Ahnen/Bruch: Schulen und Polizei sorgen gemeinsam für mehr Sicherheit

"Wir wollen, dass sich Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg in die Schule, in der Schule selbst und auf dem Weg nach Hause sicher fühlen. Dafür sorgen zahlreiche Aktionen und Projekte landesweit, bei denen Fachleute der Polizei mit Lehrerinnen und Lehrern sowie Schülerinnen und Schülern eng zusammenarbeiten. In diese Kooperationsprojekte wollen wir vor allem die Eltern künftig noch stärker einbinden."

09.11.2005 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Das unterstrichen Bildungsministerin Doris Ahnen und Innenminister Karl Peter Bruch bei der Ankündigung des Aktionstages "Polizei und Schule kooperieren, mit Sicherheit!" Am 17. November werden landesweit nahezu 80 rheinland-pfälzische Polizeidienststellen und Schulen in gemeinsamen Veranstaltungen darstellen, welche Sicherheitsarbeit sie regelmäßig leisten. "Der Aktionstag führt beispielhaft das breite Spektrum der landesweiten Präventionsarbeit von Schulen und Polizei vor, um es einer breiteren Öffentlichkeit nahe zu bringen und insbesondere Eltern noch stärker für Prävention und Sicherheit rund um die Schule zu sensibilisieren", kündigten die Bildungsministerin und der Innenminister an.

Bruch unterstrich: "Wenn die Polizei früher gelegentlich Schulen aufsuchte, hatte dies zumeist für den einen oder anderen Schüler nichts Gutes zu bedeuten. Heute sind Besuche der Polizei an Schulen Normalität. Dies liegt nicht daran, dass Straftaten eine verstärkte Präsenz der Polizei an und in Schulen erforderlich machten. Ursache der regelmäßigen Kontakte ist vielmehr, dass Polizei und Schulen beim Ausbau präventiver Maßnahmen einen eindeutigen Schwerpunkt gesetzt und ihre Kooperation erheblich ausgeweitet haben."

Die Zahl der gemeinsamen Veranstaltungen von Polizei und Schulen habe in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen, sagten Bruch und Ahnen. Die dabei behandelten Themenbereiche seien vielfältig. Während bei den jüngeren Schülerinnen und Schülern vor allem die Themen Sicherheit auf dem Schulweg, im Schulbus und auf dem Schulhof im Vordergrund stünden, seien mit den älteren Schülerinnen und Schülern Themen wie Aggressionen zwischen und von Jugendlichen, Fremdenfeindlichkeit, Eigentumsdelikte und die Suchtproblematik bearbeitet worden. "Allein zum Themenbereich Sucht- und Drogenprävention hat die Polizei in den Jahren 1996 bis 2004 mehr als 3.600 Schulveranstaltungen bestritten", erläuterte Bruch. Ein besonders erfolgreiches Kooperationsprojekt sei das gemeinsam mit dem schulpsychologischen Dienst entwickelte Programm "Prävention im Team (PiT)", in dem Lehrkräfte gemeinsam mit Polizistinnen und Polizisten auf verschiedene Themen der Prävention vorbereitet würden, unterstrich Doris Ahnen.

Rund 150 Schulen seien über dieses Programm bereits erreicht worden. "Die Kooperation mit der Polizei ergänzt in vorbildlicher Weise die unterrichtlichen Aktivitäten der Lehrkräfte – zum Beispiel in Biologie oder Gemeinschaftskunde – zur Gesundheitsförderung und gegen den Missbrauch von Drogen, aber auch die vielen Projekte ergänzend zum Unterricht, die in den Schulen stattfinden", sagte die Bildungsministerin weiter. Als Beispiele für die schulische Präventionsarbeit nannte die Ministerin dabei das landesweit an weit mehr als 300 Schulen verbreitete "Streitschlichterprogramm", das "Programm zur Primärprävention (PROPP)" für weiterführende Schulen, das die Bewältigung von Konflikten in den Mittelpunkt rücke und an dem bereits mehr als 1000 Lehrkräfte und rund 350 Schulen teilgenommen haben, sowie die Schülermultiplikatorenseminare im Bereich der Suchtprävention. "Mit diesem Schuljahr ist die Palette der Präventionsangebote zudem nochmals erweitert worden, da jetzt zum einen 33 Lehrerinnen und Lehrer in einem Multiplikatoren-Netzwerk für Gewaltprävention bereitstehen und zum anderen dieser Bereich mit dem Programm ´Ich – Du – Wir´ auch in den Grundschulen noch weiter verstärkt wird", betonte Doris Ahnen.

