Anderer Einsatz von Lehrkräften nicht erforderlich
Der Vorstoß der CDU-Landtagsfraktion, den Erhalt von Grundschulen auch an solchen Standorten zu sichern, die durch die neue Verordnung zur Schulentwicklungsplanung künftig gefährdet sind, hat auch zu einer Debatte um den Einsatz der Lehrkräfte geführt.
05.03.2014 Pressemeldung GEW Sachsen-Anhalt"Der von der CDU ins Gespräch gebrachte Zusammenhang zwischen einem geänderten Grundschulkonzept und einem verstärkten Pendeln der Lehrkräfte zwischen mehreren Schulen besteht nicht", erklärte dazu der Vorsitzenden der Bildungsgewerkschaft Sachsen-Anhalts, Thomas Lippmann.
Kleine Grundschulen möglicherweise im Rahmen von Schulverbünden zu unselbständigen Teilstandorten größerer Grundschulen zu machen, statt sie ohne Not zu schließen, sei Teil der GEW-Vorschläge zur Ergänzung der Verordnung zur Schulentwicklungsplanung (SEPl-VO). Insofern begrüße man die Initiative der CDU.
Völlig unverständlich seien allerdings Behauptungen, dass dies Auswirkungen auf den derzeitigen Einsatz der Lehrkräfte hätte. Denn zum einen gäbe es die kleinen Grundschulen, um deren Existenzsicherung es gehe, ja bereits und diese seien auch längst mit Lehrkräften versorgt. Zum anderen sei die Unterrichtsverpflichtung der Grundschullehrkräfte so hoch, dass sich im Unterrichtseinsatz an den Grundschulen gar keine solchen Lücken ergäben, um ein Pendeln zwischen verschiedenen Schulen überhaupt zu ermöglichen.
"Über den Einsatz der Lehrkräfte entscheidet im Übrigen auch nicht die CDU, das ist Aufgabe der Schulbehörden und der Personalräte. Dafür gibt es wie bisher Regeln im Arbeits- und im Personalvertretungsrecht, die einzuhalten sind und die auch eingehalten werden", so Lippmann. Auch an kleinen Schulstandort würden wie überall alle Anstrengungen unternommen, um guten Unterricht zu organisieren. Bei zunehmendem Mangel an Lehrkräften, den die CDU als Regierungsfraktion entscheidend herbeiführe, werde das allerdings immer schwieriger.
Die Forderungen nach dem Erhalt von kleinen Grundschulstandorten müsse untersetzt werden mit einer realistischen Prognose des Lehrkräftebedarfs. Der sei aber mit den Vorgaben des derzeitigen Personalentwicklungskonzepts (PEK) der Landesregierung und einem viel zu kleinen Einstellungskorridor für neue Lehrkräfte nicht zu befriedigen. Deshalb würden die kleinen Grundschulen letztlich auf der Strecke bleiben.
"In unserem Grundschulsystem erreichen wir im bundesweiten und im internationalen Vergleich derzeit Spitzenergebnisse. An denen sind die großen Schulen mit 400 Schülern ebenso beteiligt wie die kleinen Schulen mit 40 Schülern. Auf die richtigen Lehrkräfte kommt es an und darauf, ob es genügend von ihnen gibt. Und wir brauchen sie in den Klassen bei den Schülerinnen und Schülern und nicht als Pendler auf den Straßen.", zieht Lippmann das Fazit aus der bisherigen Entwicklung in Sachsen-Anhalt.
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