Auf ein konstruktives Miteinander kommt es an

Der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, hat dem Bayerischen Elterverband (BEV) zum 40-jährigen Bestehen gratuliert: "Die kritische Stimme bayerischer Eltern ist in der gegenwärtigen schul- und bildungspolitischen Diskussion unverzichtbar. Umso erfreulicher ist es, dass der BEV Gehör findet und als kompetent wahrgenommen wird."

06.03.2008 Bayern Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

Wenzel sprach sich dafür aus, die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrern noch mehr zu intensivieren. Er appellierte an die Eltern, sich gemeinsam mit allen Pädagogen für ein neues Lern- und Leistungsverständnis an bayerischen Schulen zu engagieren. "Der BLLV setzt weiterhin auf ein konstruktives Miteinander mit dem BEV."

"Eltern stehen genauso wie ihre Kinder und letztlich auch die Lehrerinnen und Lehrer unter großem Druck. Weil Eltern für ihre Kinder nur das Beste wollen, setzen sie alles daran, dass sie nach der vierten Klasse Grundschule den Übertritt auf Realschule oder Gymnasium schaffen. Das führt dazu, dass es in Familien zu vielfältigen Konflikten kommt unter denen die Kinder erheblich leiden." In vielen Familien belastet teuere Nachhilfe das Budget erheblich - auch das ist Konfliktpotential, vor allem dann, wenn Kinder die erwarteten Leistungen nicht erbringen. Familien, die den unteren sozialen Schichten angehören, resignieren und geben sich häufig auf.

Viele Schülerinnen und Schüler fühlen sich extrem unter Druck gesetzt und mit ihren Sorgen und Nöten allein gelassen. Sie müssen feststellen, dass es in erster Linie um gute Noten und um den Erwerb von Berechtigungen geht. Weil die Klassen zu groß und die Lehrpläne zu voll sind, gibt es zu wenig Zeit für ertragreiche Lern- und Bildungsprozesse. Schüler und Eltern sollten im Lehrer den Helfer und Unterstützer sehen können und nicht diejenige Person, die nach Fehlern sucht, Bewertungen erteilt und Entscheidungen über Lebenschancen der Kinder trifft. "Nur in einer entspannten Atmosphäre ist fruchtbare und vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich", erklärte der BLLV-Präsident. Die Politik sollte nicht auf Auslese setzen, sondern auf Bildung. "Schule muss Lebensraum für Kinder und Jugendlich sein. Dazu gehört es auch, Beziehungen unter Schülern nicht durch ständige Aus- und Umsortierprozesse zu zerstören und den Austausch zwischen Eltern und Lehrern zu fördern."


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