Ahnen/Stadelmaier: Zehn Millionen Euro für zehn Schritte zur Verbesserung der Medienkompetenz von Schülerinnen, Schülern, Lehrkräften und Eltern

"Die rheinland-pfälzische Landesregierung wird in den nächsten vier Jahren zehn Millionen Euro zusätzlich in die Förderung der Medienkompetenz an den Schulen investieren. Damit werden zum einen mindestens 200 weiterführende Schulen beim Ausbau ihrer technischen Infrastruktur gefördert. Damit wird aber auch die Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern nachhaltig gestärkt, die Medienerziehung im Elternhaus unterstützt und damit werden weitere rund 10.000 Lehrkräfte im Umgang mit den neuen Medien im Unterricht fortgebildet." Das unterstrichen Bildungsministerin Doris Ahnen und der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Martin Stadelmaier, heute bei der Vorstellung des neuen 10-Punkte-Programms "Medienkompetenz macht Schule" in Mainz. An zehn Modellschulen würden die Konzepte ab dem Schuljahr 2007/2008 erprobt und dann in die Fläche getragen, kündigte die Bildungsministerin an.

16.04.2007 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

"Für die Zukunftsfähigkeit spielen Information, Wissen und Bildung eine immer bedeutendere Rolle", hielten Doris Ahnen und Martin Stadelmaier fest. Technologische und kommunikationstechnische Entwicklungssprünge, eine zunehmend globalere Wirtschaft, die sich schnell verändernde Arbeitswelt und der stetige soziale Wandel der Wissensgesellschaft stellten den Arbeitsmarkt, Schule und Bildung aber auch die Jugendpolitik sowie alle Eltern heute vor neue Herausforderungen. "Der Vormarsch der neuen Medien bietet jedoch nicht nur Chancen, sondern hat auch Risiken", betonte die Bildungsministerin und wies darauf hin, dass angesichts der sich ausweitenden Nutzung der neuen Medien und des Internets die Fragen eines effektiven Medienschutzes von Kindern und Heranwachsenden zunehmend an Bedeutung gewinnen. "Damit kommt der Förderung der Medienkompetenz eine entscheidende Rolle zu. Sie ist wichtige Voraussetzung für berufliche Perspektiven in allen Bereichen der Arbeitswelt und für gesellschaftliche und politische Partizipation. In einer Zeit, in der sich Information und Wissen so schnell wandeln wie niemals zuvor, ist Medienkompetenz auch eine entscheidende Grundlage lebenslangen Lernens", sagte Doris Ahnen.

Vor diesem Hintergrund habe die Landesregierung das 10-Punkte-Programm "Medienkompetenz macht Schule" beschlossen. Zielgruppe des Programms seien alle an der schulischen Bildung Beteiligten, vor allem Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern. Im Rahmen des 10-Punkte-Programms werde unter anderem für alle Schularten das fächerübergreifende Konzept "Medienkompetenz" weiterentwickelt. Projekte und Wettbewerbe würden insbesondere im Rahmen der Ganztagsschule ausgebaut. Darüber hinaus werde die Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte mit eLearning intensiviert und der Jugendmedienschutz verstärkt. Ein besonderes Anliegen sei es zudem, Eltern umfassend über die Möglichkeiten zu informieren, wie sie selbst zur Förderung der Medienkompetenz beitragen können, und sie an diesen Bildungs- und Erziehungsprozessen aktiv zu beteiligen.

Ein zentrales Ziel des 10-Punkte-Programms sei es, möglichst viele weiterführende Schulen mit dem "Modularen Netzwerk für Schulen" (MNS+) auszustatten und mindestens 200 der rund 700 weiterführenden Schulen landesweit beispielsweise mit Laptop-Wagen und Präsentationseinheiten zu unterstützen. Die Anbindung der Schulen an Breitbandnetze solle weiter vorangetrieben und der Bildungsserver Rheinland-Pfalz solle zu einer umfassenden Lern- und Fortbildungsplattform ausgebaut werden. Die Zusammenarbeit mit Partnern aus der Wirtschaft, aus Medien und Wissenschaft – wie beispielsweise dem Verbund "Schulen ans Netz" – werde intensiviert und der Ausbau der Medienkompetenznetzwerke in der Fläche vorangetrieben.

"Mit Hilfe dieses neuen Programms kann Rheinland-Pfalz seine gute Position unter den Ländern bei der Förderung der Medienkompetenz weiter festigen und nachhaltig sichern", hob Staatssekretär Martin Stadelmaier, Chef der Staatskanzlei, hervor. 58.000 PCs stünden den Schülerinnen und Schülern in den Schulen zur Verfügung, mit einem Verhältnis von zehn Schülerinnen und Schülern pro PC stehe Rheinland-Pfalz im Ländervergleich gut da, die Standardlösung für pädagogische Netzwerke in Rheinland-Pfalz (MNS+) werde schon an 200 Schulen im Land eingesetzt und in den vergangenen Jahren sei es in Kooperationen gelungen, mehr als 16.000 Lehrerinnen und Lehrer im Umgang mit den neuen Medien fortzubilden. Im Jugendmedienschutz seien unter anderem mit der Einrichtung von "jugendschutz.net" in Mainz, der Federführung bei "Klicksafe" sowie mit den Schwerpunktsetzungen der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) im Medienkompetenzsektor Maßstäbe gesetzt worden. Diese gute Ausgangsposition solle nun ausgebaut werden. Der Chef der Staatskanzlei unterstrich, dabei nutze das Land die Chance, dass durch die Aktivitäten der neu eingerichtete "Zentralstelle IT-Management, Multimedia, eGovernment und Verwaltungsmodernisierung" Synergie- und Einspareffekte entstünden, deren Größenordnung über die nächsten vier Jahre hinweg auf rund 10 Millionen Euro geschätzt würden. "Um das Programm ,Medienkompetenz macht Schule´ erfolgreich umzusetzen, benötigen wir aber auch möglichst viele Akteure und Institutionen in einem starken Netzwerk. Nur gemeinsam können wir dafür sorgen, dass Kompetenzen im Umgang mit neuen Medien und der Informationstechnologie in der Bevölkerung verankert werden. Wir werden daher in das Programm viele Akteure, Institutionen und Einrichtungen einbinden", hielten Doris Ahnen und Martin Stadelmaier abschließend fest.

Aktuelle Informationen zum Landesprogramm sind im Internet unter www.medienkompetenz.rlp.de abrufbar.

Anlage: Das 10-Punkte-Programm "Medienkompetenz macht Schule" im Detail (Siehe rechte Spalte, oben)


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