Abschlussgefährdete Schüler erfolgreich mit Produktivem Lernen
77 Prozent der Schüler des vierten Jahrgangs "Produktives Lernen" haben ihren Hauptschulabschluss erfolgreich abgelegt. Von den 68 Schülern erreichten 26 sogar den qualifizierenden Hauptschulabschluss. Damit knüpft die Bestehensquote an die guten Ergebnisse der Vorjahre an. Insgesamt haben 88 abschlussgefährdete Schüler im Schuljahr 2013/14 an den Prüfungen teilgenommen. Fast alle Schulabgänger haben das Projekt zudem mit einer konkreten Anschlussperspektive verlassen.
13.08.2014 Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus"Das Produktive Lernen ist für die Schüler eine große Chance, ihren Abschluss zu schaffen. Der Erfolg zeigt, dass wir die Zahl der Schüler ohne Abschluss mit diesem Konzept weiter senken können. Deshalb verankern wir das Produktive Lernen als dauerhaftes Angebot im sächsischen Schulsystem", sagte Kultusministerin Brunhild Kurth. "Ich freue mich sehr für die Schüler und bedanke mich auch bei Lehrern, Praxisbetrieben und Schulträgern, die mit ihrem großen Engagement zum Erfolg der Schüler beitragen", so die Ministerin weiter.
Produktives Lernen startete 2008 und soll über die teilweise Verlagerung des Unterrichts in die Praxis die Motivation der Schüler stärken. Derzeit lernen rund 200 abschlussgefährdete Hauptschüler der 8. und 9. Klasse an zwei Tagen der Woche in der Schule und drei Tage an selbstgewählten Praxisplätzen.
Ab dem neuen Schuljahr werden zwei Fachberater "Produktives Lernen" die Lehrkräfte unterstützen. Sie haben sich in einer mehrjährigen intensiven Fortbildung für diese Aufgabe vorbereitet.
Der Schulversuch wurde aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Freistaates Sachsen mit bisher insgesamt drei Millionen Euro gefördert.
Fakten zum Produktiven Lernen
- Schulisches Angebot für abschlussgefährdete Schüler der Klassenstufen 8 und 9.
- Der 2-jährige Bildungsgang ist in Trimester gegliedert (also pro Schuljahr drei Etappen).
- Schüler lernen an zwei Tagen in der Woche in der Schule, an drei Tagen in einem Unternehmen.
- In jedem Trimester ist man in einem anderen Betrieb. Also: insgesamt sechs verschiedene Betriebe (die Jugendlichen können in Unternehmen, Verwaltungen, Vereinen, soziale und kulturelle Einrichtungen gehen).
- Die Stundentafel wird für diese Schüler grundlegend verändert.
- Unterrichtsfächer sind: Mathematik, Deutsch, Englisch, Naturwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften und Kommunikation. Dazu gehört natürlich auch das Lernen in der Praxis, das ebenfalls bewertet wird.
- Bestehensquote der ersten drei Jahrgänge: 2011: 73 Prozent, 2012: 82 Prozent, 2013: 79 Prozent.
Schulen mit dem Angebot des Produktiven Lernens:
- Dr.-Chr.-Hufeland-Oberschule Plauen
- Georg-Schumann-Schule Leipzig
- Georg-Weerth-Oberschule Chemnitz
- Oberschule Freital-Potschappel
- Oberschule "Am Holländer" Döbeln
- Erste Oberschule Hoyerswerda
- 121. Oberschule Dresden
- Helmholtzschule Leipzig (seit dem Schuljahr 2013/14)
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