"Der Ausbau der Präventionsarbeit an den Schulen in den vergangenen Jahren hat zu einer hohen Sensibilität von Kindern und Jugendlichen für Sicherheit und für Vermeidung von Gewalt nicht nur in der Schule beigetragen", erklärten der Innenminister und die Bildungsministerin. Die Präventionsstrategie der Landesregierung stehe daher auf zwei Säulen. Sie solle zum einen das Rechtsbewusstsein stärken, zum anderen aber Kinder und Jugendliche auch mit Strategien, beispielsweise zur gewaltfreien Konfliktlösung, ausstatten.

Wer eine erhöhte Sensibilität anstrebe, müsse gerade junge Menschen ermutigen, bei Straf- und Gewalttaten nicht weg zu sehen, sondern Zivilcourage zu beweisen und ihre Lehrkräfte, die Eltern oder die Polizei über solche Vorfälle zu informieren, betonte Innenminister Bruch. "Die gestiegene Anzeigebereitschaft zeigt uns deutlich, dass sich Kinder und Jugendliche dieser Verantwortung stellen". Die Präventionsstrategie von Polizei und Schule ziele ausdrücklich darauf ab, vor allem minderjährige Straftäterinnen und Straftäter frühzeitig aus der Anonymität heraus zu holen. "Dann haben wir eine große Chance, sie mit erzieherischen und vorbeugenden Maßnahmen vor dem allmählichen Reinschlittern in eine kriminelle Laufbahn zu bewahren". Deshalb sei das große personelle und finanzielle Engagement für die Präventionsarbeit eine Investition, die der Gesellschaft auch höhere Kosten für den Strafvollzug und Resozialisierungsmaßnahmen ersparen könne. Diese offensive Präventionsstrategie unter Einbindung von Schulbeteiligten, Polizei und Eltern könne auch in der Folge zu einem weiteren Anstieg des Anzeigeverhaltens und damit zugleich auch zu einer weiteren Zunahme der polizeilich bekannt gewordenen Fälle führen. "In konsequenter Verfolgung dieser Strategie verspricht sich die Landesregierung jedoch langfristig noch mehr Sicherheit in und um Schulen", betonten Ahnen und Bruch.

In der Schule können die Grundlagen dafür gelegt werden, dass sich Kinder und Jugendliche Strategien für eine gewaltfreie Lösung von Konflikten aneignen, praktizieren und auch in ihrem späteren Leben beibehalten", ergänzte Bildungsministerin Ahnen. Die gemeinsamen Veranstaltungen von Schulen mit den örtlichen Polizeidienststellen seien zudem ein ausgezeichnetes Beispiel für die Kooperation von Schulen mit außerschulischen Partnern, von denen beide Seiten profitierten. "Die Schulen öffnen sich gegenüber anderen Institutionen und sie knüpfen so Beziehungen in die außerschulische Lebenswelt ihrer Schülerinnen und Schüler. Die Polizei erwirbt sich mit ihrer Präsenz an den Schulen Vertrauen und Verständnis bei den Jugendlichen für ihre nicht immer einfache Arbeit", sagte Doris Ahnen.

Ahnen und Bruch lobten besonders die Bereitschaft von Polizistinnen und Polizisten, sich intensiv auf den Besuch in den Schulen vorzubereiten, zum Beispiel durch den pädagogischen Einsatz neuer Medien. "Unsere Beamtinnen und Beamten wollen die Schülerinnen und Schüler nicht belehren, sondern, gerade mit den älteren, in einen kritischen Dialog über Sicherheit, Vorbeugung und das solidarische Zusammenleben in einer demokratischen und offenen Gesellschaft treten", erklärte Bruch. Die Schülerinnen und Schüler hätten bei diesen Unterrichtsbesuchen die Möglichkeit, ihre Fragen direkt an die Fachleute für Sicherheit zu stellen, ergänzte Ahnen. "Sie fühlen sich, auch mit ihren möglichen Ängsten, hierbei in besonderer Weise ernst genommen".

Hinweis: Im Anhang (.pdf-Format) finden Sie die Liste der am Aktionstag beteiligten Schulen und Polizeidienststellen. Die fünf Polizeipräsidien werden die lokalen Medien noch einmal gesondert zum Aktionstag einladen.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden