Ahnen: Ökonomische Bildung an Schulen stärkt bei Kindern und Jugendlichen einen verantwortungsbewussten Umgang mit Geld

Für eine Stärkung der ökonomischen Kompetenz junger Menschen sprach sich die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen bei einer gemeinsamen Veranstaltung mit der "Initiative Finanzstandort Deutschland" zum Thema "Prävention vor Überschuldung von Jugendlichen" in der Mainzer Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank aus. Für die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit eines Landes seien neben anderen Bildungszielen auch wirtschaftliches Wissen und ökonomische Handlungskompetenzen wichtige Voraussetzungen.

05.04.2006 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Wenn Schülerinnen und Schüler sich frühzeitig, also in der Schule, umfassend mit Wirtschafts- und Finanzfragen befassten, seien sie später besser in der Lage, eigenverantwortliche Entscheidungen, z.B. über langfristige finanzielle Verpflichtungen, zu treffen. Deshalb habe das Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend im Jahre 2003 "Richtlinien zur Ökonomischen Bildung an allgemein bildenden Schule" herausgegeben. "Damit haben ökonomische Fragestellungen in Rheinland-Pfalz einen festen Platz in allen Schulstufen und Schulformen", erklärte die Bildungsministerin. Jede einzelne Schule entwickele auf der Grundlage der Richtlinien Konzepte für einen fächerübergreifenden und handlungsorientierten Unterricht, der vor allem auch die Kooperation mit außerschulischen Partnern, wie zum Beispiel Unternehmen oder der Verbraucherberatung, einschließe. "Es ist uns wichtig, wirtschaftliche Praxis in die Schule zu holen, damit Kinder und Jugendliche am konkreten Beispiel lernen, Verantwortung zu übernehmen, Termine einzuhalten und Aufgaben zu koordinieren", sagte Doris Ahnen.

Besonders chancenreich stelle sich die Verknüpfung von ökonomischer Bildung und wirtschaftlicher Praxis in den mittlerweile 360 rheinland-pfälzischen Ganztagsschulen in Angebotsform dar, zu deren pädagogischem Konzept ausdrücklich die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern gehöre. "Eine solche Kooperation ist ein weiterer innovativer Weg, um Kindern und Jugendlichen mehr Finanzkompetenz für ihren weiteren Ausbildungs- und Berufsweg an die Hand zu geben", erklärte die Ministerin. "Nur wenn Kinder und Jugendliche den Umgang mit Geld lernen, können sie Konsumverhalten und Einkommen, also heute das Taschengeld und morgen das Gehalt, in einem angemessenen Verhältnis gestalten". Es sei ein Alarmzeichen, dass bei einer Jugendstudie des Bundesverbands deutscher Banken jeder 7. Jugendliche zwischen 14 und 24 Jahren angegeben habe, er habe schon einmal Probleme bei der Rückzahlung von Schulden gehabt. "Eine Schule, die Schülerinnen und Schüler auf das Leben vorbereitet, und unsere Schulen wollen das, darf und wird ein solches Problem in ihrem Unterricht nicht ausklammern", sagte Ahnen. Die gute Kooperation zwischen Schule und Wirtschaft zeige sich auch bei der Fortbildung von Lehrkräften. Die Bildungsministerin wies dabei beispielhaft auf das Projekt "Ökonomische Bildung online – Wirtschaft in die Schule!" hin, das seit 2003 in Rheinland-Pfalz läuft. Mehr als 50 Lehrkräfte hätten bisher über dieses berufsbegleitende, internetgestützte Angebot, das gemeinsam mit mehreren Stiftungen der Wirtschaft organisiert werde, ihr Wissen über ökonomische Zusammenhänge sowie deren didaktische und methodische Aufbereitung für den Unterricht vertieft.

Die Bildungsministerin dankte der "Initiative Finanzstandort Deutschland" (IFD) für ihr Engagement zur Stärkung der ökonomischen Kompetenzen und des Finanzwissens in Deutschland und vor allem an den Schulen. Die IFD wurde im Mai 2003 von Unternehmen aus der Kredit- und Versicherungswirtschaft, der Deutschen Börse, der Bundesbank, dem Bundesministerium der Finanzen sowie weiteren Verbänden der Finanzwirtschaft gegründet, um das Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge zu fördern. Eine konkrete Maßnahme ist dabei das Internetportal www.KursraumGeld.de, das sich gerade auch an Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte wendet. "Dieses Angebot ist eine sinnvolle Ergänzung der Ökonomischen Bildung in unseren Schulen und ein Beitrag, damit wir alle unser gemeinsames Ziel erreichen: Die Finanzkompetenz von Kindern und Jugendlichen zu stärken und sie zu mündigen und verantwortungsbewusst handelnden Konsumentinnen und Konsumenten zu erziehen", sagte die Bildungsministerin abschließend.


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