07.2016 Mecklenburg-Vorpommern Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern
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Die jüngsten Beschlüsse der Kultusministerkonferenz zum Abitur gehen auch auf einen Vorschlag des Landesschülerrates Mecklenburg-Vorpommern zurück. Der Landesschülerrat hatte angeregt, die Zahl der Hauptfächer im Abitur künftig deutschlandweit auf höchstens vier zu begrenzen. Das Bildungsministerium hat diesen Vorschlag aufgegriffen und in die Kultusministerkonferenz eingebracht. Er wurde durch den Grundsatzbeschluss der KMK im Juni gebilligt. Die neuen Regelungen sollen für Schülerinnen und Schüler gelten, die im Jahr 2018 in die Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe (Klasse 10) eintreten.

„Ich freue mich sehr darüber, dass der Landesschülerrat mit hohem Engagement und großer Sachkompetenz die Interessen der Schülerinnen und Schüler vertritt und unsere Arbeit konstruktiv begleitet“, sagte Bildungsminister Mathias Brodkorb nach einem turnusgemäßen Arbeitsgespräch mit dem Vorstand des Landesschülerrates. „Dies hilft sehr dabei, die Schulpolitik so zu gestalten, dass zwischen allen Beteiligten ein sachlich ausgereifter Vorschlag entsteht“, so Brodkorb.

Die Mitglieder des Landesschülerrates begrüßten die Entscheidung der Kultusministerkonferenz und unterbreiteten dem Ministerium einen weiteren Vorschlag zur künftigen Umsetzung. „Aus unserer Sicht wäre es die beste Lösung, wenn die Schülerinnen und Schüler künftig weiterhin sowohl Mathematik als auch Deutsch verpflichtend als Hauptfächer belegen müssten. Dies würde für alle eine gute Allgemeinbildung sichern. Die beiden weiteren Hauptfächer sollten möglichst frei gewählt werden können, um den speziellen Interessen aller Schülerinnen und Schüler entgegen zu kommen und eine optimale Vorbereitung auf Studium oder Beruf zu gewährleisten“, sagte der Vorstand des Landesschülerrates.

Darüber hinaus plädierte der Vorstand für die teilweise Wiedereinführung eines Leistungskurssystems. „Aus Sicht der Schülerinnen und Schüler wäre es wünschenswert, zumindest in den verpflichtenden Kernfächern Deutsch und Mathematik zum System aus Grund- und Leistungskursen zurückzukehren. So könnte dem unterschiedlichen Leistungsniveau und Interesse der Schülerinnen und Schüler bei gleichzeitiger Sicherung der Allgemeinbildung am besten entsprochen werden“, erläuterte der Vorstand des Landesschülerrates.

Bildungsminister Mathias Brodkorb sagte zu, diesen Vorschlag konstruktiv zu prüfen und ihn in die weiteren Beratungen einfließen zu lassen. Darüber hinaus soll im Rahmen einer Umfrage die Meinung der Lehrerinnen und Lehrer eingeholt werden.

„Ich finde den Vorschlag des Landesschülerrates sehr bedenkenswert, weil mit der Abiturprüfungsverordnung bereits vor zwei Jahren ein erster Schritt in diese Richtung gegangen wurde und er auch in kleineren Gymnasien und Gesamtschulen im ländlichen Raum umsetzbar wäre“, sagte Brodkorb. „Die Leistungskurse könnten dann wieder wie früher fünfstündig unterrichtet werden, die Grundkurse drei- oder vierstündig“, so der Minister. Eine abschließende Entscheidung werde es in der laufenden Legislaturperiode voraussichtlich aber nicht mehr geben.


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