Realschullehrer NRW

Anfang vom Ende der Förderschulen

Schulministerin Sylvia Löhrmann hat heute den Anfang vom Ende der Förderschulen eingeläutet. Die geplante Verordnung über die Mindestgrößen von Förderschulen wird vor allem im ländlichen Bereich die Schließung vieler Standorte bedeuten, weil sie die geforderte Mindestschülerzahl nicht erreichen. Die großzügig eingeräumten Verbund- und Teilstandort-Lösungen werden außerhalb der Ballungsräume vielerorts nicht realisierbar sein.

04.07.2013 Pressemeldung lehrer nrw

"Die Landesregierung zerschlägt ein hervorragendes Förderschulsystem und stülpt den allgemeinen Schulen gleichzeitig einen Inklusionsauftrag über, ohne dafür ein Konzept zu haben. Das ist eine doppelte Katastrophe. Das vernichtende Experten-Urteil auf der Anhörung im Landtag am 5. Juni scheint die Ministerin nicht sonderlich beeindruckt zu haben", erklärt Brigitte Balbach, Vorsitzende von lehrer nrw. "Die Forderung nachindividueller Förderung klingt vor diesem Hintergrund wie Hohn."

Es sei noch einmal daran erinnert, dass das Übereinkommen der Vereinten Nationen vom 13.12.2006 nicht, wie von der Landesregierung fälschlicherweise behauptet, "das gemeinsame zielgleiche und zieldifferente Lernen von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderung in der allgemeinen Schule" fordert. Der Auftrag gemäß Art 24 Abs. 2 a) VN-Konvention lautet vielmehr, dass Menschen mit Behinderung nicht aufgrund ihrer Behinderungen vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden. Dies erfordert nicht die Abschaffung der Förderschulen. "Natürlich wird sich die Ministerin, wie schon oft gehört, darauf zurückziehen, dass von Landesseite keine Schule und keine Schulform geschlossen wird. Allerdings werden die Rahmenbedingungen so unattraktiv gestaltet, dass die Förderschulen keine Zukunft haben. Davon können zum Beispiel auch die Realschulen ein Lied singen", so Balbach.

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lehrer nrw

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